railaxed - HERBST 2022

Bahnfahrt über die Grenze Umsatzsteuer zahlen, bei internationalen Flügen nicht. Ab 2023 entfällt diese Steuer zumindest für den Anteil des Tickets, der in Österreich anfällt, eine europäische Lösung gibt es jedoch immer noch nicht. Diese Extrakosten, die von der Bahn, nicht jedoch von den Fluggesell­ schaften entrichtet werden müssen, schlagen sich in den Ticketpreisen nieder. Das hat natürlich Einfluss auf die Entscheidungen, die wir als Konsument:innen treffen. Geht das besser? Schon heute wäre ein Großteil der Kurz­ strecken in Europa einfach und klimagerecht mit der Bahn bewältigbar. Greenpeace hat in einem Report aufgezeigt, dass es für rund 30 Prozent aller Kurzstreckenflüge in der EU Zugverbindungen unter sechs Stunden gibt, für weitere 15 Prozent werden direkte Nachtzugverbindungen angeboten. Die Daten für Österreich sind noch erfreulicher: Hierzu­ lande gibt es für 53 Prozent aller Top-30- Kurzstreckenflüge innerhalb der EU direkte Nachtzugverbindungen – ein absoluter Spitzenwert in Europa. Inklusive einiger schneller Tag- und Nachtzüge mit einmaligem Umsteigen gibt es sogar für 80 Prozent aller Kurzstreckenflüge ab Österreich eine gute Bahnalternative. Neue Bahnverbindungen Last, but not least, wäre es notwendig, den Bahnverkehr im Inland, aber auch in Europa, deutlich auszubauen. Die Europäische Kom­ mission hat Ende 2021 einen begrüßens­ werten Vorstoß gemacht, der auf viele verbesserungsfähige Punkte eingeht. Nicht nur sollen mindestens 15 neue grenzüber­ schreitende Bahnverbindungen ausgebaut werden. Auch ein einheitliches Ticketsystem sowie bessere Taktungen sollen die Bahn in Europa attraktiver machen und den Klima­ schutz ankurbeln. Auch soll – in Analogie zu internationalen Flügen – die Umsatzsteuer auf internationale Bahntickets in allen Mitglieds­ staaten fallen. Eine rasche und konsequente Umsetzung wäre mehr als wünschenswert. • Initiative für die Umwelt Greenpeace setzt sich für eine faire und klimafreundliche Ver- kehrswende ein – und den europaweiten Ausbau der Eisen- bahn, um Kurz- streckenflüge nach- haltig zu verdrängen, deren Ziele auch leicht mit der Bahn zu erreichen wären. Für 53 Prozent der Top-30-Kurzstreckenflüge von Österreich in die EU gibt es direkte Nachtzug- verbindungen. Und obwohl Bahnreisende eklatant weniger CO 2 -Emissionen produzieren, werden sie steuerlich immer noch benachteiigt. Reservierung? Ja, bitte! Österreich gilt als Bahnland Nr. 1 in der EU. Erfreulich für uns und die Umwelt, wie stark unsere Angebote von unseren Kund:innen angenommen werden. Aber: Volle Züge sind natürlich ein Thema, das bewegt. E ine enorme Reiselust, aber auch die hohen Spritpreise, die immer mehr Menschen zum Umsteigen auf die Bahn bewegen, sowie ein gestiegenes Umweltbewusstsein haben einen richtiggehenden Bahn-Boom ausgelöst. Natürlich tragen auch Maßnahmen wie die Einführung des Klimatickets zu dieser Dynamik bei. Rund um die Feiertage, an Wochenenden und zu den Stoß­ zeiten ist die Nachfrage erfahrungsgemäß besonders stark. Deshalb raten wir allen Reisen­ den, die ganz sicher mit ihrem Wunschzug unterwegs sein wollen, zu einer Sitzplatz­ reservierung. Außerdem empfehlen wir, sich vorab via SCOTTY oder ÖBB Live über die aktuelle Auslastung zu informieren. 3 Fragen – 3 Fakten Warum sind Züge manchmal zu voll? Fakt ist: Wir können nicht mit hundertpro­ zentiger Sicherheit vorhersehen, wie viele Kund:innen in welchen Zug einsteigen werden. Denn das Zutrittssystem zu den ÖBB ist offen – und hochflexibel. Nach dem Ticketkauf kann man innerhalb der Gültigkeitsdauer jeden Zug der gewählten Verbindung nehmen. Das System wird von unseren Kund:innen sehr geschätzt, daher ist auch keine Reservierungs­ pflicht geplant. Warum können nicht noch mehr Wagen an einen Zug gehängt werden? Fakt ist: Zu den Stoßzeiten ist alles, was Räder hat, auf Schiene. Jedoch darf kein Zug länger sein als der kürzeste Bahnsteig, an dem er hält, da die Reisenden sonst nicht aus­ steigen können. Ein Zug mit Triebfahrzeug und 16 Wagen kommt auf die in Österreich maximal mögliche Länge von 400 Metern. Was tut ihr, wenn die Fahrgastzahlen weiter steigen? Fakt ist: Derzeit läuft das größte Investitions­ programm in der Geschichte der ÖBB: Wir investieren 4 Milliarden Euro in Züge & Wag­ gons, u.a. befinden sich 8 neue Railjets und 33 Nightjets in Produktion. 186 neue Doppel­ stockzüge wurden bestellt. Bis 2030 werden wir die Sitzplatzkapazitäten um 30 % steigern! Was kostet die Reservierung Schon ab € 3 kann ein Sitzplatz in ÖBB Zügen im Inland reserviert werden. Inhaber:innen des Klimatickets haben die Möglichkeit, günstige Sitzplatz- Reservierungsabos (20/50/100 Stück) für die 2. Klasse, die 1. Klasse oder die Business Class dazu- zubuchen. Infos: oebb.at/reservierung Schnell zum Sitzplatz Das Tool ÖBB Live (zu finden bei der Reise- vorschau in der ÖBB App oder online unter live.oebb.at ) macht es noch einfacher, den passenden Sitz- platz zu finden. Es zeigt in allen ÖBB geführten Zügen im Inland u. a. an, wo welcher Wagen mit welcher Ausstattung zu finden ist, und gibt zusätzlich in den ÖBB Railjets eine prognostizierte Aus- lastung der einzelnen Wagen an. Foto: ÖBB/Philipp Horak Service 46 Foto: Natee Mee/Istock 47 railaxed Herbst 2022

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