railaxed - HERBST 2021
55 railaxed Herbst 2021 verstopft und das kann zu betrieblichen Einschränkungen führen. Außerdem muss zu jeder Zeit die freie Sicht auf Signale gewähr- leistet sein und bei Arbeiten im Gleisbereich soll auch niemand über Pflanzen stolpern. Nun gibt es mehrere Wege, sich dem Pro- blem zu stellen: Pestizide sind mitunter gefährlich, „Geotextilien“, also spezielle Mat- ten auf der Erdoberfläche, stellten sich als wenig effektiv heraus und beim klassischen Mähen setzen sich zu viele Bruchstücke des Staudenknöterich frei, die dann zusätzlich austreiben. Deswegen kommen die stets hungri- gen SchaZis zum sprichwörtlichen Zug. Ihre „Homebase“ ist die Bio-Landwirtschaft Jäger in Magdalensberg, bis zu 14 Tiere beweiden seit 2014 eine Fläche von stattlichen 6.000 Quadratmetern entlang der Koralmbahn. Sie fressen nicht nur die Schädlinge an und ab, sondern sorgen auch für eine geschlossene, vielfältige Gras- und Kräuterdecke, wo- durch das Aufkommen von Gehölzen, die im Nahbereich der Bahn nicht wachsen sollen, gehemmt wird. Das tierisch gute Projekt in Zusammenarbeit mit dem Maschinen- ring Kärnten ist aus der Gegend nicht mehr wegzudenken, darüber freut sich auch die 18-jährige Jungbäuerin Anna, deren Vater Jo- sef das einzigartige Projekt möglich machte. Auch wenn die Schafe dieses Jahr eine Pause machen, um sich um die hofeigenen Weiden zu kümmern, die meckernde Kollegenschaft ist mit vollem Elan vom Frühjahr bis zum Herbst im Einsatz. „Die meisten unserer Tiere sind schon seit sechs Jahren im SchaZis- Team. Jeden Tag versorge ich sie in der Früh mit frischem Wasser und Kraftfutter, also gemahlenem Getreide, damit sie auch genug Mineralstoffe zu sich nehmen. Und dann geht es für sie ab zur Arbeit.“ Bitte nicht füttern Zu Unfällen ist es noch niemals gekommen, allerdings bittet Anna eindringlich darum, die vierbeinigen Gärtner auf keinen Fall zusätzlich zu füttern. „Das kann für die Tiere wirklich gefährlich werden, vor allem Brot vertragen sie gar nicht.“ Wer also den Scha- Zis zwischen Althofen/Drau und Klagenfurt begegnet, kann sich darauf verlassen, dass es ihnen gut geht: Die Weideflächen werden täglich kontrolliert, sind bestens abgesichert und auch für Schutz vor Sonne und Regen ist ausreichend gesorgt. Besonders das Wohl von Lieblingsziege Heidi ist der Jungbäue- rin wichtig. „Sie war ein Geschenk meines Vaters, ist besonders zugänglich und scheut sich nicht vor fremden Menschen. Zu ihr habe ich eine besondere Beziehung.“ Doch ob Ober-SchaZi oder nicht – die natürliche Beweidung mit Schafen und Ziegen stellt ein einzigartiges und besonders umweltfreund- liches Versuchsprojekt dar, das mittlerweile Schule macht. Die ÖBB haben bereits an an- deren Orten in Österreich vierbeinige Helfer im Einsatz, etwa beim Bahnhof Mallnitz in Kärnten, auf den ökologischen Ausgleichsflä- chen beim Semmering-Basistunnel, im Tull- nerfeld in Niederösterreich oder in Breitenlee in Wien. Damit es auch in Zukunft nichts zu meckern gibt. • „Bitte nicht füttern – und schon gar nicht mit Brot. Unsere Tiere werden liebevoll umsorgt.“ Jungbäuerin Anna Tierisch gut 2014 wurde mit dem Maschi- nenring Kärnten ein Pilotprojekt gestartet, mit dem die unerwünschte Vegetation mittels Beweidung durch Schafen und Zie- gen eingedämmt werden sollte. Und das mit Erfolg: Der lästige Staudenknöte- rich entlang der Koralmbahn ist dank der „SchaZis“ chancenlos. Noch mehr Gleisgeschichten unter oebb.at/ gleisgeschichten
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