railaxed – HERBST 2026

Warum Martiniloben? Fragt man bei einer Weinverkostung kurz in die Runde, findet man immer jemanden, der das gerne erklärt: Nach dem Ersten Weltkrieg sprachen die Siegermächte den schmalen Streifen Deutschwestungarn Österreich zu. 1921 wurde das nunmehr Burgenland genannte Gebiet zum neunten Bundesland Österreichs. Um die burgen- ländische Identität zu stärken, machte die Obrig- keit Martin von Tours zum burgenländischen Landespatron. Denn der Heilige Martin wurde nur rund 50 Kilometer vom Neusiedler See entfernt geboren – im heutigen Szombathely in Ungarn – und ist daher besonders mit der Region ver- bunden. Rund um Martini am 11. November verlangte es die Tradition, den neuen Wein zu verkosten und zu segnen. Aus diesem Brauch entstand schließlich das heutige Martiniloben. Edle Tropfen Ein guter Ausgangspunkt für eine Wein- erkundungstour mit dem Zug ist Neusiedl am See. Neusiedler Winzer:innen produzieren beliebte klassische Weine und international begehrte Naturweine. Edle Tropfen aus allen burgenländischen Weinbauregionen kann man im „Weinwerk Burgenland“ verkosten und erwerben. In dem im 15. Jahrhundert erbauten Gebäude befindet sich auch die Weinbar „Zum echten Leben“. Historische Architektur und Fotos an den Wänden bringen einem die Zeit näher, in der das Martiniloben wurzelt. Zeitreise in Mönchhof Wer von Neusiedl weiter Richtung Südosten fährt, kann in Mönchhof eine kleine Zeitreise durch das Burgenland unternehmen. Das Dorfmuseum gibt Einblicke in den dörflichen Alltag und das bäuerliche Leben von 1890 bis in die 1960er-Jahre. Die neueste Attraktion ist das Bahnhofsmuseum am ehemaligen Mönch- hofer Bahnhof: Hier gibt es historische Loks und Waggons zu besichtigen. Kleiner Spoiler: Ganz so komfortabel wie heute war das Zugfahren anno dazumal nicht. Wie früher der Gütertransport funktionierte und welche Geräte dabei halfen, sieht man im historischen Lagergebäude. Rund ums Martiniloben hat das Dorfmuseum geöffnet. Davor, von 23. bis 25. Oktober, finden die „Wein- & Kulturtage Mönchhof“ statt. Mit dem Keller- pass gibt es ermäßigten Eintritt ins Dorfmuseum. Weinwandern und Weinsegnung Nächster Halt: Gols – einer der bekanntesten Weinorte des Burgenlands. Weinliebhaber:innen stoßen hier rasch auf große Namen der heimi- Erst nach Martini darf man beim Anstoßen mit Jungwein „Prost“ sagen. Übliche Alternativen bis dahin: „Krixi-kraxi“, „Mauxi-bauxi“, „Mahlzeit!“ – oder einfach: „Zum Wohl!“ Schon gewusst? Termine Zu Ehren des Landes- patrons wird Martini im Burgenland be- sonders ausgiebig ge- feiert. Der Martinstag am 11. November markierte das Ende des bäuerlichen Wirtschaftsjahres. Neuer Wein wurde gekostet und, im Idealfall, gelobt. ILLMITZER MARTINILOBEN 6. bis 15. November Illmitz, Nordburgenland WEIDENER MARTINILOBEN 13. bis 15. November Weiden am See, Nordburgenland MÖRBISCHER MARTINILOBEN 6. bis 8. November Mörbisch am See, Nordburgenland JOISER MARTINILOBEN 13. bis 15. November Jois, Nordburgenland WEINSEGNUNG AM SAMSTAG 6. bis 8. November Podersdorf am See, Nordburgenland PODERSDORFER MARTINI- LOBEN/HIATAEINZUG 13. bis 15. November Podersdorf am See, Nordburgenland Zack! Mit Peitschen- knallen wurden früher Vögel von Weingärten ferngehalten. Im Dorfmuseum Mönchhof kann man über 30 historische Gebäude hautnah erleben. Neueste Attraktion: das Bahnhofsmuseum mit Halle, Lok und Waggons. 1 4 2 5 3 6 Rein ins echte Leben: In der Weinbar in Neusiedl am See gibt es edle Tropfen in gemütlicher Atmosphäre. 24 25 railaxed Herbst 2026 Fotos: Burgenland Tourismus/Maria Hollunder (kleines Bild oben), Shutterstock/SvetlanaSF (1), Shutterstock/Anze Furlan (2), Maria Hollunder (3), Shutterstock/il21 (4), Shutterstock/Peter Baier (5), Shutterstock/strong expression visuals (6) Fotos: TVB Mittelburgenland/Rosalia Hafenscher (oben), Burgenland Tourismus/Peter Podpera (rechts oben), Michael Himml (Mitte), Dorfmuseum Mönchhof (unten)

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