ÖBB Geschäftsbericht 2024 – Gesamtbericht

Konzernlagebericht 68 C. Bericht über d ie Forschung und Entwicklung Die Weiterentwicklung des Gesamtsystems von Mobilität, Logistik und Infrastruktur nimmt im ÖBB Konzern eine wichtige Rolle ein. Der ÖBB Konzern als einer der größten Technologieanwender in Österreich bekennt sich dabei zu bedarfsorientierten F&E-Tätigkeiten, welche eine Steigerung von Produktivität, Kapazität, Qualität und Resilienz des Systems Bahn bewirken und einen positiven Beitrag zum Klimaschutz leisten. Innerhalb des ÖBB Konzerns wird im Bereich Forschung, Technologie und Innovation grundsätzlich in die Bereiche Asset- / Technologieinnovation sowie Produkt- / Serviceinnovation unterschieden. Im Juni 2024 wurde die neue konzernweite FTI-Strategie verabschiedet, in der beide Arten der Innovation abgebildet werden. Der Mehrwert der integrierten Strategie liegt in der gesamtheitlichen Betrachtung von Innovation, von Assets der Infrastruktur über Fahrzeugthemen hin bis zur Betriebsführung und Kund:innenorientierung. Dabei erfolgt eine Betrachtung aller Phasen – vom ersten Konzept bis zum Roll-out. Die F&E- Strategie der ÖBB-Infrastruktur AG #INFRA.F&E_fit33 wurde vor dem Sommer 2024 beschlossen und beinhaltet den Rahmen für Projekte und Initiativen. Um das Ziel der Weiterentwicklung des Systems Bahn sicherzustellen, beteiligt sich der ÖBB Konzern an zahlreichen nationalen und internationalen F&E-Programmen und -Projekten und ist beispielsweise seit 2021 Programmpartner in Europe’s Rail Joint Undertaking (ERJU) – Europas größtem F&E-Programm für das System Bahn. Ziel des achtjährigen Programms, an welchem Bahngesellschaften wie die ÖBB gemeinsam mit der Industrie sowie Forschungspartner:innen und der Europäischen Kommission arbeiten, sind konkrete Projekte für Kapazitätssteigerungen für Personen- und Gütertransport sowie die Forcierung von Digitalisierung und Dekarbonisierung, um mit Effizienzsteigerung und Kostensenkung eine Verkehrsverlagerung auf die Schiene zu erreichen und die Wettbewerbsfähigkeit der Bahn zu sichern. Ein konzernweiter Schwerpunkt ist die Digitale Automatischen Kupplung (DAK), die eine Grundvoraussetzung für die Attraktivierung des Schienengüterverkehrs ist und die Kapazität des Systems Bahn insgesamt erhöhen soll. Neben der Beteiligung des ÖBB Konzerns am ERJU-Projekt „TRANS4MR“ leitet der ÖBB Konzern das „European DAC Delivery Programme“ (EDDP) und nimmt beim Thema „DAK“ eine gestaltende Rolle in Europa ein. In diesen Projekten wird gemeinsam mit anderen Bahnen und der Industrie die Weiterentwicklung, Erprobung und Migrationsplanung der DAK vorangetrieben. Im Anschluss an die Entwicklungsarbeiten des neuen Kupplungssystems inklusive zusätzlicher Applikationen sind umfangreiche Demonstratoren mit Zügen unter normalen Betriebsbedingungen ab 2026 / 2027 vorgesehen. Innerhalb des ÖBB Konzerns werden die Arbeiten für die DAK im engen Zusammenspiel der Konzerngesellschaften Rail Cargo AustriaAG, ÖBB-Infrastruktur AG, ÖBB-Produktion Gesellschaft mbH und ÖBB- Technische Services-Gesellschaft mbH umgesetzt und in der ÖBB-Holding AG koordiniert. Zusätzlich wurde im Jahr 2024 seitens der ÖBB-Holding AG die Initiative ergriffen, das nationale Innovationsprogramm „Rail4Climate“ (R4C), welches speziell auf die Herausforderungen des Bahnsystems eingeht, gemeinsam mit Partnern aus Industrie und Wissenschaft sowie Bedarfsträgern zu entwickeln. Der Schwerpunkt des mittlerweile unter Federführung des Bundesministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK) laufenden Programms liegt auf der Überführung europäischer und nationaler Forschungsergebnisse in die konkrete, prototypische Erprobung unter möglichst realitätsnahen Betriebsbedingungen mit dem Zweck, die jeweiligen Technologien möglichst nahe zur Markt- und Roll-out-Reife zu bringen. Der inhaltliche Fokus, welcher auf den Bereichen „System Bahn & Kapazität“ und „Effiziente Instandhaltung & hochverfügbare Assets“ liegt, wurde von den Partnern gemeinsam erarbeitet. Die Vorbereitungen der ersten Einreichungen laufen und die Einreichung ist für das erste Quartal 2025 geplant. Wichtige Kennzahlen auf einen Blick 2024 2023 Assetinnovationen Aktuell laufende Forschungsprojekte (Anzahl) 84 101 Projektvolumen ÖBB Anteil in Mio. EUR* ) 43,0 35,0 Projektvolumen (ÖBB inkl. Partner) in Mio. EUR* ) 555,8 519,9 Projektpartner aus Forschung (Anzahl) 25 45 Projektpartner aus Industrie (Anzahl) 80 59 Projektpartner KMUs (Anzahl) 81 94 Serviceinnovationen Über interne Plattformen eingereichte Ideen (Anzahl) 1.434 1.655 *) Gesamte Laufzeit der aktuellen Projekte. | LB31

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