railaxed – HERBST 2026
Ein wechselndes Angebot an heimischen Filmen, Serien und Dokumentationen steht Reisenden im Railjet bzw. Cityjet kostenlos via „ÖBB Railnet (Regio)“ zur Verfügung. Für Unterhaltung und Informa- tionen einfach am Smart- phone, Tablet oder Note- book während der Fahrt ins WLAN „ÖBB“ einloggen und auf railnet.oebb.at gehen. Film ab! Sehen Kurztipps Glamour und Abgrund Mordserie. Der Autor von „American Psycho“, Bret Easton Ellis, beschreibt in seiner Auto- fiktion „The Shards“ seine Zeit an einer elitären Privat- schule. Die gleichnamige Serie läuft auf Disney+. Finstere Absichten Skrupellos. In der 3. Staffel von „Der Herr der Ringe: Die Ringe der Macht“ führen die Elben Krieg gegen Sauron, der nun den „Einen Ring“ schmieden will. Start: 11. November auf Prime Video. Chaos unvermeidlich Fortsetzung. Die Serie „Call My Agent!“ erscheint nun als Film auf Netflix: Andréa will endlich ihr Debüt als Regisseurin geben. Doch kurz vor Drehbeginn springt der Star (George Clooney) ab. Unterhaltung im Zug Gerlinde Vierziger Filmspuren Mächtiger Mob Krimi-Drama. Wird der Name Guy Ritchie bei Filmen und Serien als Produzent oder Regisseur geführt, ist mein Interesse geweckt. Er versteht es wie kein anderer, Action, Comedy und hochkarätige Stars in seinen Werken einzusetzen, bei denen man lauthals lachen und sich gleichzeitig die Augen zuhalten möchte. So auch in der Serie „MobLand“ (Paramount+), bei der der Brite als Produzent und Regisseur mitwirkt. Diese dreht sich um das Mob-Imperium der Familie Harrigan (Pierce Brosnan und Helen Mirren), die den Norden von London kontrolliert. Als das kriminelle Gefüge zu zerbröseln beginnt, muss Fixer Harry Da Souza (Tom Hardy) mit vollem Einsatz die drohende Katastro- phe verhindern. Die zweite Staffel der Serie startet im September. Fotos: Apple TV (großes Bild), Luke Varley/Paramount+ (kleines Bild), Disney+ (Cover links unten), Prime Video (Cover Mitte unten), Christophe Brachet/Netflix (Cover rechts unten), swissmediavision/iStock (Bild rechts unten), © Blagovesta Bakardjieva, carolineseidler.com Jenseits von Fels und Eis Perspektivenwechsel. Sir Edmund Hillary und Tenzing Norgay bestiegen im Jahr 1953 als erste Menschen den Mount Everest, den höchsten Berg der Welt. Über diese Rekordunternehmung wurden viele Bücher geschrieben und auch Filme gedreht – meist allerdings aus der Sicht des neuseeländischen Bergsteigers. Nur selten wurden die Gefühle und Gedanken seines Sherpas Tenzing, mit dem Hillary lebenslang befreundet blieb, beleuchtet. Der gebürtige Tibeter wollte den Berg nicht in einem Wettkampf bezwingen, sondern ihm auf einer spirituellen Ebene nahekommen. Das biografische Drama (ab dem 16. Oktober auf Apple TV zu sehen) ist mit Tom Hiddleston, Willem Dafoe und Newcomer Genden Phuntsok hochkarätig besetzt. • Tom Hiddleston und Genden Phuntsok in „Tenzing” (Apple TV). Sachbuch- Tipp! Lesen Auf demWeg zu sich selbst Roman. Die Geschichte beginnt mit einem vierjährigen Buben aus Coburg, der eines Tages mit dem Zug in Lindau ankommt und von einem für ihn fremden Mann abgeholt wird. Dieser stellt sich als sein Vater heraus und begleitet ihn ans Bett einer gelähmten Frau – seiner Mutter. Bestsellerautor Michael Köhlmeier geht der großen Frage auf den Grund, wie man der Mensch wird, der man ist. Mit „Mein privates Glück“ (Hanser) entstand der große Roman einer Familie, seiner Familie. Er erzählt von den Traumata der Weltkriege, die bis in die Gegen- wart reichen. „Alles wird sich irgend- wann irgendwie zurechtschütteln, darin liegt die Zuversicht meines Lebens“, gibt Köhlmeier die Marsch- route für sein Leben vor. • Neustart in der Idylle Nach dem Ende ihrer Ehe steht eine Frau mit ihrem Wochenendhäuschen plötzlich ganz allein da. Einst fand sie dort die Idylle, jetzt wagt die Protagonistin in Eva Menasses „Alleinruhelage“ (Kiepen- heuer & Witsch) den Neuanfang. Kathi liest Angespült & aufgewühlt Das „Jahrhunderthoch- wasser“ ist zwei Jahre her und beim Lesen von „Tage am Fluss“ kommen zum Ende hin Erinnerungen an dieses Ereignis hoch. Davor spült es jedoch andere Empfindungen an die Oberfläche: Zuneigung zum Eier legenden Federvieh etwa oder Solidaritäts- gefühle mit dem Umweltaktivisten Leon. Dieser bringt das Leben der Fährfrau Sara ordentlich durch- einander, als er nach einer Wald- besetzung bei ihr Zuflucht findet. Sara lebt menschenscheu und mit leichtem Hang zum Aberglauben an einem Fluss. Mangels Brücke ist ihre Fähre die einzige Möglichkeit, ohne Umweg ans andere Ufer zu kommen, was nicht allen Anrainer:innen gefällt. Es formiert sich eine „Pro Brücke“-Fraktion, die Saras Existenz bedroht. Schnell ist man im Sog dieses Buches, das einen nebst emotionalen Familiengeschichten und zwischen- menschlichen Auf und Abs mit Argumenten für den Umweltschutz versorgt. Und mit Brecht-Gedichten. Jochen Mariss Tage am Fluss (Kiepenheuer & Witsch) Katharina Helm Fotos: Peter-Andreas Hassiepen (großes Bild), Hanser (Buchcover), Kiepenheuer & Witsch (linkes Cover unten), Hanser (Cover mittig unten), © Blagovesta Bakardjieva, carolineseidler.com Der Titel „Die Bibliothek der vergessenen Karten“ (Hanser) von James Cheshire verrät eigentlich schon alles. Bei Durchsicht alter Karten- sammlungen des Londoner University College ent- deckt Cheshire einige der größten Schätze der Kartografie. Auf Schatzsuche 60 61 railaxed Herbst 2026
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