ÖBB Geschäftsbericht 2023
313 Konzern- abschluss 35. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag Die ÖBB-Personenverkehr AG übernimmt per 01.02.2024 die Go-Ahead Verkehrsgesellschaft Deutschland GmbH samt ihren vier Tochtergesellschaften, die weiterhin als eigenständige Gesellschaft operieren wird und setzt einen weiteren Schritt zur Internationalisierung. Eine Übersicht der Unternehmensgruppe ist in Erläuterung 34 dargestellt. Das Geschäftsgebiet der Go-Ahead-Deutschland-Gruppe bietet die ideale Möglichkeit für den Markteintritt und das künftige Wachstum des ÖBB-Personenverkehrs in Süddeutschland. Durch die Übernahme der Unternehmensgruppe soll neben der starken Positionierung im Nachtzugbereich in Europa auch der Tagverkehr wachsen. Die 2014 gegründete Go-Ahead Verkehrsgesellschaft Deutschland GmbH ist eine Tochter des britischen Unternehmens Go- Ahead Group Ltd. und mit ihren zwei Betriebsgesellschaften in Bayern und Baden-Württemberg ein wichtiger Akteur im deutschen Schienenpersonennahverkehr. Mit aktuell rd. 1.000 Mitarbeitenden betreibt die deutsche Go-Ahead-Gruppe insgesamt 144 moderne elektrische Triebzüge im Auftrag des Landes Baden-Württemberg und der Bayerischen Eisenbahngesellschaft für den Regionalzugverkehr. Die Go-Ahead Baden-Württemberg GmbH mit Sitz in Stuttgart wurde im Februar 2017 gegründet und betreibt seit 2019 fünf regionale Schienenstrecken mit über 700 Streckenkilometern. Mit jährlich rd. 10 Mio. Zugkilometern befährt Go-Ahead Baden-Württemberg das Stuttgarter Netz mit der Remsbahn, Residenzbahn, Filstalbahn und Frankenbahn sowie die Murrbahn. Die Go-Ahead Bayern GmbH mit Sitz in Augsburg wurde im Februar 2019 gegründet und bietet seit 2021 regionalen Schienenverkehr auf verschiedenen Strecken im Umfang von inzwischen rd. 10 Mio. Zugkilometer pro Jahr an. Go-Ahead Bayern nahm 2021 den Betrieb des Elektronetzes Allgäu zwischen München und Lindau auf. Im Dezember 2022 kamen die Strecken des Augsburger Netzes hinzu, mit Verkehren von Augsburg nach München, von Augsburg nach Würzburg, von Augsburg nach Aalen sowie von Augsburg nach Ulm. Zum Zeitpunkt der Genehmigung dieses Konzernabschlusses werden die Zwischenabschlüsse der erworbenen Unternehmen per 31.01.2024 erstellt, womit weitere Angaben gemäß IFRS 3.B64 noch nicht zur Verfügung stehen. Sobald alle Informationen vollständig sind, wird die Erstkonsolidierung und die Verteilung des Unterschiedsbetrags aus der Erstkonsolidierung durchgeführt. Nachdem noch keine verlässlichen Angaben vorliegen, können keine weiteren Angaben gemacht werden. Im Insolvenzverfahren der Firma Molinari wurde das Vergleichsangebot der Masseverwaltung mit Zahlung am 21.02.2024 angenommen. In diesem Zusammenhang ergeben sich für den ÖBB-Konzern keine wesentlichen finanziellen Auswirkungen. Mit Beschluss des Nationalrates vom 5. Juli 2023 betreffend das Bundesgesetz über die Übertragung des Teilbetriebes Infrastruktur der Graz-Köflacher Bahn und Busbetrieb GmbH an die ÖBB-Infrastruktur AG (GKB-Infrastruktur- Übertragungsgesetz), veröffentlicht im Bundesgesetzblatt Nr.95/2023 wurde die gesetzliche Basis für die Zusammenführung der Schieneninfrastruktur in der ÖBB-Infrastruktur AG geschaffen. Die Übertragung erfolgt nach § 17 SpaltungsG (Abspaltung zur Aufnahme) mit Spaltungsstichtag 31.12.2023 und Aufnahme zum 1.1.2024. Im Bilanzerstellungszeitraum 2024 wurde durch den Bund die Haftung für eine im Dezember 2023 erfolgte EUROFIMA- Finanzierung über rd. 15,0 Mio. EUR übernommen. Der Vorstand der ÖBB-Holding AG hat den geprüften Konzernabschluss zum 31.12.2023 am 21.03.2024 zur Weitergabe an den Aufsichtsrat freigegeben. Der Aufsichtsrat hat die Aufgabe, den Konzernabschluss zu prüfen und zu erklären, ob er den Konzernabschluss billigt. Der Vorstand schlägt vor, den Bilanzgewinn der ÖBB-Holding AG in Höhe von 198.444.926,47 EUR auf neue Rechnung vorzutragen. Darüber hinaus gibt es keine berichtspflichtigen Ereignisse nach dem Bilanzstichtag, die eine wesentliche Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben.
RkJQdWJsaXNoZXIy NTk5ODUz