ÖBB Geschäftsbericht 2024 – Magazin
29 nis, das eine neue Ära der Mobilität in Österreich einläutet. Wir erwarten einen ähnlichen Boom wie bei der Weststrecke, denn die neue Nord-Süd-Verbindung wird das Reisen in der Region revolutionieren. Zudem wird im Frühjahr 2025 der neue Bahnhof Weststeiermark fertiggestellt – ein moderner Verkehrsknotenpunkt mit neun Gleisen, großzügigen Parkmöglichkeiten und direkter Anbindung an das Rad- wegenetz und die E-Mobilitätsinfrastruktur. Schon im Fe- bruar haben wir unser neues Bonusprogramm „VorZUGs- punkte“ gestartet, mit dem wir treue Bahnfahrer:innen belohnen. Damit wollen wir noch mehr Menschen für das umweltfreundliche Reisen mit der Bahn begeistern. Ein Thema, das die ÖBB auch 2025 begleiten wird, ist der Generationenwechsel. Im vergangenen Jahr haben Sie mit- ten in Wien den „Job Shop“ eröffnet. War das ein Erfolg? MATTHÄ: Durch vorausschauende Personalplanung und ge- zielte Maßnahmen gelingt es uns, talentierte neue Mitarbei- ter:innen zu gewinnen. Im vergangenen Jahr haben wir mehr als 120.000 Bewerbungen erhalten, das zeigt, wie begehrt die ÖBB als Arbeitgeber sind. Der „Job Shop“ in Wien ist ein voller Erfolg – in den ersten acht Monaten haben wir dort fast 1.400 Bewerbungen erhalten. Was gut ist, denn unser Personal- bedarf bleibt weiterhin hoch: Bis 2030 suchen wir jährlich mehr als 4.000 neue Mitarbeiter:innen – in unseren über 130 Berufen. Wie gehen die ÖBB angesichts der notwendigen Budget- konsolidierung mit den finanziellen Herausforderungen um? WALDNER: Wir stehen vor einer Budgetkonsolidierung, zu der auch wir als staatsnahes Unternehmen unseren Beitrag leisten werden. Gleichzeitig gibt es in Österreich ein starkes Bekenntnis zu einer modernen Schieneninfrastruktur. In den kommenden Jahren müssen wir effizient arbeiten und unsere Investitionen sorgfältig steuern. Zum Abschluss: Welches sind die wichtigsten Maßnahmen, die Sie 2025 anpacken werden, um Ihrer Zukunfts- vision der Bahn 2040 einen Schritt näher zu kommen? MATTHÄ: 2025 ist das Jahr, in dem wir uns auf unsere opera- tive Performance konzentrieren und uns als Team ÖBB auf den deutlichen Wachstumssprung mit der Eröffnung der Koralm- bahn zum Fahrplanwechsel vorbereiten. Parallel dazu arbeiten wir mit Hochdruck an unseren Bauprojekten. Wir blicken also in die Zukunft und werden natürlich den Generationswechsel weiterhin mit größter Sorgfalt gestalten. WALDNER: Dem kann ich mich nur anschließen. 2025 geht es vor allem darum, mit voller Kraft für ein stabiles Morgen zu arbeiten. Wir müssen sicherstellen, dass wir genügend Personal und Rollmaterial haben, um die Bedürfnisse unserer Kund:in- nen zu erfüllen. Gleichzeitig arbeiten wir an der Instandhaltung und der Belastbarkeit unserer Systeme. Wenn wir diese Grund- lagen schaffen, sind wir bereit für noch mehr Nachfrage im Personen- und Güterverkehr. Vielen Dank für dieses Gespräch! ANDREAS MATTHÄ. „Die Eröffnung der Koralmbahn im Dezember 2025 wird eine neue Ära der Mobilität in Österreich einläuten“ Für ein stabiles Morgen Interview online Das Interview „Zukunft Bahn 2040“ mit Andreas Matthä und Manuela Waldner ist online als Video verfügbar unter bericht.oebb.at/2024/interview
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