Geschäftsbericht 2024 – ÖBB-Infrastruktur AG

ÖBB-Infrastruktur Aktiengesellschaft Konzernlagebericht | Konzernabschluss 4 Weitere wesentliche Tochtergesellschaften Die Bewirtschaftung von Immobilien sowie die Abwicklung von Immobilienprojekten erfolgen zum Teil in ausgegliederten Projektgesellschaften. Hier sind insbesondere die ÖBB am Hauptbahnhof 2 Projektentwicklung GmbH & Co KG, die ÖBB- RealitätenbeteiligungsGmbH & Co KG, die Elisabethstraße 7 ProjektentwicklungGmbH & Co KG, die Elisabethstraße 9 ProjektentwicklungGmbH & Co KG, die Gauermanngasse 2–4 ProjektentwicklungGmbH & Co KG, die Operngasse 16 ProjektentwicklungGmbH & Co KG und die Mariannengasse 16–20 ProjektentwicklungGmbH & Co KG hervorzuheben. Die Übertragung des Teilbetriebs Infrastruktur der Graz-Köflacher Bahn und Busbetrieb GmbH (GKB) an die ÖBB- Infrastruktur AG auf Basis des GKB-Infrastruktur-Übertragungsgesetzes vom Juli 2023 erfolgte mit Eintragung der Spaltung in das Firmenbuch am 01.07.2024. Im Zuge des Projektes zur organisatorischen Integration wurde am 01.01.2025 der Übergang von 37 Mitarbeiter:innen aus dem GB GKB-I in die Geschäftsbereiche BE, NZ bzw. Stab SQ vollzogen. Konjunkturelle Rahmenbedingungen Wirtschaftsentwicklung Entgegen den ursprünglichen Erwartungen befand sich die österreichische Volkswirtschaft im Jahr 2024 erneut in der Rezession. Nachdem das BIP (real) bereits im Jahr 2023 um 1,0 % gesunken war, betrug der Rückgang 2024 erneut 0,9 %. Zwar war nach dem rasanten Wachstum der Jahre 2021 und 2022 als Folge des Post-COVID-19-Aufschwungs mit einer kurzfristigen Abkühlung der Konjunkturentwicklung zu rechnen. Allerdings erwies sich die Flaute der heimischen Wirtschaft auch im europäischen Vergleich als besonders persistent. So konnte die Eurozone immerhin ein leichtes Wachstum von 0,8 % verzeichnen. Auch in den Staaten Süd- und Osteuropas lag die BIP-Entwicklung 2024 durchwegs zum Teil sogar deutlich im Plus. Deutschland, Europas größte Volkswirtschaft, verharrte hingegen das zweite Jahr in Folge in einer Stagnation. 1 Zudem befindet sich die deutsche Industrie seit 2019 auf einer Talfahrt. Insbesondere die Automobilindustrie hat unter den Folgen einer verfehlten Transformationsstrategie in Bezug auf die Flottenelektrifizierung und dem Konkurrenzdruck chinesischer Produzenten zu kämpfen. 2 Zur wirtschaftlichen Flaute kamen noch die Turbulenzen rund um den Bundeshaushalt in Bezug auf Schuldenbremse und Sondervermögen hinzu. Das strenge, fiskalische Regime engt den Spielraum für wachstumsfördernde Investitionen ein. Deutschland hatte trotz Krise auch 2024 eines der niedrigsten Budgetdefizite in der EU. 3 Die Industrierezession in Deutschland wirkte sich über die engen Verflechtungen der Zulieferindustrie entsprechend auch in Österreich aus. Trotz eines Rückganges von knapp 3,0 % in 2024 verlief die Entwicklung der heimischen Industrieproduktion im europäischen Vergleich und angesichts der allgemein schlechten Stimmung weniger dramatisch als in Deutschland. Anderswo war es bereits im Vorjahr zu teils drastischen Produktionsrückgängen gekommen. Für 2025 wird wieder mit einem leichten Wachstum jenseits von 1,0 % gerechnet, wobei Impulse vor allem vom Export in Märkte außerhalb der EU kommen sollen. Insgesamt steht die Entwicklung der europäischen Wirtschaft im Zeichen einer Vertrauens- und Wettbewerbskrise. Zwar gingen die Energiepreise und damit die allgemeine Inflation im Laufe des Jahres kontinuierlich zurück. 2024 lag die Inflation im Jahresschnitt 2024 in der Eurozone bei 2,4 % und in Österreich bei 2,9 %. Gleichzeitig war der Preis für Erdgas in Europa im Schnitt weiterhin fünfmal so hoch wie in den USA, was insbesondere energieintensive Sektoren wie Chemie- und Stahlindustrie in Bedrängnis brachte. 4 Auch bei den sogenannten Lohnstückkosten ist die Schere in der Entwicklung zwischen der Eurozone und den USA weiter aufgegangen – Grund sind die deutlichen Reallohnsteigerungen. 5 Dennoch erwies sich der Privatkonsum als überraschendes Sorgenkind, vor allem auch in Österreich. Neben dem höheren Zinsniveau kann diese Entwicklung angesichts des verhaltenen Konjunkturausblicks wohl auch zu einem Gutteil mit einem „Vorsichtssparen“ begründet werden. 6 1 IWF, Oxford Economics. 2 Handelsblatt. 3 Handelsblatt. 4 World Bank, Oxford Economics, EC 2024. 5 IWF. 6 WIFO.

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