railaxed - HERBST 2021

– Eisenbahner:innen sagen kurz ESTW dazu. Die Bildschirme zeigen die grafische Darstel- lung aller Gleise, Züge, Weichen und Signa- le in Echtzeit – das wichtigste Instrument, um als Fahrdienstleiter:in den kompletten Überblick über den Verkehr und das Gesche- hen auf der Strecke und auf dem Bahnhof zu haben, alles genauestens überwachen und managen zu können und im Bedarfsfall auch sofort eingreifen und reagieren zu können.“ Wie so ein Bedarfsfall aussieht? „Oft geht es nur um harmlose, für die Reisenden gar nicht wahrnehmbare kleine Störungen an Sicherungs- und Infrastrukturanlagen, die wir schnell beheben können, ohne den laufen- den Fahrbetrieb zu beeinträchtigen“, sagt Birgit Langsenlehner. „Im Ernstfall sind wir Fahrdienstleiter:innen allerdings auch diejeni- gen, auf die es ankommt, um ein Zugunglück zu verhindern, denn wir sind sozusagen die Fluglots:innen der Schienen. Während diese Landebahnen freigeben, Starterlaubnis er- teilen und eingreifen, wenn zwei Flugzeuge einander zu nahe kommen, koordinieren wir die Gleisbelegung, regeln die Zugfolge und den Zugabstand, überwachen Signale, Weichen und Kreuzungsanlagen, beobachten am Bahnhof, ob am Zug alles passt, informie- ren bei Bedarf Reisende – kurz gesagt, wir sorgen dafür, dass der Bahnverkehr tagtäg- lich flüssig, pünktlich und sicher läuft. Damit tragen wir zugleich auch einen wesentlichen Teil der Verantwortung dafür, dass die Bahn nicht nur ein besonders zuverlässiges, son- dern vor allem auch ein besonders sicheres Verkehrsmittel ist.“ Keine Fahrt ohne Befehl Die hohe Eigenverantwortung ist zugleich auch eines der wichtigsten Themen, die den Beruf als Fahrdienstleiterin für Birgit Langsenlehner zu ihrem Traumjob machen. Bevor Sie bei den ÖBB einstieg, war sie als gelernte Foto-Kauffrau bei einer großen Handelskette tätig, vermisste bei ihrer Tätig- keit aber die Herausforderung. Echte Herausforderungen fand sie dann umso mehr, als sie 2008 zunächst als Be- triebsassistentin am Bahnhof Amstetten bei den ÖBB einstieg. Dort erlebte sie erstmals, Kleiner Fashion- Tipp für künftige Fahrdienstleiter:innen: Die Hände im Dienst niemals in die Hosen- taschen stecken. Und die Corona-Matte für den perfekten Sitz der Dienstkappe besser stutzen lassen. Die Fahrdienst­ leiter:innen der ÖBB … sind für die Zugverkehrs­ regelung verant­ wortlich und koordinieren Verschubabläufe, überwachen Sig- nale, Weichen und Kreuzungsanlagen, koordinieren Bau- arbeiten und unterstützen die zuverlässige Behebung von Störungen an Sicherungs- und Infrastrukturan- lagen. Außer- dem sind sie als Einsatzleiter:innen für das Sicher- heits- und Not- fallmanagement zuständig. Aktuell sind rund 2.500 Fahrdienst- leiter:innen bei den ÖBB im Einsatz, fast 10 Prozent davon sind bereits Frauen. 48

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