Nachhaltigkeitsbericht 2021
ÖBB Nachhaltigkeitsbericht 2021 36 Im Jahr 2021 kam es zu einer Erhöhung des Wasserverbrauchs um 28 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, der Wasserver- brauch betrug 2021 2,3 Mio. Kubikmeter (VJ: 1,8 Mio. m³). Bei einer Teilkonzern- gesellschaft wurden zum Zeitpunkt der Berichtslegung des Vorjahrs nur rund 75 Prozent der Wasserzähler erfasst. Ein wesentlicher Punkt für die Gewährleistung einer langfristig si- cheren und stabilen Gleisanlage stellt die nachhaltige Bahnentwässerung des Fahrweges von Eisenbahnen dar. Dabei entstehen aus dem regelmäßigen Bahnbetrieb grundsätzlich keine Verunreinigungen. Doch nicht nur im Betrieb, sondern auch in der Bauphase ist sicherzustellen, dass Gewässer nicht negativ beeinflusst werden. Um dies zu gewährleisten, werden in den einzelnen Bauphasen chemische Untersuchungen des Wassers durchgeführt. Die Wassereinlei- tung erfolgt gemäß den Vorga- ben des Wasserrechtsgesetzes nur im Einklang mit den entsprechen- den wasserrechtlichen Genehmi- gungen. Jene Abwässer, die in Form von Niederschlagswässern aus dem Bahnkörper und durch das von Böschungen zufließende Wasser auftreten, werden nicht direkt in den Gewässerkörper (z. B. Bäche, Flüsse, Grundwasser etc.) eingeleitet, sondern stets einer entsprechenden Reinigung unterzogen. Wässer bei möglichen Störfällen (z. B. im Tunnel) werden separat aufge- fangen. Die Ableitungen sind grund- sätzlich mit Schiebern versehen, die im Störfall sofort geschlossen werden. Dadurch wird eine Einleitung von verun- reinigten Wässern in die Gewässerkörper verhindert. Fläche und Boden Die Betriebslänge des ÖBB Strecken- netzes betrug 2021 4.871 Kilometer (2020: 4.875 km), die Grundstücks- fläche 189,6Quadratkilometer (2020: 190,2 km²). Damit sind sowohl die Streckenlänge wie auch die Grund- stücksfläche im Vergleich zum Vorjahr minimal gesunken. Umso bemerkenswer- ter ist es, dass die Schiene im Vergleich zur Straße mit deutlich weniger Fläche auskommt. Vom Verkehrsbündnis Allianz Pro Schiene e. V. wurde 2020 erhoben, dass man beim motorisierten Individualverkehr pro beförderter Person von 100 Quadratmetern Fläche ausgehen muss. Auf der Schiene sind es pro Person nur sieben Quadratmeter. Bahnfahren ist daher nicht nur klimafreundlicher, sondern hat auch einen wesentlich gerin- geren Flächenbedarf als der Straßenver- kehr. Während die Straßenflächen in den letzten Jahren ständig gewachsen sind (Zuwachs 2020: +5,5 km²), ist bei der Bahn allerdings ein erheblicher Rückgang zu verzeichnen (Quelle: UBA). Das hat einerseits mit den Neuklassifizierungen von Landbedeckungen zu tun (z. B. wurde Wald, der auf Bahngrund steht, früher der Verkehrsinfrastruktur zugerechnet), andererseits aber auch mit den ver- kehrspolitischen Entscheidungen, dass gewisse Nebenstrecken aufgelassen und innerstädtische Logistikflächen für die Stadtentwicklung aufgegeben werden. Mit einem sehr überraschenden Ergebnis wurde das Projekt „Potenzial flächenanalyse“ bei der ÖBB-Infrastruk- tur 2021 abgeschlossen. In Summe besitzt die ÖBB-Infrastruktur AG mehr unversiegelte Wald- und Wiesenfläche als versiegelte Verkehrsflächen (sie- he Maßnahmen ab Seite 92). Um die Bodenversiegelung und den Flächen- verbrauch noch weiter zu reduzieren, wurde 2021 ein Programm gestartet, mit dem Entsiegelungsmaßnahmen in den Regelwerken und im Rahmenplan evaluiert werden. Erste Pilotprojekte wurden beziehungsweise werden in den nächsten Jahren durchgeführt. < Gefahrgut Gefahrgut wird auf der Schiene nach der Regelung zur internationalen Beförde- rung gefährlicher Güter im Schienenverkehr (kurz: RID) transportiert. Als Gefahrgüter werden Stoffe und Gegenstän- de bezeichnet, von denen bei Transport und Lagerung eine Gefahr für Umwelt und Gesund- heit ausgehen kann, zum Beispiel durch Gifteinwirkung, Brand oder Explosion. Der Transport von Gefahrgut auf der Schiene ist dabei jedenfalls wesentlich sicherer als beispielsweise auf der Straße . Im Jahr 2021 gab es im ÖBB-Konzern keine wesentlichen Vorfälle. KONSEQUENTES AUFARBEITEN von Komponenten wie zum Beispiel Laufradsätze Maßnahmen. Ressourcen management, Abfall, Fläche / Boden, Wasser Nachhaltiges Veranstaltungs management Bodenversiegelung Potenzialflächenanalyse > Details ab Seite 92
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