ÖBB Geschäftsbericht 2022
17 #RichtungZukunft Zugleich wird das Angebot weiter ausgebaut. Kontinuierliche Streckenerweiterungen sowie die Ausdehnung des S-Bahn- Netzes in den Bundesländern führen zu starken Verkehrszu- wächsen, die auch durch die Errichtung erster Park & Ride- Anlagen, die den Umstieg auf die Bahn massiv erleichtern, möglich werden. 2008 bricht mit dem Start des Railjets im Fernverkehr ein neues Zeitalter an. Die neuen Railjet-Garnituren bedienen die Hauptverkehrsachsen und werden im grenzüber- schreitenden Verkehr eingesetzt. Dort können sie bereits ihr volles Potenzial mit Geschwindigkeiten bis zu 230 Stundenkilo- metern voll ausspielen. 2010 bis 2023. Ein modernes Logistikunternehmen Die Errichtung der Neubaustrecke Wien – St. Pölten in Ver- bindung mit dem Bau des Wiener Hauptbahnhofs als Durch- gangsbahnhof ist einen Quantensprung für den ÖBB Verkehr mit völlig neuen Destinationen und verkürzten Gesamtreisezei- ten. Das neue Tempo bringt die Reisenden in rund 25 Minuten von Wien nach St. Pölten und in etwas mehr als einer Stunde von Wien nach Linz. Von Wien nach Salzburg dauert die Reise nur mehr 2 Stunden 22 Minuten. Auch der Nahverkehr wird massiv ausgebaut. Das S-Bahn-Netz wird auf alle Bundesländer ausgeweitet und umfasst mittlerweile 27 Linien. Die Eigentümerin, die Republik Österreich, ermöglicht ein einmaliges Infrastrukturausbauprogramm, um damit das „Ziel- netz 2025+“ zu verwirklichen und ein hochleistungsstarkes Bahnnetz für Menschen und Wirtschaft in Österreich zu schaf- fen. Jährlich werden zwischen 2 und 3 Mrd. EUR investiert, um mehr Kapazität, mehr Komfort und schnellere Verbindungen herzustellen – insbesondere auf der Südstrecke. Die Anstren- gungen machen sich bezahlt. Schon seit einigen Jahren sind die Österreicher:innen die fleißigsten Bahnfahrer der EU und die drittfleißigsten der Welt. Dabei werden rund 95 Prozent der täglichen Zugfahrten der ÖBB mit Strom durchgeführt und seit 2018 fahren die ÖBB Züge ausschließlich mit Strom, der aus erneuerbaren Energieträgern gewonnen wird. So ersparen die ÖBB mit ihren Mobilitätsleistungen Österreichs Umwelt CO 2 -Emissionen in der Höhe von rund 4 Millionen Tonnen und zählen zu den größten Klimaschutzunternehmen Österreichs. Einen wichtigen Beitrag dazu leistet auch die Güterverkehrs- parte der ÖBB. Durch die hohen Investitionen in Schieneninfrastruktur und Verkehrsangebot ist in Österreich auch der Anteil der Schiene am Güterverkehr im Vergleich zu anderen Ländern Europas überdurchschnittlich hoch. Die RCG ist derzeit in 18 Ländern unterwegs, davon in 13 mit Eigentraktion. Auf jeden Fall stehen bei den ÖBB sowohl im Güter- als auch im Personenverkehr die Zeichen weiterhin auf Modernisierung und Wachstum. Bis 2030 soll die nächste Schallmauer von 500 Mil- lionen Reisenden pro Jahr fallen. < 100 Jahre ÖBB in Zahlen Ein Vergleich der wichtigsten Kennzahlen über 100 Jahre in Zehnjahressprüngen Kennzahlen* 1923 / 24 1933 1953 1963 1973 1983 1993 2003 2013 2022 Fahrgäste Zug (Mio.) 120** 60 135 180 173 169 186 184 233 25 2,5 Fahrgäste Bus (Mio.) – – 42 52 69 92 95 93 233 194 Güter in Mio. Tonnen 23** 19 36 46 52 50 60 87 109 88 Streckenkilometer 6.002 5.745 6.025 5.933 5.866 5.753 5.600 5.656 4.859 4.843 Strecke elektrifiziert (km) 431** 866 1.336 2.058 2.497 3.060 3.273 3.526 3.470 3.622 Mitarbeiter:innen*** 112.740 55.770 73.698 76.741 70.160 69.102 65.279 48.372 39.513 42.603 * 1943 sind die ÖBB Teil der Deutschen Reichsbahn, daher sind keine vergleichbaren Zahlen vorhanden. ** Werte aus 1924, da keine Zahlen aus 1923 verfügbar. *** Mitarbeiter:innenzahlen als Headcounts, ohne Lehrlinge (für 2003 liegt keine Vergleichszahl vor und ist daher interpoliert). ATYPISCH. Der ÖBB Railjet, präsentiert bei der Automesse 2009 in Wien ÖBB NIGHTJET. Die Nacht- und Fernverkehrs-Innovation der ÖBB
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