Geschäftsbericht 2024 – ÖBB-Infrastruktur AG

ÖBB-Infrastruktur Aktiengesellschaft Konzernlagebericht | Konzernabschluss 15 Tauernbahn Die Tauernstrecke Salzburg – Villach ist neben der Brennerachse die wichtigste österreichische alpenüberquerende Verbindung. Der Auftakt für die Modernisierung erfolgte mit dem Baustart des Bahnhofs Gastein im August 2024, im November folgten die Bahnhöfe Dorfgastein und Bad Hofgastein. Zwischen November 2024 und Juli 2025 ist die Tauernstrecke zwischen Böckstein in Salzburg und Mallnitz in Kärnten für die umfangreichen Modernisierungsarbeiten des Tauerntunnels komplett gesperrt. Um die Modernisierung zu finalisieren, ist eine zweite Phase für die Umsetzung der notwendigen Maßnahmen erforderlich. Diese ist bereits in Planung und betrifft schwerpunktmäßig den Bereich des Südportals. Die zweite Bauetappe wird voraussichtlich im ersten Halbjahr 2027 erfolgen. Feldkirch – Buchs Im Sommer 2024 erfolgte am international wichtigen Streckenabschnitt zwischen Feldkirch in Österreich und Buchs in der Schweiz die erste Phase umfangreicher Erhaltungsarbeiten. Die zweite Phase erfolgt im Rahmen einer Komplettsperre im Sommer 2026. Brennerachse Die Planungen und Vorarbeiten der ÖBB am Nordzulauf zum Brenner-Basistunnel als Teil des Ausbaus der Eisenbahnachse Brenner werden konsequent fortgesetzt. Im Projektabschnitt Staatsgrenze nächst Kufstein – Schaftenau laufen die Erkundungsarbeiten zur Erstellung der Umweltverträglichkeitserklärung. Im Projekt Schaftenau – Knoten Radfeld wurde im Herbst 2023 die Detailgenehmigungsplanung öffentlich verhandelt. Das Projekt dient langfristig zur Entlastung des Eisenbahnknotens Wörgl. Es wird seine Verkehrswirksamkeit gegen Ende dieses Jahrzehnts entfalten können. Im Zuge der Baumaßnahmen für einen barrierefreien Bahnhof Fritzens-Wattens werden flankierend auch zwei Güterzuglange Überholgleise errichtet. Diese wirken kurzfristig zur weiteren Kapazitätssteigerung auf der Bestandstrecke. Die Arbeiten liefen im Jahr 2024 auf Hochdruck weiter. Weitere Überholgleise sind im Bereich Bahnhof Schwaz vorgesehen. Der Bahnausbau im Tiroler Unterland dient zur Steigerung der Leistungsfähigkeit der nördlichen Zulaufstrecke zum Brenner-Basistunnel. Das realisieren die Schieneninfrastrukturbetreiber in Österreich, Italien und Deutschland mit dem Ausbau der Eisenbahnachse München – Verona als Teil des europäischen Skandinavien-Mittelmeer-Kernnetzkorridors. Der Brenner-Basistunnel (BBT) 2024 wurden die laufenden Rohbauarbeiten für den Brenner-Basistunnel durch die Galleria di Base del Brennero – Brenner Basistunnel BBT SE fortgeführt und weitere neue Vortriebsaktivitäten aufgenommen. Gegen Ende des Jahres 2024 waren vier Hauptbaulose aktiv, drei auf österreichischem und eines auf italienischem Staatsgebiet. Mehr als 170 km des insgesamt 230 km langen Tunnelsystems sind bereits ausgebrochen. Das Vergabeverfahren für die Planungsleistungen für die eisenbahntechnische Ausrüstung des Brenner-Basistunnels konnte im Frühjahr 2024 nach mehreren Bietereinsprüchen abgeschlossen und die Planungsarbeiten für die Bautechnik aufgenommen werden. Nach der Beendigung des Tunnelrohbaus soll ab 2027 mit dem etappenweisen Einbau der Eisenbahntechnik begonnen werden. Migration weiterer Streckenabschnitte in die fünf Betriebsführungszentralen Darüber hinaus wurden im Jahr 2024 die Steuerbereiche der fünf Betriebsführungszentralen (BFZ) wieder deutlich erweitert. So wurden u. a. die Betriebsstellen Maxing, Spital am Semmering und Mürzzuschlag in die Betriebsführungszentrale (BFZ)-Wien Stadlau, die Betriebsstellen Selzthal, Rottenmann, Traun inkl. Rutzing und Nettingsdorf in die BFZ-Linz, Stainach-Irding, Schladming und Ederbauer in die BFZ-Salzburg, Leoben, Göss, Kalwang, Kalsdorf, Graz Puntigam, St. Marein-St. Lorenzen, Weststeiermark und Wundschuh in die BFZ-Villach, Stams inkl. Silz und Ölztal in die BFZ-Innsbruck migriert. Damit werden bereits rd. 71 % des Hauptnetzes der ÖBB-Infrastruktur AG von den fünf Betriebsführungszentralen gesteuert. Das BFZ-Ausfallkonzept beschreibt, wie im Störungs- bzw. Ereignisfall schnellstmöglich der Betrieb in hoher Qualität abgewickelt werden kann und die Beeinträchtigungen im nationalen und internationalen Zugverkehr so gering wie möglich gehalten werden können. Das Ausfallkonzept sieht vor, dass die BFZ-Systeme und -Bedienplätze nahtlos von anderen BFZ-Standorten übernommen werden können, was die Betriebsführung im Störfall deutlich erleichtert. In diesem Zusammenhang wurde der Neubau der BFZ Wien Stadlau und die Errichtung von regionalen Ersatzarbeitsplätzen (EAP) mit georedundanter IT-Serverlandschaft geplant und teilweise umgesetzt. Die Fertigstellung der EAP-Spittal für die BFZ- Villach erfolgte mit Dezember 2023. Die Vollinbetriebnahme der BFZ-Wien Stadlau hat im März 2024 stattgefunden.

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