ÖBB Geschäftsbericht 2022
249 Konzernabschluss Konzentration von Risiken Zu den Bilanzstichtagen bestand keine besondere Abhängigkeit von einzelnen konzernfremden Kunden, Lieferanten oder Kreditgebern, deren plötzlicher Ausfall den Geschäftsbetrieb maßgeblich beeinträchtigen könnte. Des Weiteren besteht keine Konzentration von Personaldienstleistungen oder Anbietern sonstiger Dienstleistungen, Franchise- und Lizenzrechten oder sonstiger Rechte, auf die der ÖBB-Konzern angewiesen ist und deren plötzlicher Wegfall den Geschäftsbetrieb ernsthaft gefährden könnte. Der ÖBB-Konzern veranlagt liquide Mittel bei Kredit- und Finanzinstituten mit guter Bonität. Hinsichtlich der von der Republik Österreich gewährten Finanzierungen und Zuschüsse sowie Zuschussvereinbarungen wird auf die Ausführung unter Erläuterung 32 verwiesen. COVID-Pandemie und Ukrainekrise – finanzielle Auswirkungen Die COVID-Pandemie und die Ukrainekrise hatten finanzielle Auswirkungen auf die Berichtsjahre 2022 und 2021. Die wesentlichsten Auswirkungen auf die Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung sind im Folgenden ausgeführt. Bis zum Bilanzerstellungszeitpunkt hat der ÖBB-Konzern COVID-19-Investitionsprämien in Höhe von rd. 7,0 Mio. EUR (Vj: rd. 7,0 Mio. EUR) erhalten und bilanziell erfasst. Die Investitionszuschüsse werden hauptsächlich für die Neuanschaffung von Fuhrpark sowie Hard- und Software verwendet. Aufgrund der Aussetzung des Infrastrukturbenutzungsentgelts für das Netz der ÖBB-Infrastruktur AG in Höhe von rd. 85,9 Mio. EUR (Vj: rd. 129,6 Mio. EUR) wurden diese aufgrund § 42 BBG durch den Bund refundiert und erhöhen die sonstigen betrieblichen Erträge. Die gewährten Mietgutschriften aufgrund der eingeschränkten Nutzung beliefen sich 2021 auf rd. 5,1 Mio. EUR, 2022 wurden keine weiteren gewährt. Refundierungsbeträge aufgrund von Absonderungsbescheiden gemäß Epidemiegesetz für freigestellte Mitarbeiter:innen mit Risikoattest gemäß ASVG und für Mitarbeiter:innen in Kurzarbeit wurden in Höhe von rd. 16,6 Mio. EUR (Vj: rd. 19,3 Mio. EUR) erhalten und in den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst. Der zusätzliche Aufwand für die Bestellung von Schutzmasken, Desinfektionsmittel, COVID-Tests usw. beträgt rd. 12,4 Mio. EUR (Vj: rd. 16,5 Mio. EUR) und wird im sonstigen betrieblichen Aufwand ausgewiesen. In beiden Berichtsjahren musste der ÖBB-Konzern COVID-bedingt keine zusätzlichen finanziellen Mittel aufnehmen und es gab keine zusätzlichen Zins- und Finanzaufwendungen. Aufgrund des Krieges in der Ukraine kam es während des Jahres 2022 zu enormen Preissprüngen auf den Energiemärkten, die Ende August zu einem noch nie dagewesenen Allzeithoch führten. Die europaweite Trockenperiode übte zusätzlichen Druck auf die Energiepreise aus. Aufgrund der guten Versorgungslage – es konnten einerseits die russischen Gaslieferungen ersetzt und die Gasspeicher gut gefüllt werden, wenn auch zu hohen Preisen, und andererseits herrschten ungewöhnlich milde Temperaturen, wodurch vergleichsweise wenig Gas ausgespeichert werden musste – ließ die Preisvolatilität in Folge etwas nach und das allgemeine Preisniveau ging zurück, verblieb dennoch auf einem hohen Niveau. Weiterhin herrscht auf den Energiemärkten geringe Liquidität und hohe Volatilität. Die Preise waren bis zum Bilanzstichtag eher rückläufig. Dieser Trend setzte sich zum Jahresbeginn fort, schwankt aber mit den Temperaturen. Durch den fortgesetzten Krieg und die ungewisse Versorgungslage im kommenden Winter bleibt die Marktsituation weiterhin angespannt und ist mit Unsicherheiten behaftet. Mögliche künftige Auswirkungen der Ukrainekrise auf die Bewertung einzelner Vermögenswerte und Schulden werden fortlaufend analysiert. Von den Auswirkungen des Krieges in der Ukraine ist die Geschäftstätigkeit und damit die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage mittelbar betroffen. Die mittelbare Betroffenheit ergibt sich aus gestiegenen Energie- und Rohstoffpreisen, Änderungen der Zinslandschaft und der Wechselkurse sowie bei der Überprüfung der Werthaltigkeit von CGUs. Bei der Ermittlung der Risikovorsorge für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind in den Vorjahren vor dem Hintergrund der Coronavirus-Pandemie zusätzlich Vorsorgen in Form eines Skalarfaktors berücksichtigt worden. Diese Anpassung wurde im Geschäftsjahr 2022 aufgrund der Risikolage verursacht durch die Ukrainekrise beibehalten. Zum 31.12.2022 wurde die Equity-Beteiligung an der Breitspur Planungsgesellschaft mbH in Liqu. (Wien) um rd. 0,3 Mio. EUR abgewertet, da die Gesellschaft liquidiert wird. Der Unternehmensgegenstand des Unternehmens war die Planung der Weiterführung der Breitspur-Schieneninfrastruktur von der Grenze der Ukraine durch die Slowakei nach und in Österreich. Zudem ergaben sich aufgrund der hohen Inflationsraten durch tarifliche Vereinbarungen Kostensteigerungen bei den Personalaufwendungen. Zum ÖBB-Konzern gehört ein Tochterunternehmen der Rail Cargo Group mit Sitz in Russland, bei dem sich die Umsatzerlöse aufgrund der eingeschränkten Geschäftstätigkeit vermindert haben. Daraus ergeben sich für den ÖBB-Konzern allerdings keine wesentlichen Auswirkungen. Es könnten bilanzielle Verluste aus einer Endkonsolidierung des dort ansässigen Tochterunternehmens entstehen, sollte eine Beherrschung aufgrund der Einschränkung substanzieller Rechte nicht mehr vorliegen. Zum aktuellen Zeitpunkt wird allerdings von einer Beherrschung durch den ÖBB-Konzern ausgegangen. Wesentliche Wertberichtigungen für erwartete Kreditverluste aus Forderungen in diesen Ländern mussten zum Stichtag nicht gebildet werden, ebenso wie auf nichtfinanzielle Vermögenswerte keine Wertminderungen notwendig waren. Kein Tochterunternehmen des ÖBB-Konzerns hat seinen Sitz in der Ukraine.
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