railaxed - HERBST 2021

44 Wien oder das Schneehuhn in Tirol – sie alle sind entweder direkt oder indirekt aufgrund der Bedrohung ihres Lebensraums betroffen. „Für bereits gefährdete Tier- und Pflanzen- arten werden sich die Bedingungen durch Wetterextreme, zunehmende Hitze und neu eingewanderte Arten empfindlich verschlech- tern", so Meus. Die vergleichsweise gute Nachricht der Greenpeace-Studie: Grundsätzlich ist die Biodiversität in Österreich mit 488 verschie- denen Biotoptypen, 54.125 bereits erforsch- ten Arten sowie einer Gesamtanzahl, die auf über 68.000 geschätzt wird – davon 784, die ausschließlich in Österreich und nirgend- wo sonst auf der Welt vorkommen – derzeit noch durchaus hoch, doch die Erhaltung die- ses Reichtums ist akut und schwer bedroht, wenn nicht umgehend konsequent gehandelt und der Artenschutz in Österreich zukünftig zur Top-Priorität wird, wie Greenpeace drin- gend fordert. • in den Bahnbistros erhältlich sein soll. Wie wichtig das Thema Artenschutz ist, unterstreicht zugleich auch eine im Juni 2021 publizierte Studie von Greenpeace und der Universität Innsbruck mit dem Titel Das stille Sterben: Die Artenkrise in Österreich . Die schockierenden Ergebnisse: Nicht weniger als 39 Prozent aller Tierarten Österreichs sind gefährdet, jedes zweite Wirbeltier ist be- droht. Und 59 Prozent der Lebensraumtypen in Österreich – d.h. Gewässer, Waldarten, Grasland, Gebirgslagen, Moore, Höhlen etc. – sind gefährdet. „Täglich sterben global 150 Arten aus, mit katastrophalen Folgen für ganze Ökosysteme und schlussendlich genauso auch für uns Menschen", sagt dazu Lukas Meus, Biodiversitätsexperte bei Green- peace Österreich, „und auch in Österreich sind wir mittlerweile mit einem bestürzenden Rückgang der Artenvielfalt konfrontiert." Dazu nennt die Studie bezeichnende ös- terreichische Artenbeispiele in verschiedenen Bundesländern, die entweder bereits bedroht sind oder in Zukunft zu den großen Verlie- ren der Klimakrise gehören könnten: die Zylinder-Felsenschnecke in der Steiermark, der Hochmoor-Perlmuttfalter in Salzburg, der Balkan-Moorfrosch in Kärnten, die Mopsfle- dermaus in Oberösterreich, der Flusskrebs in © Fotos: Greenpeace / Schosse Sitzer / Wikimedia Commons (links); Greenpeace / Bill Higham (rechts) Balkan-Moorfrosch: Die immer seltenere Froschart gilt durch die massive Zerstörung von Feuchtgebieten als viel- fach stark gefährdet. „Die Klimakrise und die Arten- krise zählen zu den größten He- rausforderungen unserer Zeit.“ Lukas Meus, Greenpeace Österreich Die ÖBB Schienen- bienen Das ÖBB Arten- schutzprojekt „Schienenbienen“ schafft nicht nur Platz für rund 4,1 Millionen Bienen, sondern bietet auch wertvollen Lebensraum für andere Arten wie z.B. verschiedene Insekten, Spinnen- tiere, Vögel oder Kleinsäuger. Die Bienenbehau- sungen der ÖBB Schienenbienen sind in ganz Österreich verteilt, in Nieder- und Oberösterreich, im Burgenland, in Salzburg und in Tirol. Alpenschneehuhn: Der natürliche Lebensraum der kälteliebenden Art schwindet durch die Erderwärmung.

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