ÖBB Geschäftsbericht 2025 – Gesamtbericht

Konzernabschluss 260 Österreichische Bundesbahnen-Holding Aktiengesellschaft Konzernabschluss | Konzernlagebericht 68 Risiken aus Marktzinsänderungen können das Finanzergebnis des ÖBB Konzerns aufgrund der gegebenen Bilanzstruktur beeinflussen. Es gilt daher, mögliche Marktzinsschwankungen über ein bestimmtes Niveau hinaus zum Beispiel mit dem Einsatz derivativer Finanzinstrumente einzuschränken, um deren Einfluss auf die Ergebnisentwicklung gering zu halten. Der Abschluss geeigneter derivativer Finanzinstrumente zum Management von Zinsrisiken (Zinsswaps) basiert auf Portfolioanalysen und -empfehlungen seitens der ÖBB-HoldingAG und entsprechenden Entscheidungen der Tochterunternehmen. Der ÖBB Konzern unterliegt Zinsrisiken hauptsächlich in der Eurozone. Unter Berücksichtigung der gegebenen Schuldenstruktur werden bei Bedarf Zinsderivate eingesetzt, um die Risikostrategie möglichst effizient umzusetzen. Finanzinstrumente (kurz- und langfristig) fixverzinsliche Finanzinstrumente variabel verzinsliche Finanzinstrumente 31.12.2025 in Mio. EUR in Mio. EUR Finanzielle Vermögenswerte 216,9 0,3 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 171,7 12,7 Gesamt 388,6 13,0 Finanzverbindlichkeiten 38.248,7 579,1 davon gegenüber Bund (OeBFA) 23.586,0 0,0 Gesamt 38.248,7 579,1 Finanzinstrumente (kurz- und langfristig) fixverzinsliche Finanzinstrumente variabel verzinsliche Finanzinstrumente 31.12.2024 in Mio. EUR in Mio. EUR Finanzielle Vermögenswerte 247,8 0,0 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 275,7 0,9 Gesamt 523,5 0,9 Finanzverbindlichkeiten 35.517,7 253,2 davon gegenüber Bund (OeBFA) 19.999,4 0,0 Sonstige Verbindlichkeiten 0,0 6,0 Gesamt 35.517,7 259,2 Die Grundgeschäfte wurden unter Bedachtnahme auf die abgeschlossenen Derivate (Sicherungsinstrumente) als fix oder variabel verzinste Finanzinstrumente klassifiziert. Weltweit wurde in den vergangenen Jahren eine grundlegende Reform der wichtigsten Referenzzinssätze umgesetzt. Die zuvor etablierten „Interbank Offered Rates“ (IBORs) wurden – mit Ausnahme des EURIBOR – großteils durch alternative und nahezu risikofreie Referenzzinssätze (Risk Free Rates, RFRs) ersetzt. Während LIBOR-Sätze bereits seit Ende 2021 bzw. 2023 vollständig eingestellt wurden, wurde der EURIBOR im Rahmen eines hybriden, von der EU-Benchmark-Verordnung (BMR) vorgegebenen Reformprozesses robust ausgestaltet und bleibt weiterhin als Referenzzinssatz zulässig und verwendbar. Der ÖBB Konzern geht daher davon aus, dass der EURIBOR auf absehbare Zeit fortbesteht und für bestehende wie neue Verträge eingesetzt werden kann. Gleichzeitig beobachtet der ÖBB-Konzern laufend die regulatorische Entwicklung, insbesondere Veröffentlichungen der ESMA, der Europäischen Kommission sowie der zuständigen Benchmark- Administratoren. Im ÖBB Konzern bestehen aktuell keine EURIBOR gebundenen Kreditverträge mit vollständig robusten und BMR konformen Fallback-Klauseln. Verschiedene Brancheninitiativen – darunter Arbeitsgruppen der European Working Group on Euro Risk Free Rates – haben jedoch Empfehlungen für Rückfallklauseln erarbeitet, die der ÖBB Konzern bei künftigen Vertragsabschlüssen schrittweise implementieren wird. Um die regulatorische Konformität sicherzustellen, erfolgen regelmäßige Abstimmungen mit den finanzierenden Banken, fachliche Klärungen mit SAP-Berater:innen zur technischen Abbildung der Fallback-Mechanismen sowie ein laufender Austausch in der Treasury-Interessensgemeinschaft. Diese Maßnahmen stellen sicher, dass der Konzern auf etwaige zukünftige Änderungen des Referenzzinssatz-Regimes vorbereitet ist. Sensitivitätsanalyse Zinsrisiko Zur Darstellung von Marktrisiken verlangt IFRS 7 Sensitivitätsanalysen, welche die Auswirkungen hypothetischer Änderungen der Marktzinssätze auf das Ergebnis und das Eigenkapital zeigen. Die periodischen Auswirkungen werden bestimmt, indem die hypothetischen Änderungen der Risikovariablen auf den Bestand der Finanzinstrumente zum

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