Upgrade Magazin
8 9 „Das Allerwichtigste ist, gemeinsam Lösungen zu finden“ Eine traditionsreiche Linie in neuem Glanz „Das Allerwichtigste ist, gemeinsam Lösungen zu finden“ Herr Kropatschek, Sie sind Programm- leiter für das S-Bahn Wien Upgrade in Wien und Niederösterreich. Was macht dieses Programm aus Ihrer Sicht wichtig? Das S-Bahn Wien Upgrade ist das größte Eisenbahn-Infrastrukturprojekt in Wien seit dem Bau des Hauptbahnhofs. In Summe wird auf 170 Schienenkilometern in Wien und Niederösterreich modernisiert. Und das ist notwendig, weil die Ostregion ja wie keine andere wächst. Schon heuer liegen wir beim Fahrgastaufkommen wie im Vor-Corona-Jahr. Und natürlich geht es uns auch darum, mit diesem Programm wesentlich zur Klimawende beizutragen. tausch mit unseren ÖBB-Gesellschaften über die Projektleitungen bis hin zu vielen weiteren Beteiligten, die wir einbinden: allen voran die Stadt Wien und ihre be- troffenen Bezirke, die Wiener Linien und die ASFINAG. Und natürlich gibt es die un- mittelbar von den Bauarbeiten Betroffe- nen, die mir ein besonderes Anliegen sind. Das sind die Fahrgäste, die Anrainer:innen sowie die verschiedenen weiteren Ver- kehrsteilnehmenden. Sie haben die Menschen angesprochen, die von den Baustellen betroffen sein werden. Was unternehmen Sie, Was sind die größten Herausforderungen? In erster Linie ist das sicher der sehr dichte Zeitplan. Dann kommt dazu, dass es sehr viele Teilprojekte gibt, die nebeneinander ablaufen und zu vernetzen sind. Und nicht zuletzt fordern uns die umfangreichen Maßnahmen, die wir mitten im bebauten Wiener Stadtgebiet setzen werden. Welche Rolle spielen dabei die unterschiedlichen Stakeholder? Bei einem Projekt dieser Größe müssen viele Themen abgestimmt werden. Als Programmleiter habe ich eine zentrale Vermittlungsposition. Das reicht vom Aus- damit diese möglichst gut über diese Phasen kommen? Wir geben unser Bestes, um Beeinträch- tigungen durch Umbauten so knapp und gering wie möglich zu gestalten. Dazu ver- dichten wir die Bauarbeiten auf die kürzest- möglichen Zeiträume – und damit auch die Sperren, die währenddessen notwendig sind. Selbiges gilt für Maßnahmen wie den Schienenersatzverkehr, den wir einrichten. Das Allerwichtigste ist, gemeinsam Lösungen zu finden und diese auch zu kommunizieren: Wir werden frühzeitig informieren, wer betroffen sein wird, wo es Sperren geben wird und wie lange diese dauern werden. Und wie läuft das konkret ab? Dazu gibt es ein Bündel an Maßnahmen. Einerseits setzen wir auf bewährte Konzepte wie eine Ombudsperson, Informationen per Post und online auf www.s-bahn.wien oder Planausstellungen für Interessierte. Außerdem informieren wir mit unserem mobilen Info-Stand, mit dem wir direkt zu den Menschen kommen. Wir werden Veranstaltungen unmittelbar in den Bezirken besuchen, wo wir Anwohner:innen informieren und einladen, ihre Fragen und Anliegen zu platzieren. Gibt es eigentlich Aspekte, die Sie bei der Umsetzung des S-Bahn Wien Up- grade als besonders erfreulich erleben? Hier möchte ich zuallererst die interne Teamarbeit über alle Bereiche hinweg und auch die Zusammenarbeit mit der Stadt Wien als Projektpartnerin hervorheben. Die Stadt Wien hat eine eigene Programm- organisation für das S-Bahn Wien Upgrade aufgestellt. Diese ist für mich Ansprechpart- nerin für alle Belange, welche die Stadt und ihre nachgelagerten Gesellschaften betref- fen – so wie umgekehrt ich ihr Ansprech- partner für die ÖBB-Themen bin. Dieses Vorgehen fördert sehr klare Kommunikati- onswege und führt dazu, dass wir enorm effizient agieren können. Zum Abschluss haben wir eine persönliche Frage. Worauf freuen Sie sich am meisten, wenn das Projekt abgeschlossen ist? Ich freue mich, wenn nach der Fertigstel- lung noch mehr Kund:innen mit der S-Bahn fahren wollen – und wenn sie dann auf schönen, neuen Bahnsteigen stehen, wo sie nur kurz auf den nächsten Zug warten. Stei- gen sie von dort in die modernen Züge ein, sollen sie rasch einen angenehmen Sitzplatz finden und ihre Reisezeit einfach genießen. Auf diesen Moment arbeiten wir hin. „Das Allerwichtigste ist, gemeinsam Lösungen zu finden und diese auch zu kommunizieren: Wir werden frühzeitig informieren, wer betroffen sein wird, wo es Sperren geben wird und wie lange diese dauern werden.“ DI Philipp Kropatschek , Programmleiter S-Bahn Wien Upgrade „Wir geben unser Bestes, um Beeinträchtigungen durch Umbauten so knapp und gering wie möglich zu gestalten.“ Er behält beim S-Bahn Wien Upgrade den Gesamtüberblick: Programmleiter Philipp Kropatschek im Gespräch über geplante Maßnahmen, die Einbindung der Bevölkerung und worauf sich Fahrgäste freuen können. DI Philipp Kropatschek ist Programmleiter für das S-Bahn Wien Upgrade bei der ÖBB-Infrastruktur AG. In den vergangenen 25 Jahren hat der Bauingenieur bereits mehrere Großpro- jekte betreut: unter anderem den Bau des Lainzer Tunnels in der Projektleitung sowie die Errichtung des Hauptbahnhofs Wien als Gesamtprojektkoordinator.
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