ÖBB Geschäftsbericht 2024 – Gesamtbericht
Konzernlagebericht 44 Güterverkehr Der Modalanteil der Schiene am österreichischen Güterverkehr lag im Jahr 2024 bei 28,0 %. Das stellt einen deutlichen Anstieg gegenüber dem Vorjahreswert von 26,8 % dar. Diese Erhöhung ist vor allem auf den Rückgang der Transportleistung auf der Straße von 2,2 % zurückzuführen. Währenddessen stieg die Schienen-Transportleistung um 3,7 % auf rd. 20,4 Mrd. Tonnenkilometer. Diese Erholung des Modalanteils vom Allzeittief des Jahres 2023 ist allerdings noch keine Umkehr des langjährigen Trends fallender Schienen-Modalanteile. 16 Entwicklung der Gütertransportleistung auf Straße und Schiene in Österreich Bahngüterverkehr (Änderung zum Vorjahr in %) Straßengüterverkehr (Änderung zum Vorjahr in %) | LB7 # !& " & & & & & # !& ! & #& " "& !& & * Vorläufige Schätzung. Quelle: Statistik Austria, ASFINAG, eigene Berechnungen. 2024 begann zunächst als gutes Jahr für den Schienengüterverkehr in Österreich. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stieg die Transportleistung im 1. Halbjahr 2024 bei einer schwachen Ausgangslage 2023 um knapp 5 %. Profitiert haben dürfte die Schiene vor allem von der einsetzenden Erholung in energieintensiven Sektoren wie der Papier- und Chemieindustrie sowie beim Hafenhinterlandverkehr. 17 Ab Mitte September 2024 hatte der österreichische Schienengüterverkehr jedoch mit den Folgen des Unwetters „Anett“ zu kämpfen. Die Überflutungen beschädigten insbesondere die aufkommensstarke Weststrecke schwer und schränkten die Kapazität monatelang ein. In der Folge kam es zu einer Verlagerung der Verkehre. Die infrastrukturelle Verfügbarkeit bleibt ein wesentlicher Faktor für die Entwicklung des Schienengüterverkehrs. Insbesondere aktuelle und bevorstehende Gesamtsperren von Strecken bergen die Gefahr einer Verlagerung auf die Straße. Dies gilt nicht nur für inländische Bahnen, sondern auch für Sperren im benachbarten Ausland. Die geplanten Sperren der Strecke Passau – Regensburg 2026 sowie des deutschen Ecks (Rosenheim – Salzburg) 2027 werden den Güterverkehr wohl besonders hart treffen. Auch die bereits seit Ende 2024 gesperrte Tauernstrecke wird die Kapazität in Nord-Süd- Richtung durch Österreich stark einschränken. Derartige Streckensperren können in der Regel nur teilweise durch Umleitungen auf der Schiene abgefangen werden und haben oft nachhaltige Auswirkungen auf den Schienengüterverkehr. 16 Statistik Austria, ASFINAG. 17 IHS
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