ÖBB Geschäftsbericht 2025 – Gesamtbericht

29 Zug um Zug in die Zukunft VERANTWORTUNG. Mit Compete treiben die ÖBB die Bahn von morgen voran MEHR dazu im Lageberi cht auf Seite LB6 Ein wichtiger Aspekt für den Erfolg des Wettbewerbsprogramms ist die nachhaltige Qualität der umge- setzten Maßnahmen, das heißt ihre langfristige Wirkung anstelle von Einmaleffekten. Denn gerade struk- turelle Maßnahmen entfalten ihre volle Stärke erst in den kommenden Jahren. Die Devise lautet daher: konsequente Umsetzung. Ziel ist eine Trendumkehr, um Schritt für Schritt wieder in die Richtung von schwarzen Zahlen zu kommen. Dazu braucht es zum einen eine Wirt- schaft, die wieder anspringt, und zum anderen den vollen Fokus auf die Steigerung der Wettbewerbs­ fähigkeit. Umsetzung ist auf Schiene Denn profitabler Güterverkehr ist nicht nur für uns als ÖBB notwendig, er ist auch für das Erreichen unsere Klimaziele essenziell. Damit setzt die RCG ein klares Signal: Die Anpassung an die veränderten Marktbedingun- gen hat bereits begonnen. Gleiches gilt für den gesamten Kon- zern. Die ambitionierten Programme und die Vielzahl an Maßnahmen in den Teilgesellschaften sowie in der Holding und im Business Compe- tence Center belegen, wie ernst die ÖBB ihre Verantwortung als größter Mobilitäts- und Logistikdienstleister Österreichs wahrnehmen und ihre Organisation konsequent weiter- entwickeln. Dabei zeigt sich, dass Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit vor allem durch das Zusammenspiel vieler Verbesserungen entstehen – in Prozessen, Technologien sowie in Arbeitsweisen und durch das ge- meinsame Ziel der Mitarbeiter:innen. So schaffen die ÖBB die Grundlage dafür, auch in Zukunft Menschen und Güter zuverlässig auf der Schie- ne zu bewegen. zeption von Transportketten, eine bessere Auslastung von Kapazitäten und eine effizientere Kommunikation mit Kunden. Zeitgleich arbeitet die RCG daran, ihre Produktpalette weiterzuentwickeln und neue Marktpotenziale zu erschlie- ßen. Ein wichtiger Hebel dabei sind multimodale Logistiklösungen, bei denen Straße und Schiene intelligent miteinan- der kombiniert werden. Besonders die sogenannte erste und letzte Meile – also der Transport vom Werkstor bis zum Gleisanschluss und retour – spielt dabei eine entscheidende Rolle. Solche Lösun- gen erleichtern es Unternehmen, ihre Transporte auf die Schiene zu verlagern und gleichzeitig flexibel in bestehende Lieferketten zu integrieren. Schiene vs. Straße – kein fairer Wettbewerb Der Wettbewerb zwischen Straße und Schiene wird oft nur über Transportpreise wahrgenommen. Tatsächlich gibt es aber strukturelle Unterschiede, die zu einer un- gleichen Wettbewerbssituation führen: Kostenstruktur  Die gesamte Bahninfrastruktur in der EU ist mautpflichtig. Die EU gibt in ihrer Direct-Cost-Verordnung Vorgaben für die Mindesthöhe der Schienenmaut. Zumindest die direkt durch eine Zugfahrt verursachten Infrastrukturkosten müssen von den Eisenbahnverkehrsunternehmen durch die Schienenmaut gedeckt werden.  Im Gegensatz dazu gibt es keine flächen- deckenden standardisierten Vorgaben für die Lkw-Maut in der EU, sondern nur Höchstgrenzen für deren Berechnung im Rahmen der Eurovignetten-Richtlinie. Dementsprechend sind viele (auch hoch- rangige) Straßen für Lkw kostenlos oder sehr günstig nutzbar. Grenzüberschreitender Verkehr  Lkw können weitgehend ohne technische Barrieren über Grenzen fahren – auch Personalwechsel an der Grenze sind im Gegensatz zum Bahnverkehr nicht er- forderlich.  Im Bahnverkehr bestehen weiter- hin unterschiedliche technische und regulatorische Normen, z. B. in puncto Geschwindigkeit und Gewicht der Züge, Spurweite, Strom- und Signalsysteme. Externe Kosten  Studien zeigen, dass der Lkw sechsmal höhere externe Kosten durch Stau, Luft- verschmutzung oder Unfälle verursacht als die Bahn.  Diese Kosten werden jedoch nur teil­ weise in den Transportpreisen abgebildet. Nachhaltige Wirkung

RkJQdWJsaXNoZXIy NTk5ODUz