railaxed - FRÜHLING 2024
Eindruck. Mein Ziel ist es, den Gästen solche einzigartigen Erlebnisse zu ermöglichen.“ Von Arktischen Wölfen und sanften Schlangen Bei mir jedenfalls schafft sie das locker: Ich erfahre viel, viel mehr, als ich hier jemals beschreiben könnte, und entdecke neben den großen Stars auch viele kleine Geheimnisse. Zum Beispiel, dass man den Arktischen Wolf nicht täglich füttern soll – deshalb gibt es nicht jeden Tag die Gelegenheit, ihn bei der Nahrungsaufnahme zu beobachten. Erst 2022 ist dem Zoo eine erfolgreiche Nachzucht gelungen, vier Jungtiere sind in einer Erdhöhle des über 400 m 2 großen Geheges zur Welt ge- kommen – der Muttermilch sind sie ganz offensichtlich schon lange entwachsen. So viel Appetit regt an: Mit der Panorama- bahn geht es gemütlich zum nahen Tiroler- hof, auf dessen Gelände man tief in die Geschichte der österreichischen Nutztiere eintauchen kann. Seit 2018 lebt hier unter anderem auch wieder das Tiroler Grauvieh, eine Rasse, die vom Aussterben bedroht ist. Am Ende meiner ausgedehnten Tour wartet noch ein besonderer Höhepunkt: Ich darf backstage ins Terrarienhaus zu Rupert Kainradl. Der Biologe ist nicht nur für über 65 exotische Tierarten verantwortlich, er ist auch ein wichtiger wissenschaftlicher Mit- arbeiter des Zoos. „Reptilien wie Geckos, Schlangen, Chamäleons, aber auch Wirbel- lose wie Spinnen oder Skorpione sind aufgrund ihrer Größe leicht zu schmuggeln, daher werden sie oft in der freien Wildbahn gesammelt und auf dem Schwarzmarkt verkauft“, erzählt er mit einem Chamäleon auf dem Arm. „Wir bieten den Tieren eine ihrer Art entsprechende Unterbringung und versuchen sie auch außerhalb ihres natür- lichen Lebensraumes zu erhalten.“ Sein Herz schlägt zwar neben Reptilien auch für Schmetterlinge, ich darf aber zum Grande Finale mit einem kräftigen Vertreter ersterer Gruppe auf Tuchfühlung gehen. Mit einem Königspython zu kuscheln, ist ein außer- gewöhnliches Erlebnis. Die Würgeschlange verhält sich komplett friedlich und ist ziemlich kontaktfreudig – nach dem ersten Erstarren werde ich sanft von meiner Berührungsangst geheilt. Dass Giraffen mit ihren Hälsen kämpfen, dass Schlangen entspannende Wirkung haben und Orang-Utans mitunter auch gerne Menschen beobachten – das alles war mir vor meiner tierischen Tour fremd. Das Experiment ist also geglückt: Randvoll mit Glückshormonen geht es mit den Öffis wieder nach Hause, wo mich ein hungriger Stubentiger daran erinnert, dass auch seine Vorfahr:innen Wildkatzen waren. • Der Waldrapp zählt zu den am stärksten bedrohten Vogelarten der Welt. Seit 2002 unterstützt der Tier- garten Schönbrunn seine Erforschung und Wieder- ansiedlung. Im Rahmen eines „LIFE20“- Projekts wurden etwa Brutkolonien in Goldau (Schweiz), Bussolengo (Italien) und Rosegg (Österreich) gegründet. 2022 konnten bereits 57 Jungvögel ausgewildert werden. Infos: waldrapp.eu Aufmerksamer Artenschutz Von klein bis groß: Exoten-Experte Rupert Kainradl mit zwei geretteten Chamäleons. Gigantisch: Der erste Elefant zog 1771 ein, heute leben die Dickhäuter artgerechter. Keine Angst: Mit einem Königspython auf Tuch- fühlung im Terrarienhaus. Heiße Sohlen? Wer nicht mehr kann, setzt auf die (Panorama-)Bahn und entspannt im Tirolerhof. Beliebter Foto-Spot: Die Eisbären-Bronze- skulptur von Künstler- Legende Gottfried Kumpf. Barockes Päuschen: Im Kaiserpavillon frühstückte schon Franz I. Stephan mit seiner Maria Theresia. Wildes Leben in Wien: Im ältesten Zoo der Welt sind heute auf einer Fläche von 17 Hektar rund 7.800 Tiere aus 700 Arten zu sehen. Foto Eisbär: Daniel Zupanc 16 17 railaxed Frühling 2024
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