ÖBB Geschäftsbericht 2022
#RichtungZukunft 28 V olatile Energiepreise, ein wach- sendes Klimabewusstsein, mehr Komfort und ein höheres Tempo – viele Argumente sprechen für die Bahn. Bis 2040 streben die ÖBB an, die Leistungsfähigkeit der Bahn zu verdop- peln. Das erfordert eine Optimierung des Systems Bahn. Gelingen wird dies unter anderem mithilfe der Digitalisierung und neuer Technologien. Der zielgerichteten, wirkungsorientierten Forschung und Ent- wicklung (F&E) kommen dabei Schlüssel- rollen zu. Bei ihren F&E-Aktivitäten unter- scheiden die ÖBB einerseits zwischen Asset- und Technologieinnovationen sowie Produkt- und Serviceinnovationen andererseits. Letztere zielen auf die Ver- besserung von Lösungen für Kund:innen wie beispielsweise Buchungssysteme ab. Der Schwerpunkt der Asset- und Techno- logieinnovationen liegt auf der Optimie- rung der technischen und betrieblichen Ebene. Im Fokus steht dabei die Steige- rung von Produktivität, Kapazitäten und Qualität. Als strategischer Rahmen für die F&E-Aktivitäten im Asset- und Tech- nologiebereich dient die ÖBB Technolo- giestrategie 2030. Darin legt die ÖBB ihr Rollenverständnis für F&E fest: Die ÖBB definieren konkrete Herausforderungen und machen strategische Vorgaben und formulieren daraus die konkreten F&E- Bedarfe. Die eigentlichen F&E-Leistungen erbringen Universitäten, Industrie und Forschungseinrichtungen in enger Be- gleitung der ÖBB, die auch als Partner bei der Pilotierung und der Entwicklung von Prototypen agieren. Mit acht Schwerpunkten und 24 Leuchtturmprojekten in die Zukunft Innerhalb des Rahmens der ÖBB Techno- logiestrategie verfolgt der ÖBB-Konzern acht Schwerpunkte beziehungsweise 24 Leuchtturmprojekte. Umgesetzt werden und wurden diese konkreten Projekte sowohl auf nationaler als auch europäischer Ebene. Auf europäischer Ebene ist dabei besonders das Inno- vationsprogramm „Europe´s Rail Joint Undertaking“ (ER JU) hervorzuheben, welches 2021 gegründet wurde und den größten Arbeitsschwerpunkt für den ÖBB-Konzern darstellt. Zu den überge- ordneten Zielen des mit 1,2 Milliarden Euro dotierten und über acht Jahre laufenden ER JU-Programms zählen die Kapazitätssteigerung der Bahn für Perso- nen- und Gütertransport sowie weitere Schritte für die Fortsetzung ihrer Digi- talisierung und Dekarbonisierung. Auf diese Weise soll mit Effizienzsteigerung und Kostensenkung eine Verkehrsverla- gerung auf die Schiene erreicht und die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Bahnindustrie gesichert werden. Als eines von 25 Gründungsmitglie- dern wollen die ÖBB im Rahmen dieses Vorhabens F&E-Projekte realisieren, die einen signifikanten Beitrag zur Automati- sierung und Digitalisierung liefern. Einen Schwerpunkt dabei bildet die Digitale Automatische Kupplung (DAK), die ein automatisches Verbinden von Güterwag- gons sowie die Übertragung von Strom und Daten ermöglicht. Verschubmitar- beiter:innen müssen dabei nicht mehr manuell eingreifen. Für sie erhöht die DAK die Sicherheit am Arbeitsplatz er- heblich. Zudem steigert diese Innovation die Kapazität, Produktivität und Qualität im Schienengüterverkehr und soll von 2026 bis 2030 schrittweise in Europa die herkömmliche Schraubenkupplung ablö- sen. An den ER JU-Projekten arbeiten die ÖBB Konzerngesellschaften ÖBB-Infra- FORSCHUNG & ENTWICKLUNG. Bis 2040 werden die ÖBB ihre Kapazitäten verdoppeln. Dies wird dank Digitalisierung, neuer Technologien und vielfältiger F&E-Aktivitäten gelingen. Der strategische Rahmen für die F&E-Aktivitäten im Asset- und Techno- logiebereich ist die ÖBB Techno- logiestrategie 2030. DIE DIGITALE AUTOMATISCHE KUPPLUNG steigert Innovationen auf Schiene
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