Geschäftsbericht 2024 – ÖBB-Infrastruktur AG

ÖBB-Infrastruktur Aktiengesellschaft Konzernlagebericht | Konzernabschluss 30 Condition-based und Predictive Maintenance Mit dem Tunneldrainagenrover (TDR) soll zukünftig ein Werkzeug für eine flexible und ferngesteuerte Inspektion von Drainagen auf mögliche Kalkablagerungen zur Verfügung stehen. In Eisenbahntunneln mit Wasserdruckentlastung entstehen in den Tunnelabflussrohren Kalkablagerungen. Diese werden durch Grundwasser oder Verwendung von zementhaltigen Baumaterialien verursacht. Wenn die Ablagerungen zu stark werden, müssen die Abflussrohre gereinigt werden, um einen Anstieg des Wasserdrucks auf die Tunnelauskleidung und somit Schäden zu verhindern. Der Zugbetrieb muss während dieser Arbeiten unterbrochen werden. Daher wird ein Werkzeug für eine flexible und ferngesteuerte Inspektion der Drainagen auf mögliche Ablagerungen entwickelt. Es wurde ein Prototyp eines unbemannten Tunnel Drainage Rover (TDR) gebaut. Er besteht aus Acrylnitril-Butadien-Styrol (ABS) und ist vollkommen wasserdicht sowie korrosionsbeständig, fährt autonom und hat die Reichweite von rd. 10 km. Kabelloses Aufladen ist ebenso möglich wie die Ausstattung mit weiteren Sensoren wie Temperatur-, pH- und Wasserstandssensoren. Aktuelle Ergebnisse zeigen, dass der Rover das Potenzial hat, unabhängig vom Bahnverkehr zu arbeiten, eine ungestörte Inspektion zu ermöglichen und Kalkablagerungen in einem sehr frühen Stadium zu erkennen. Es wird erwartet, dass die Reinigung der Tunnelentwässerung in Zukunft nur noch durch Spülen der Rohre erfolgen wird, ohne dass eine hydromechanische und / oder mechanische Reinigung erforderlich ist, die zur Zerstörung der Rohre führen kann. Der Rover ist bereit, unter realen Bedingungen getestet zu werden und das TRL7 (Technology-Readiness-Level) zu erreichen. Weichen gehören zu den kritischsten Systemen in der Eisenbahninfrastruktur, da ihre Fehlfunktion eine Vielzahl von kostspieligen Verspätungen oder sogar Zugausfällen verursacht. Um dies zu vermeiden, liegt der Schwerpunkt auf ihrer Zustandsüberwachung und darauf aufbauend auf ihrer zustandsorientierten Instandhaltung. Bei Überschreitung kritischer Grenzwerte wird automatisch eine Instandhaltungsmaßnahme empfohlen. Die ÖBB-Infrastruktur AG entwickelt zusammen mit Industriepartnern „intelligente“ Messmuttern, sogenannte E-Bolts® und „intelligente“ Messschrauben, sogenannte e-Bolts®-b, zur automatischen und elektronischen Überwachung des Vorspannkraftzustandes von Schraubverbindungen an Weichenherzstücken. Derzeit erfolgt die Kontrolle der Vorspannkraft indirekt durch eine manuelle Messung des Anzugsmoments, die alle sechs Monate im Stillstand durchgeführt wird. E-Bolts® bieten die Möglichkeit, dieses Verfahren durch eine automatische und genauere Messung der tatsächlichen Vorspannkraft während des Bahnbetriebs zu ersetzen – über einen längeren Zeitraum hinweg. Die Muttern werden bereits bei einem Versuch in Fürnitz getestet. D. Berichterstattung über wesentliche Merkmale des internen Kontroll- und des Risikomanagementsystems in Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess Das interne Kontrollsystem (IKS) bildet einen wesentlichen Bestandteil der unternehmensweiten Risikosteuerung und trägt durch die systematische Steuerung prozessbezogener Risiken durch die zielgerichtete Implementierung risikomindernder und regelmäßig überwachter organisatorischer Kontrollmaßnahmen unterstützend zur Erreichung der Gesellschaftsziele sowie zur Sicherung und zum Schutz des Gesellschaftsvermögens bei. Für eine regelkonforme Finanzberichterstattung unterstützt es darüber hinaus die Zuverlässigkeit der Rechnungslegungsprozesse. Das IKS umfasst folgende Elemente: Identifikation, Analyse, Bewertung, Steuerung, Wirksamkeitsüberwachung, Dokumentation und Kommunikation von IKS-relevanten Prozessen, Risiken und Kontrollen sowie die Überwachung dieser Aktivitäten. Das vom Vorstand eingerichtete interne Kontrollsystem orientiert sich am international bewährten Rahmenkonzept COSO (Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission). Dieses stellt ein anerkanntes Konzept zur Ausgestaltung eines internen Kontrollsystems zur Verfügung. Der Umfang und die Ausrichtung des IKS entsprechen den unternehmensspezifischen Anforderungen sowie den Vorgaben des ÖBB Konzerns. Zielsetzung Zielsetzungen des IKS sind die Regelkonformität der Finanzberichterstattung (Financial Reporting), die Förderung der betrieblichen Effizienz (Operations) und die Einhaltung gesetzlicher Verpflichtungen und interner Richtlinien (Compliance). Durch die Identifizierung und Bewertung von Risiken, die diese Zielsetzungen gefährden, und die Implementierung risikoreduzierender Kontrollen wird hinreichende Sicherheit für die Erreichung dieser Ziele gewährleistet.

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