ÖBB Geschäftsbericht 2024 – Magazin
Für ein stabiles Morgen 20 N achdem ein Rekord an Fahrgäs- ten und die Expansion im Güter- verkehr die ÖBB 2023 bereits an ihre Kapazitätsgrenzen gebracht hatte, sollte 2024 das Augenmerk vor allem da- rauf gerichtet sein, die Qualität wieder- herzustellen. Diese hat die ÖBB in den letzten Jahren nicht nur in Österreich so erfolgreich gemacht, sondern auch dafür gesorgt, dass sie in Europa und darüber hinaus zu den Topbahnen zählen. Der Fokus sollte dabei insbesondere auf den für die Kund:innen besonders wichtigen Themen Pünktlichkeit, Sauberkeit sowie Service liegen. Wetterschäden und Lieferverzögerungen Den ersten Rückschlag für dieses Vorha- ben mussten die ÖBB noch im Dezember 2023 hinnehmen. Gleich vier Railjets wurden bei einem Wintereinbruch durch herabfallende Oberleitungen beschädigt. Diese mussten in der Folge aus dem Betrieb genommen und in den ohnehin schon sehr belasteten Werkstätten repariert werden. Verschärft wurde diese Situation dadurch, dass acht neue Rail- jets, die längst hätten geliefert werden sollen, erst ab April 2024 zum Einsatz kommen konnten. Verbindungen mussten daher re- duziert und im Februar eine Fahr- plananpassung vorgenommen werden, um wieder mehr Zuverlässigkeit und Planbarkeit herzustellen. Eine große Herausforderung waren auch die vielen Baustellen, die aber unvermeidbar sind. Vor allem die Pünktlichkeit hat gelitten. Sie be- trug im Personenverkehr 2024 gesamt 93,6 Prozent. Während jedoch im Nah- verkehr immerhin 94,3 Prozent der Züge pünktlich waren, kam der Fernverkehr nur auf 78,2 Prozent. Ein Fünftel aller Verspätungen verursachten allein Züge aus Deutschland. Weiters ist mehr als ein Prozentpunkt im Fernverkehr auf die Hochwasserkatastrophe zurückzuführen. Dennoch zählen die ÖBB weiter- hin zu den pünktlichsten Bahnen in Europa. Zudem wurde eine Reihe von Maßnahmen zur Qualitätsverbesse- rung eingeführt. Dazu gehören die konsequente Erstellung von Abweichungsfahr- plänen, das Kurz- führen einzelner Züge auf öster- reichischer Seite und das Vorantreiben der Digitalisierung der Schienenersatzverkehre (SEV) bei der Österreichischen Postbus AG. Und dann kam Anett … Um die Jahresmitte wurden die Erfol- ge des Krisenmanagements sichtbar und eine Entspannung zeichnete sich ab. Doch dann brachte das Italien- tief „Anett“ Mitte September eine der Die ÖBB sind für ihre Qualität bekannt. Das hat dazu geführt, dass sie in Europa zu den Topbahnen zählen. Die Pünktlichkeit der ÖBB 2024 waren 93,6 Prozent der Züge im Personenver- kehr pünktlich. Verspätungen wurden zu einem Drittel durch Verspätungen aus dem Ausland verursacht, zu einem Fünftel durch Züge aus Deutschland. Mit voller Kraft für ein stabiles Morgen KRISENJAHR. Anhaltende Lieferverzögerungen, notwendige Bautätigkeiten im In- und Ausland und nicht zuletzt die Naturkatastrophen haben die ÖBB 2024 extrem gefordert. Dennoch wurde viel erreicht und der Weg in eine positive Zukunft konsequent fortgesetzt. >
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