railaxed - HERBST 2023

Good News Text – Janina Lebiszczak Alles eine Frage der Perspektive. Auf diesen Seiten wollen wir positive Nachrichten aus Österreich und Europa sowie nachhaltige Strategien für ein besseres Morgen vorstellen. FLOTTE SACHE. Ein Start-up aus Holland hat das erste funktionstüchtige Hyperloop- System Europas entwickelt. Bereits 2025 sollen Güter durch Röhren sausen, danach auch Passagier:innen – und zwar mit bis zu 700 km/h. Nun wird getestet – auf einer 500 Meter langen Strecke bei Groningen. Nach erfolgreichen Proben soll die Kapsel in Serie gehen und ein niederländisches Regionalnetz befahren. „Bis 2050 steht der Ausbau auf über 24.000 Kilometer auf dem Plan, und zwar europaweit“, so Unternehmenssprecherin Julia Oomens- Meer von „Hardt Hyperloop“. Speed Queen Alles fließt: Boyan Slat von „The Ocean Cleanup“. Prozent aller Geschäfts- reisen wurden 2022 in Öster- reich mit der Bahn gemacht. Erstmals hat damit der Zug das Flugzeug (17,9 Prozent) überholt. (Quelle: VCÖ) Reparieren statt wegwerfen: Der „Reparatur- bonus“ des Klima-Ministeriums wurde seit April 2022 über 525.000 Mal in Anspruch genommen, geschätzte 2.600 Tonnen Elektro- schrott konnten so vermieden werden. Wegen der großen Nachfrage gibt es heuer um 50 Millionen Euro mehr Mittel dafür. Ab 25. September können wieder Reparaturanträge gestellt werden. Infos: reparaturbonus.at Wieder gutgemacht Lass die Sonne rein! Die ÖBB starten eine Offensive zur Errichtung von Photovoltaik- anlagen in ganz Österreich. Bis 2030 sollen rund die Hälfte der Stellplätze auf Park & Ride-Anlagen mit Solarmodulen als Überdachung auf- gewertet werden. So dienen dann bereits versiegelte Flächen für die Gewinnung von rund 50.000 MWh nachhaltigem Strom. Zusätzlich bieten die neuen Überdachungen Schutz vor schlechtem Wetter und zu starker Sonneneinstrahlung. 22 Reine Leiden- schaft r ist der Posterboy des Umweltschutzes: Als der damals sechzehnjährige Boyan Slat im Griechenlandurlaub beim Tauchen über den vielen Plastikmüll erschrak, wollte er nur mehr eines: die Meere reinigen. Als Teil eines Wissenschaftsprojekts in der Schule entwickelte er seine Idee weiter und setzte sie später in die Realität um. Seine Lösung? Der Kunststoff wird zu einer Platt- form geleitet und dort gesammelt, um später recycelt zu werden. Heute ist Slat 29 Jahre alt, sein Projekt „The Ocean Cleanup“ hat kürzlich bekannt gegeben, dass es bereits mehr als 100 Tonnen Dreck aus dem Meer gefischt hat. Und zwar mit der Hilfe von „Jenny“, wie das „System 002“ liebevoll genannt wird. Mit ihr sei eine Meeresfläche von über 3.000 km2 gesäubert worden – das entspricht in etwa der Fläche von Luxemburg. Jenny ist ein u-förmiges Netz, das von zwei Schiffen durchs Wasser geschleppt wird – unten offen, sodass Fische und Meeressäuger daraus entkommen können. Saubere Flüsse = saubere Meere Aber das sind noch nicht alle guten Nachrichten: Im Frühjahr 2023 startete „The Ocean Cleanup“ mit einem neuen, verbesserten und dreimal so großen System. Mit der zweieinhalb Kilometer langen schwimmenden Barriere wird Plastik noch effizienter heraus- gefischt. Haupteinsatzort ist der „Great Pacific Garbage Patch“, ein gigantischer Müllteppich im Pazifik. Der in das Projekt in- volvierte Meeresbiologe Gerhard Herndl von der Uni Wien sieht aber noch weiteres Potenzial: Effizi- enter schützen kann man die Ozeane, wenn der stetige Zustrom an Müll über die Zubringer ab- gefedert wird. Ungefähr 1.000 Flüsse weltweit bringen rund 80 Prozent des Mülls in die Meere. „Ocean Cleanup“ nun auch für Flüsse Glücklicherweise hat die Initiative bereits einige Systeme dazu im ersten Einsatz. „Das Auffangen von Plastik in Flüssen ist wesentlich kostengünstiger als die Be- wältigung der Folgen für uns und die Umwelt“, so Boyan Slat. Infos: theoceancleanup.com E 10 11 Fotos: The Ocean Cleanup (großes & kleines Bild), Plomp and UNStudio (kleines Bild links), Shutterstock/New Africa (rechte Seite unten), ÖBB-Scheiblecker (rechte Seite oben) railaxed Herbst 2023

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