railaxed - FRÜHLING 2021

Reisen wie zur Kaiserzeit PALAST auf Rädern Seit über 100 Jahren gilt der originale Hofsalonzug von Kaiser Franz Josef I. als größtenteils verschollen. Ein leiden- schaftlicher ehemaliger Eisenbahner hat ihn in jahrzehnte- langer Arbeit wieder zu majestätischem Leben erweckt. Höchster persönlicher Reisekomfort wurde bei den kaiserlich-königlichen Staatsbahnen in Österreich schon vor über hundert Jahren groß geschrieben – speziell, wenn es um besonders illustre Passagiere ging. Kaiser Franz Joseph I. war bekanntlich ein notorischer Frühaufsteher und zugleich auch ein großer Freund des Bahnreisens. Morgens, wenn er sich gegen halb sechs an Bord seines Hofsalonzugs rasieren wollte, ließ Claudius von Klaudy, der Direktor für Hof-Eisenbahnreisen Seiner Apostolischen Majestät, fürsorglich das Tempo der Lok auf Schrittgeschwindigkeit drosseln. Ein Ausrutscher mit dem Rasiermesser in einer zu flott gefahrenen Kurve hätte schließlich zuallermindest die imposante Backenbart-Pracht des Kaisers gefährdet, eventuell sogar sein Leben und damit – kaum auszudenken! – womöglich den Fortbestand der ganzen k.u.k.-Monarchie. Kaiserin mit Reisefieber Doch nicht nur der Kaiser höchstselbst liebte es, seine Kronländer mit dem luxuriösen und für damalige Begriffe höchst modern ausge- statteten Hofzug zu durchqueren. Vor allem, da dieser neben bequemen Schlaf- und Ru- hegelegenheiten und einem eigenen Küchen- und Speisewagen auch einen Rauchsalon be- herbergte, in dem es sich der Imperator gerne im Kreis seiner Generäle und Stabsoffiziere bei einer Virginia-Zigarre bequem machte. Auch seine kapriziöse und lebenslang vom Reisefieber beseelte Gemahlin Elisabeth bevorzugte es, per Bahn zu reisen: in zwei Text — Nikolaus Prokop Fotos — Majestic Train de Luxe GmbH 34

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