railaxed - WINTER 2022

52 53 railaxed Winter 2022 Jobporträt Willkommen an Bord! Als Zugbegleiterin sorgt Sabine Ludwig für Sicherheit, Komfort und Informationen bei den ÖBB. Ihre soziale Ader bestimmt auch ihr Privatleben. Ein Job mit Pfiff Text – Janina Lebiszczak Fotos – David Payr uthentizität und Gastfreund- lichkeit machen den Unter- schied. Wer oft mit der Bahn und noch dazu frühmorgens unterwegs ist, kennt das Phänomen: So wie man an Bord willkommen geheißen wird, so verläuft die Fahrt – und meistens auch der weitere Tag. Als Zugbegleiterin sorgt die 26-jährige Sabine Ludwig für einen optimalen Start und eine sichere Reise. Sie selbst allerdings ist schon lange hinter den Kulissen tätig, bevor die Fahrgäste sie in ihrer Uniform zu Gesicht bekommen. „Meine ersten Aufgaben sind sehr technisch, ich kontrolliere Wagenliste, Gewicht, Länge, etwaige Defekte, Hygiene, die Anzahl des Personals für den Fall einer Evakuierung und das Bremshundertstel, also das Maß für die Bremsleistung eines Zuges. Das muss ganz genau passen“, erzählt sie. Details wie diese sind wichtig, ihr Herz allerdings hängt am Gastgebertum. Anderen Freude zu machen und Hilfe anzubieten, liegt in Sabines Natur – ein Charakterzug, der sich auch im Privatleben niederschlägt. Ob bei der kreativen Gestaltung von Geschenken für Freund:innen und Familie oder beim regel- mäßigen Blutplasma- spenden, wo die ge- bürtige Amstettnerin wirkt, da menschelt es. Doch nicht nur Zweibeiner profitieren von ihrer sozialen Ader. Für das Tierheim „Dechanthof“ in Mistelbach schlägt sie nicht nur regelmäßig die Werbetrommel, sie führt auch schwer vermittelbare Wauwaus zum Gassigehen aus. Immerhin: Bevor es den Spross einer Eisen- bahnerfamilie selbst zu A den ÖBB zog, wollte sie Tierärztin werden. Selbst einen Hund zu haben, geht sich mit dem Job nicht aus – und Hauskatze Betty würde sich mit allen Krallen querlegen. FITNESS UND EIN LANGER ATEM Apropos Krallen: Wenn es die Situation erfordert, herrscht bei der Ticketkontrolle das Motto: „Hart, aber herzlich.“ Wer ohne Ticket fährt, darf nicht auf Milde hoffen. „Solche Situationen sind unangenehm, aber ich habe da schon meine Strategien. Wenn man schil- dert, dass es zu Verspätungen kommt, wenn der- oder diejenige nicht austeigen möchte, hilft meistens der Protest der Mitreisenden. Oder die Aussicht auf ein Kennenlernen der örtlichen Polizei. In erster Linie achte ich darauf, dass alles zivilisiert abläuft und nicht eskaliert.“ Brenzlige Situationen sind die Ausnahme im Berufsalltag. Hilfsbereitschaft, Menschenkenntnis und jede Menge Geduld – diese Eigenschaften braucht sie als frisch- gebackene Zugbegleiterin dafür bei jeder Schicht. Auch körperliche Fitness schadet Mit einem Lächeln: Als ÖBB Zugbegleiterin sorgt Sabine für den Wohlfühlfaktor an Bord.

RkJQdWJsaXNoZXIy NTk5ODUz