ÖBB Geschäftsbericht 2025 – Gesamtbericht
45 Konzern- lagebericht Österreichische Bundesbahnen-Holding Aktiengesellschaft Konzernabschluss | Konzernlagebericht 2 Konjunkturelle Rahmenbedingungen Wirtschaftsentwicklung Österreichs Wirtschaft durchlebte das Jahr 2025 in einem Zustand zwischen Optimismus und Befürchtung. Zwar kam es entgegen den ursprünglichen Erwartungen nicht zu einem erneuten BIP-Rückgang. Ein weiteres Rezessionsjahr nach 2023 und 2024 konnte vermieden werden. Mit einem Plus von lediglich 0,5 % im Vergleich zum Vorjahr war das BIP-Wachstum nach den Abschwüngen der Vorjahre dennoch äußerst verhalten. 1 Positive Impulse kamen einmal mehr vom Privatkonsum, wenngleich angesichts der hohen Inflation deutlich gedämpfter als im Vorjahr. Auch die Stimmung in der Bauwirtschaft drehte im Laufe des Jahres langsam ins Plus. Verantwortlich dafür war nach Auslaufen der sogenannten KIM-Verordnung und einem rückläufigen Zinsniveau erstmals auch wieder der Hochbau. 2 Die Industrie dürfte ebenfalls die Talsohle durchschritten haben, die Produktion legte erstmals nach zwei Jahren wieder zu. Die Wertschöpfung war allerdings angesichts hoher Vorleistungskosten und schwacher Exportentwicklung mit einem Minus von 0,5 % im Vergleich zum Vorjahr ein weiteres Jahr in Folge rückläufig. 3 In der zweiten Jahreshälfte hat sich der Ausblick angesichts rückläufiger Aufträge wieder eingetrübt. Sorgenkind blieb die im Vergleich zum Euroraum deutlich erhöhte Inflationsrate. Während im Euroraum nach mehreren Zinssenkungen der Notenbank das 2 %-Ziel erreicht wurde, betrug die Inflation in Österreich auch 2025 noch 3,6 %. Verantwortlich dafür waren vor allem gestiegene Netzentgelte für Energie sowie die Preise beschäftigungsintensiver Dienstleistungen. Die hohe Inflation wirkt jedenfalls dämpfend auf Österreichs Wettbewerbsfähigkeit. Auch der Ausblick auf 2026 bleibt mit einem prognostizierten BIP-Wachstum von lediglich 1,2 % verhalten. Wirtschaftsentwicklung in Kernmärkten des ÖBB Konzerns 2024 bis 2026 (Änderungen gegenüber dem Vorjahr in %, real) Bruttoinlandsprodukt Industrieproduktion 2024 2025 2026 2024 2025 2026 Welt 3,3 3,2 3,1 3,0 3,4 2,9 Eurozone 0,9 1,3 1,2 -3,1 1,5 0,6 Österreich -0,7 0,5 1,2 -4,7 2,0 0,1 Ungarn 0,6 0,3 2,0 -3,8 -3,6 3,3 Deutschland -0,5 0,2 0,7 -4,6 -1,3 0,6 Italien 0,5 0,5 0,6 -3,9 -0,7 0,7 Rumänien 0,9 1,6 2,0 -1,7 -0,1 2,9 Tschechien 1,1 2,5 2,0 -1,0 0,9 2,6 Slowenien 1,6 0,7 2,7 -1,1 1,1 3,3 Bulgarien 2,7 3,3 3,3 -3,7 -7,4 2,0 Kroatien 3,9 3,2 2,5 -2,4 2,6 0,9 Slowakei 1,9 0,8 1,8 -0,3 -2,8 1,2 Polen 3,0 3,4 3,5 0,8 1,5 2,7 Griechenland 2,3 2,0 2,1 5,2 0,4 3,2 Serbien 3,9 2,4 3,6 - - - Quellen: EU Kommission, Eurostat, Oxford Economics, WIFO, IWF. Selbiges gilt auch für das globale und europäische Umfeld. Ersteres gibt zwar Anlass zur Hoffnung. So haben sich die Weltwirtschaft und insbesondere der Welthandel bereits bisher als erstaunlich robust gegenüber dem Wirrwarr rund um die US-Zölle und entsprechende Gegenmaßnahmen einzelner Staaten bzw. der EU erwiesen. Die Entwicklung des globalen Containerumschlages verlief insgesamt stabil. In Europa am es in der zweiten Jahreshälfte 2025 zu einem Einbruch. Dieser war jedoch wohl vor allem Vorzieheffekten angesichs der Trump’schen Ausrufung des sogenannten „Liberation Days“ geschuldet. Mit Jahresende erholte sich der Containerumschlag über Europas Nordhäfen wieder. 4 Auch die Containertransportpreise verzeichneten keine besonderen Ausschläge. 5 1 WIFO. 2 WIFO. 3 Oxford Economics. 4 RWI / ISL. 5 Trading Economics. LB2 |
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