BahnCity-Hits 2021

3 2 Ohne fossile Brennstoffe Seit 2018 sind alle Züge der ÖBB ausschließlich mit sauberer Ener- gie unterwegs – das war ein Mei- lenstein für den Klimaschutz in Österreich. Dass der Bahnstrom heute nur aus den Energieträgern Wasserkraft, Sonne und Wind er- zeugt wird, ist auch ein wichtiges Signal für das Land. Schließlich sind die Treibhausgasemissionen hierzulande in den vergangenen Jahren kaum gesunken. Die ÖBB hingegen sparen im Schienenver- kehr dank ihrer Klimaschutzstra- tegie jährlich rund 3,5 Millionen Tonnen des schädlichen Kohlen- dioxids ein – und jeder Kunde leistet damit einen wichtigen Bei- trag zum Klimaschutz. Ausbau der Eigenerzeugung Damit ist der Zug in Richtung erneuerbare Energie für die ÖBB aber noch lange nicht am Ziel angelangt. „Wir treiben mit dem Ausbau bestehender und dem Bau neuer Anlagen die Eigener- zeugung von sauberem Strom weiter voran“, sagt Georg Pöppl, Geschäftsbereich Bahnsysteme und Leiter Energieanlagenma- nagement der ÖBB-Infrastruktur AG. Insgesamt konnten die ÖBB ihre gesamten CO2-Emissionen aus dem Verkehrssektor von ca. 535.000 Tonnen im Jahr 2016 auf ca. 375.000 Tonnen reduzie- ren. Eine Einsparung von 30 Pro- zent. Aber nicht nur Züge fahren zu 100 Prozent mit Strom aus erneuerbarer Energie, seit 2019 werden auch Betriebsanlagen wie Gebäude, Werkstätten oder Wei- chenheizungen ausschließlich mit Strom aus regenerativen Energie- trägern versorgt. Der Bahnstrom- bedarf der ÖBB in Österreich beträgt derzeit circa 1.600 GWh jährlich, die zu einem Drittel von acht eigenen Wasserkraftwerken erzeugt werden. Ein neuntes – das erste Pumpspeicherkraftwerk – ist in Planung. Ein Viertel kommt aus Wasserkaftwerken von Partnern, der Rest wird aus dem öffentli- chen Netz eingespeist. Evaluierung der Technologien Konkret fußt der weitere Ausbau der Eigenerzeugung auf drei Säu- len: erstens werden bestehende Kraftwerke wie Obervellach op- timiert. Zweitens wird verstärkt Fotovoltaik genutzt, etwa mit der Anlage in Wilfleinsdorf, die allei- ne die Größe von 2,8 Fußballfel- dern (oder 2 ha) hat. Und drittens werden gezielt Windkraftanlagen getestet. „So können die Solar- paneele nicht nur auf Dächern montiert werden, sondern selbst gleich als Dach dienen, wie dies beispielsweise beim Pilotprojekt mit Fahrradunterständen der Fall ist“, so Thomas Huef von der ÖBB-Immobilienmanagement GmbH. Auch in Fassaden können sie integriert werden – hier wer- den die neuen technologischen Alternativen genau verfolgt, um sie gegebenenfalls übernehmen zu können. Auch die Geothermie könnte bis zu einem gewissen Grad eine stärkere Rolle spielen, wenn auch nur bei neuen und größeren Bahnhöfen und als Ergänzung zu anderen Energie- trägern. In Summe könnten die ÖBB durch den Hebel erneuerba- re Energien ein maximales Treib- hausgas-Einsparungspotenzial von jährlich 164.100 Tonnen ab 2030 erzielen. Europaweit Vorreiter „Generell hat die Erhöhung der Eigenerzeugung aus erneuerba- ren Energieträgern für die ÖBB weiterhin einen hohen Stellen- wert innerhalb der Klimaschutz- strategie“, betont Georg Pöppl. Der weitere Ausbau beweise auch, dass die ÖBB ihre Rolle als Vorreiter auf diesem Gebiet nicht nur in Österreich, sondern euro- paweit sehr ernst nehme. Und letztlich kommt das alles ja den Kunden zugute, die die Gewiss- heit haben, mit sauberer Energie unterwegs zu sein. BAHNCITY-HITS • 2021 Grüne Zukunft mit der Bahn BAHNCITY-HITS • 2021 Die Bahn ist mit Abstand das umweltfreundlichste motorisierte Transportmittel. Damit Sie nicht nur die An- und Abreise klimascho- nend zurücklegen können, finden Sie in diesem Katalog Hotels, die über nationale oder internationale Eco-Zertifizierungen verfügen. CO 2 -Ersparnisse bei Bahnreise im Vergleich zum Flugverkehr: Wien – Venedig: ~170 kg Wien – Hamburg: ~280 kg Wien – Prag: ~85 kg Wien – Budapest: ~75 kg Wien – Innsbruck: ~155 kg Wien – Zürich: ~240 kg (Angaben pro Person, Berechnung auf Basis durch- schnittlicher Betrachtungen für 2019, Quelle der Basisdaten: Umweltbundesamt) ~2,4 Mio. t maximales zusätzliches Treibhausgas- Einsparungspotenzial jährlich ab 2030 durch die ÖBB Klimaschutzstrategie „Seit über 180 Jahren ist die Eisenbahn in ihrer Energie- effizienz unschlagbar klimafreundlich. Das Erfolgsmodell Eisenbahn hat heute mehr Zukunft denn je – wie sonst wollen wir die Mobilitäts- und Klimawende bewerkstelligen.“ „Bahnfahren ist für mich die beste Mobilitätsform , gleich nach dem Zu-Fuß-Gehen. Die Reisezeit kann ich für alle möglichen anderen Aktivitäten nutzen. Und ich finde Autofahren vergleichsweise sehr anstrengend. Vor allem erachte ich es als massive Zeitverschwendung – ganz abgese- hen vom ökologischen Fußabdruck.“ Elisabeth Oberzaucher, Verhaltensbiologin, Universität Wien Michaela Huber, Vorständin ÖBB Personenverkehr AG Klimaentspannung Der Flugverkehr belastet das Kli- ma immer stärker. Bahnfahrten sind die umweltfreundliche Alter- native. Allein die jährlichen Flüge zwischen Wien und Zürich ver- ursachen die gleiche Menge an CO2-Emissionen wie der gesamte ÖBB Schienenverkehr in Öster- reich pro Jahr. Die Treibhausgas- emissionen des Flugverkehrs in der EU haben sich seit dem Jahr 1990 verdoppelt, und in Ös- terreich hat der Flugverkehr (lt. VCÖ) so hohe klimaschädliche CO2-Emissionen wie nie zuvor verursacht – und zwar circa 2,6 Millionen Tonnen (12 % mehr als 2017). Höchste Zeit also, auf die klimafreundliche Bahn zu setzen. Zeitgewinn Auch das Argument der „kürze- ren Flugreise“ gilt nicht immer – ein genauer Blick auf die Gesamt- reisezeiten zahlt sich aus. Die Bahnfahrt ist im Vergleich der Ge- samtreisezeiten (Fokus von / bis Zentrum) teils sogar schneller (z. B. auf den Strecken Wien – Buda- pest, Wien – Salzburg oder Wien – Graz) oder zumindest gleich flott (beispielweise Wien – Mün- chen, Wien – Prag oder Wien – Nürnberg). Selbst bei längeren Distanzen macht es durchaus Sinn, sich bewusst für die Bahn als klimafreundliches Transport- mittel zu entscheiden. Gerade mit dem ÖBB nightjet sind Destinati- onen wie Berlin, Hamburg, Zü- rich, Venedig oder Rom gut und entspannt über Nacht zu errei- chen. Und gleichzeitig entspannt sich auch das Klima. Bahn statt Flug ÖBB Klimaschutz- strategie 2030 Die Bahn wird noch grüner Meine grüne Wahl

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