ÖBB Geschäftsbericht 2024 – Gesamtbericht
123 Konzern- lagebericht Trotz aller Bemühungen und der bestehenden THG-Reduktionen aus den aktuellen Maßnahmenportfolios (Stand 2024) – in allen drei Dekarbonisierungsbereichen (Mobilität, Gebäude / Betriebsanlagen und Scope 3-Emissionen) ist der ÖBB Konzern aktuell noch nicht auf dem linearen Zielpfad für das Zwischenziel 2030 (- 42 % vs. dem Basisjahr 2022). Die ÖBB sind im Inland (AT) in den Bereichen Mobilität und Gebäude / Betriebsanlagen dem linearen Zielpfad 2030 weitaus näher als im Bereich der Scope 3-Emissionen. Vor allem bei den Scope 3-Teilkategorien 3.1 Kapitalgüter und 3.2 Verbrauchsgüter und Dienstleistungen sind die ÖBB von den Dekarbonisierungsentwicklungen der Unternehmen bzw. Branchen aus der ÖBB Wertschöpfungskette abhängig. Deshalb sind in den nächsten Jahren weitere zusätzliche THG-Reduktionsmaßnahmen in allen drei Dekarbonisierungs- bereichen zu definieren. Die Definition erfolgt dabei immer unter Beachtung der wirtschaftlichen Möglichkeiten, in Abstimmung mit den Leistungsbestellern und unter Nutzung der Dekarbonisierungsentwicklungen der Unternehmen der Wertschöpfungskette. Die THG-Emissionsreduktionsmaßnahmen werden jährlich abgefragt, Wirkungen / Umsetzung- sgrade bewertet, je Dekarbonisierungsbereich zusammengefasst und gemonitort. Ziele zu Anpassung an den Klimawandel Eine Konkretisierung der Ziele und Stoßrichtungen ist für das Jahr 2025 geplant, im Zuge dessen auch die weitere Maßnahmenspezifizierung erfolgt. Energieverbrauch und Energiemix Der Gesamtenergieverbrauch der ÖBB wird getrennt nach ÖBB Inland und ÖBB Ausland angegeben. Die ÖBB-Infrastruktur AG betreibt in Österreich die Bahnstrominfrastruktur und hat hier die grundsätzliche Rolle eines ÖBB-internen Energieversorgers. Durch die nationalen Klimaschutzstandards und die Rolle der klimafreundlichen Bahn in Österreich hat die klimafreundliche Stromerzeugung der ÖBB durch Wasserkraft eine lange Historie. Erneuerbare Energien sind das Rückgrat der Klimaschutzstrategie der ÖBB in Österreich. Der Bahnstrom der ÖBB (der Strom für den Betrieb der Züge) wurde in Österreich im Jahr 2018 auf 100 % erneuerbare Energie umgestellt – im Jahr 2019 auch der 50 Hz Drehstrombereich für die Stromversorgung der Gebäude und Betriebsanlagen. Weniger Abhängigkeiten vom Strommarkt und der künftige Energiebedarf, der vermehrt aus Eigenversorgung gedeckt werden soll, sind Ziele der neuen Energiestrategie der ÖBB, die im Juni 2023 präsentiert wurde. Bis 2030 soll der Eigenversorgungsgrad beim Bahnstrom (inkl. Partnern) von 60 auf 80 % gesteigert und gleichzeitig die innerbetriebliche Energieeffizienz um 25 % erhöht werden. Die ÖBB haben in der klimafreundlichen Energieversorgung ihres Bahnnetzes und ihrer Gebäude in Österreich bereits viele Jahre entsprechende Maßnahmen zum Ausbau erneuerbarer Energien und zur Eigenversorgung umgesetzt. Dies war bzw. ist in den international agierenden Bereichen des Konzerns nicht im gleichen Ausmaß der Fall. Diese Unterschiede sind auch in der nachstehenden Energieverbrauchstabelle ersichtlich, in der Energieverbrauchsdaten und Daten zum Energiemix der ÖBB aus dem Jahr 2024 dargestellt sind, wobei alle vollkonsolidierten Unternehmen des ÖBB Konzerns mit einbezogen sind. Anhand der Daten der Energieverbrauchstabelle sind wichtige ÖBB Ziele wie der Ersatz von Diesel, der Ausstieg aus Heizöl und Fossilgas nachvollziehbar. ESRS E1-5.35, 36 LB86 |
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