ÖBB Geschäftsbericht 2024 – Gesamtbericht

Konzernlagebericht 80 Verantwortung in der Besteuerung Der ÖBB Konzern trägt als einer der größten Arbeitgeber Österreichs wesentlich zum Steueraufkommen bei und bekennt sich zu einer verantwortungsvollen Steuerpolitik. Steuervermeidung oder aggressive Steuerplanung werden abgelehnt. Sämtliche Steuerzahlungen erfolgen gemäß der geltenden Gesetzen und in dem Land, in dem die wirtschaftliche Wertschöpfung stattfindet. Risikomanagement und interne Kontrollen der Nachhaltigkeitsberichterstattung Chancen- und Risikomanagement stellt ein zentrales Instrument der Unternehmenssteuerung dar und begleitet wesentliche Geschäftsprozesse sowie Finanzpositionen innerhalb des Konzerns. Dabei werden identifizierte Risiken und Chancen kontinuierlich bewertet, um gezielte Steuerungsmaßnahmen zu ermöglichen. ESRS 2.GOV-5.36.a Die Prozesse des Chancen- und Risikomanagements sind durch konzernweite Richtlinien und ein verbindliches Management-Handbuch geregelt. Risiken werden nur eingegangen, wenn ihre Auswirkungen abschätzbar sind und sie einen Mehrwert für das Unternehmen bieten. Alle identifizierten Risiken werden regelmäßig qualitativ und quantitativ hinsichtlich ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und potenzieller Auswirkungen bewertet. Dabei erfolgt eine Synchronisation mit den Planungsprozessen, um eine aktuelle und realistische Einschätzung sicherzustellen. Priorisierte Risiken werden gezielt gesteuert, um deren potenzielle Auswirkungen zu minimieren. ESRS 2.GOV-5.36.b Werkzeuge zur Risikobewertung Die zentrale Risikoplattform dient der Erfassung, Bewertung und Steuerung relevanter Risiken, eine speziell entwickelte Risikomanagementsoftware unterstützt die Prozessüberwachung und Konsolidierung der ermittelten Risiken. Aus der Plattform werden Berichte für die Unternehmensführung abgeleitet. Gemeinsam mit den Ergebnissen der doppelten Wesentlichkeitsanalyse bilden die ermittelten Risiken die Grundlage der Berichtspflichten zur Nachhaltigkeit. Die Risikoplattform wird 2025 um ein ESG-Modul erweitert. Weitere Informationen zur Verbindung der doppelten Wesentlichkeitsanalyse mit dem Risikomanagement des Konzerns finden sich in Kapitel E.1 „Allgemeine Angaben“ unter „Management der Auswirkungen, Risiken und Chancen“. ESRS 2.GOV-5.36.a Im ÖBB Konzern ist ein internes Kontrollsystem (IKS) implementiert. Dieses umfasst die Identifikation, Analyse, Bewertung, Steuerung, Überwachung, Dokumentation und Kommunikation relevanter Prozesse, Risiken und Kontrollen. Das IKS erfüllt konzernweit Mindeststandards, um die einheitliche Implementierung sicherzustellen. Zur kontinuierlichen Verbesserung und zur Erfüllung gesetzlicher Anforderungen werden regelmäßig Projekte unter externer Begleitung durchgeführt. ESRS 2.GOV-1.22.c; ESRS 2.GOV-5.36.a Die internen Kontrollsysteme für die Nachhaltigkeitsberichterstattung sind im konzernweiten IKS integriert. Zu den zentralen Risiken im Zusammenhang mit der Nachhaltigkeitsberichterstattung gehören die Vollständigkeit und Genauigkeit der Daten, die Schätzungsmethodik sowie die Verfügbarkeit von Informationen. Zusätzlich müssen klare Systemgrenzen definiert werden, um Doppelzählungen zu vermeiden. Diese Risiken werden durch strukturierte interne Kontrollsysteme, eine einheitliche Vorgehensweise im Konzern sowie standardisierte Berichtsprozesse adressiert. Die Konsolidierungslogik basiert auf dem Beteiligungsspiegel, der sicherstellt, dass Systemgrenzen eingehalten werden und ein einheitliches Verständnis für die Kennzahlenerhebung gewährleistet ist. Maßnahmen zur Qualitätssicherung unterstützen die Einhaltung dieser Vorgaben. ESRS 2.GOV-5.36.c Einbindung der Risikobewertung Die Ergebnisse der Risikobewertung werden kontinuierlich in relevante Geschäftsprozesse eingebunden und fließen in die Entscheidungsfindung der jeweiligen Fachabteilungen ein. Einzelrisiken und -chancen werden sowohl in der Risikoplattform geprüft als auch von Fachexpert:innen bewertet. In der Folge werden die konsolidierten Ergebnisse der Risikoanalysen in einem Bericht für den Vorstand der ÖBB-Holding AG zusammengefasst, der die wichtigsten Risiken und die entsprechenden Gegenmaßnahmen oder Chancen abbildet. Auf dieser Grundlage werden den Aufsichtsräten sowie den eingesetzten Prüfungsausschüssen der ÖBB-Holding AG und der Konzerngesellschaften umfassende Informationen zur aktuellen Chancen- und Risikosituation zur Verfügung gestellt. Dadurch wird sichergestellt, dass die Unternehmensführung jederzeit über die aktuelle Risikolage und Steuerungsmaßnahmen informiert ist. Die Überarbeitung des Chancen- und Risikoportfolios erfolgt in enger Abstimmung mit den Planungs- und Berichterstattungsprozessen. ESRS 2.GOV-2.26.b; ESRS 2.GOV-5.36.d, e | LB43

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