Geschäftsbericht 2024 – ÖBB-Infrastruktur AG

ÖBB-Infrastruktur Aktiengesellschaft Konzernlagebericht | Konzernabschluss 26 Tochtergesellschaften und Beteiligungen In diesem Risikofeld werden Tochtergesellschaften und Beteiligungen betrachtet. Hier besteht das Risiko, dass Budgetwerte nicht erreicht werden. Im Immobilienbereich sind die Verwertungserlöse und die exakten Realisierungszeitpunkte von den jeweiligen Marktentwicklungen abhängig. Die Risikosteuerung erfolgt frühzeitig schon in der Verhandlungsgestaltung sowie durch gezieltes Portfoliomanagement. Klimarisiken / ESG Risiken aus höherer Gewalt und Naturgefahren sind fixer Bestandteil des Risikoinventars, das im Zuge des regelmäßigen Risikomanagementprozesses in Bezug auf kurz- und mittelfristige Auswirkungen evaluiert wird. Klimarisiken mit langfristigem Fokus wurden im Zuge einer eigenen Klimarisiko- und Vulnerabilitätsanalyse systematisch untersucht und bewertet (Details dazu finden sich in der Nichtfinanziellen Erklärung). Nachdem ESG-Risiken bzw. -Chancen im Gegensatz zur klassischen Outside-in-Perspektive des bislang im ÖBB Konzern verfolgten Risikomanagementansatzes (Fokus auf finanziell wesentliche Risiken, die auf das Unternehmen wirken) auch die Inside-out-Perspektive erfordern (Risiken, die vom Unternehmen auf die Umwelt bzw. auf die Gesellschaft wirken), wurde Mitte 2023 ein Projekt im Zuge der doppelten Wesentlichkeitsanalyse in Vorbereitung auf die CSRD (Corporate Sustainability Reporting Directive) gestartet. Die im Zuge der doppelten Wesentlichkeitsanalyse ermittelten ESG-Chancen und -Risiken, die aufgrund der systematischen Unterschiede (z. B. unterschiedliche Zeithorizonte, Bewertungsmethoden, etc.) bislang noch keinen Eingang in das Risikoinventar des Unternehmensrisikomanagements fanden, wurden 2024 in einem strukturierten Prozess hinsichtlich einer möglichen Überführung ins „Enterprise Risk Management“ (ERM) evaluiert. Durch Zusammenarbeit mit der Nachhaltigkeitsabteilung und Rücksprache mit diversen Fachbereichen wurde untersucht, inwiefern die ESG-Chancen bzw. -Risiken im Kontext der sogenannten „Nettobewertung“ (Risiken unter Berücksichtigung bereits umgesetzter Maßnahmen) als relevant eingeschätzt und somit in das ERM-System integriert werden sollen – sofern sie nicht ohnehin schon im Bestandsinventar des ERM abgebildet waren. Weiters wurde im ERM-System des ÖBB Konzerns ein neues Risikofeld „ESG“ etabliert und sämtliche Bestandschancen / -risiken mit ESG-Bezug diesem zugeordnet. Darüber hinaus wurde in der ÖBB Holding AG beim bestehenden ERM- Toolanbieter die Freischaltung eines speziellen ESG Risk Management Moduls beauftragt, sodass im Jahr 2025 eine integrierte Softwarelösung zur Verfügung stehen wird. Zudem wurde für zukünftige weitere Integrationsschritte von ESG-Chancen und -Risiken ins ERM eine Grobkonzeption erarbeitet, die es im Jahr 2025 konzernweit abzustimmen gilt. B.3. Finanzinstrumente Originäre Finanzinstrumente Der Bestand an originären Finanzinstrumenten des ÖBB Infrastruktur-Konzerns ist in der Bilanz ersichtlich. Es handelt sich hierbei um Forderungen und Verbindlichkeiten aus der Finanzierungstätigkeit, Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Finanzanlagen und Wertpapiere. Detaillierte Informationen finden sich in den entsprechenden Angaben in den Erläuterungen zum Konzernabschluss. Derivative Finanzinstrumente Der ÖBB Infrastruktur-Konzern setzt derivative Finanzinstrumente zur Absicherung von Währungs- und Rohstoffpreisrisiken ein. Derivative Finanzinstrumente werden nur unter Bezugnahme auf ein Grundgeschäft abgeschlossen. Derivative Finanzinstrumente werden im Einklang mit den anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften bewertet. Risikodefinition und Risikomanagement in Bezug auf Finanzinstrumente Die ÖBB Holding AG führt die Finanzgeschäfte im Namen und auf Rechnung von Konzerngesellschaften durch – mit deren Auftrag und nur nach deren Zustimmung. Ausnahmen sind die Sicherungsinstrumente von Commodities. Die ÖBB Holding AG hat ein risikoorientiertes Kontrollumfeld geschaffen. Es umfasst u. a. Richtlinien und Abläufe für die Beurteilung von Risiken sowie die Genehmigung, das Berichtswesen und die Überwachung von Finanzinstrumenten. Oberste Priorität bei allen Finanzaktivitäten nimmt der Schutz des Vermögens der Konzerngesellschaften ein. All das ist die Aufgabe der Abteilung Konzernfinanzen. Ein wesentlicher Teil ihrer Tätigkeit ist die Identifizierung, Bewertung und Begrenzung finanzwirtschaftlicher Risiken. Risikobegrenzung bedeutet nicht das völlige Ausschließen finanzieller Risiken. Risikobegrenzung meint eine sinnvolle und transparente Steuerung der quantifizierbaren Risikopositionen innerhalb eines konkret zu vereinbarenden Handlungsrahmens mit den Konzerngesellschaften. Eine Konzernrichtlinie untersagt die Ausgabe oder das Halten von Finanzinstrumenten zu spekulativen Zwecken. Zudem wurden durch Konzernrichtlinien die zulässigen Finanzgeschäfte definiert. Nachstehend werden die wichtigsten Finanzierungsrisiken näher erörtert.

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