ÖBB Geschäftsbericht 2022
Vorstand & Aufsichtsrat 4 Verdoppelung der Leistungsfähigkeit des gesamten Systems Bahn bis 2040. Die Kapazität steigt auf dem Weg zu diesem Ziel jedes Jahr schrittweise an – unter anderem durch die Inbetriebnahme neuer Strecken, aber vor allem durch Investitionen in neues Wagenmaterial. Insgesamt sehen wir dafür in den nächsten Jahren rund 4,7 Milliarden Euro vor. Mehr Güterverkehr muss auf die Schiene Die Güterverkehrssparte der ÖBB blickt auf ein schwieriges Jahr 2022 zurück. Einer der Gründe dafür war sicherlich die bereits erwähnte Unterbrechung von Lieferketten im internationalen Schienengüter- verkehr durch den Krieg in der Ukraine. Ein weiterer wesentlicher Grund waren die enorm gestiegenen Energiepreise. Dadurch hat der verglichen mit der Straße ohnehin benachteiligte Güterverkehr auf der Schiene wiederum an Wettbewerbsfähigkeit eingebüßt. Vom geforderten Level-Playing-Field, also von Kostenwahrheit und fairen Bedingungen für alle Verkehrsteilnehmer:innen im Bereich des Güterverkehrs, haben wir uns damit 2022 jedenfalls ein weiteres Stück entfernt. Diese Entwicklung macht für Güter- bahnen erfolgreiches wirtschaftliches Agieren schwierig und konterkariert auch unsere gesamtstaatlichen Klimaschutzbemühungen. Denn eines ist klar: Ohne weitere Verlagerung des Gütertransports von der Straße auf den umweltfreundlichen Verkehrsträger Schiene sind unsere Klimaziele nicht erreichbar. Infrastruktur bleibt Basis des Erfolgs Österreich war auch im abgelaufenen Jahr Bahnland Nummer eins in der EU. Die Basis für diesen Erfolg bildet der ÖBB Rahmenplan, der die Finanzierung der heimischen Bahninfrastruktur sicherstellt. Mit 19 Milliarden Euro für den Zeitraum 2023 bis 2028 steht für den Infrastrukturausbau auch eine neue Rekordgesamtsumme zur Verfügung. Und auch die Zielsetzungen sind klar: Sie reichen von der bereits angesprochenen Kapazitätssteigerung über den Ausbau der transeuropäischen Netze bis zu Verbesserungen im Nahverkehr in Ballungsräumen sowie bei Regionalbahnen inklusive Elektrifizierungsstrategie. Hinzu kommen weitere Bahnhofssanierungen in ganz Österreich, die den barrierefreien Zugang, forcierte Lärmschutzmaßnahmen und den Bereich Digitalisierung miteinschließen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden seitens der ÖBB-Infrastruktur AG aufgrund der angespannten Situation im Energiebereich zudem die Ausbaupläne für erneuerbare Energiegewinnung überarbeitet. Das neue Ziel ist die Steigerung der Eigenproduktion von Energie auf 80 Prozent bis 2030. Auch als Arbeitgeber attraktiv Neben einer leistungsfähigen Bahninfrastruktur, modernen Zügen und attraktiven Angeboten für unsere Kund:innen gilt es für die ÖBB aber »Wir leiten aus den massiv gestiegenen Fahrgastzahlen des vergangenen Jahres den klaren Auftrag ab, unsere Kapazitäten im Schienenpersonenverkehr deutlich auszubauen.« ING. MAG. (FH) ANDREAS MATTHÄ. Vorstandsvorsitzender (CEO)
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