Geschäftsbericht 2024 – ÖBB-Infrastruktur AG
ÖBB-Infrastruktur Aktiengesellschaft Konzernlagebericht | Konzernabschluss 5 Entwicklung von Containerumschlag und Inflation Containerumschlag großer Seehäfen Inflation RWI-ISL-Index 2015=100 mntl. in % im Vergleich zu Vorjahresmonat Quelle: investing.com , container-news, finanzen.at . Während die europäische Wirtschaftsentwicklung 2024 also eher verhalten verlief, erwies sich die Weltwirtschaft vergleichsweise resilient gegenüber den multiplen geopolitischen Krisen und klimawandelbedingten Wetterkatastrophen. Große Preisschocks bei Öl und Gas blieben aus. Bei den Seetransportpreisen gab es insbesondere ab der zweiten Jahreshälfte auf gewissen Relationen, vor allem aus Fernost zwischenzeitlich wieder einen Tendenz nach oben. Niveaus wie in den Zeiten der Lieferkettenkrise der Jahre 2021 und 2022 wurden jedoch bei Weitem nicht erreicht. Global betrachtet waren es vor allem die USA sowie die Schwellenländer Asiens, von denen wesentliche Wachstumsimpulse ausgingen. Auch in China zog das Wachstum im Laufe des Jahres an. Zwar wirkte die weiterhin schwache Binnennachfrage hemmend, jedoch wuchs die Industrieproduktion wieder. Diese Entwicklung war jedoch ausschließlich exportgetrieben. Insbesondere Europa bleibt das Ziel chinesischer Warenexporte, was sich auch in einer Erholung des Hafenumschlags bemerkbar machte. Der Welthandel zeigt sich insgesamt von Krieg und Krisen unbeeindruckt, dennoch lässt sich mittlerweile die geopolitische Fragmentierung in neue Machtblöcke auch statistisch messen. So ist der Handel zwischen den westlich- und chinesisch / russisch-orientierten Einflusssphären stärker zurückgegangen als innerhalb der jeweiligen Blöcke. 7 Für europäische Unternehmen bedeutet die zunehmende Abkehr vom Prinzip des regelbasierten Multilateralismus, sich in einem zunehmend protektionistischen Umfeld behaupten zu müssen. Beispiele für diese Entwicklung sind die Maßnahmen des sogenannten Inflation Reduction Act in den USA, die Sanktionen des Westens gegen Russland oder die EU-Zölle auf chinesische E-Fahrzeuge. Kapitalmärkte und Staatshaushalt Die Wachstumskrise bringt auch das Budget der öffentlichen Hand unter Druck. Das österreichische Budgetdefizit betrug 2024 3,7 %, die Staatsverschuldung stieg auf 80,1 % des BIP. 8 Seit 2016 werden die erforderlichen Finanzmittel für die Infrastrukturinvestitionen der ÖBB-Infrastruktur AG durch die Österreichische Bundesfinanzierungsagentur (OeBFA) auf dem Kapitalmarkt aufgenommen. Die Finanzierungskosten sind daher durch das Zinsniveau von Bundesanleihen bestimmt. Die eingeleitete Wende beim Leitzinssatz der EZB im vergangenen Jahr ist auch an den Anleihenmärkten nicht spurlos vorüber gegangen. Der sogenannte Hauptrefinanzierungssatz wurde in mehreren Schritten seit Juni 2024 von 4,5 % auf 3,15 % zu Jahresende gesenkt. Die umlaufgewichtete Durchschnittsrendite österreichischer Bundesanleihen sank im Jahr 2024 um 7,5 % im Vergleich zum Wert des Vorjahres. Mit 2,8 % hat sich der Wert aber deutlich von der Nahe-Null-Marke der Prä-COVID-Jahre entfernt. 9 Entsprechend belastet der Schuldendienst auch das Budget. Die Bonität Österreichs bleibt zwar weiterhin hoch, mit Fitch hat aber erstmals eine maßgebliche Ratingagentur ihren Ausblick auf „Negativ“ gesenkt. 10 7 IWF. 8 WIFO. 9 OeNB. 10 OeBFA. -2% 0% 2% 4% 6% 8% 10% 12% 14% 2020 2021 2022 2023 2024 Österreich Eurozone 90 100 110 120 130 140 150 160 1 3 5 7 9 11 1 3 5 7 9 11 1 3 5 7 9 11 2022 2023 2024 Gesamt Häfen ohne China Chinesische Häfen europ. Nordhäfen
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