Geschäftsbericht 2025 – ÖBB-Infrastruktur AG
ÖBB-Infrastruktur Aktiengesellschaft Konzernlagebericht | Konzernabschluss 21 Die wichtigsten Chancen und Risiken, von denen keine bestandsgefährdend sind, verteilen sich wie folgt auf die einzelnen Chancen- und Risikofelder: Strategie Das Jahr 2025 war von einem herausfordernden Geschäftsumfeld geprägt. Ursachen sind weiterhin bestehende geopolitische Unsicherheiten, eine sich verschärfende Klimakrise sowie steigende Kosten. Trotzdem behauptet das System Bahn seine Position als attraktives und leistungsstarkes Rückgrat nachhaltiger Mobilität und treibt als Vorreiter für die Klimaneutralität 2040 den politischen Auftrag des Mobilitätsmasterplans des BMIMI voran. Darüber hinaus fordert auch die Gesellschaft weiterhin attraktive, umweltfreundliche Verkehrslösungen ein, die als stabile Grundversorgung den aktuellen und neuen Nutzer:innen des Systems Bahn zur Verfügung stehen. Das weiterhin hoch ausgelastete Bahnsystem verdeutlicht die hohe gesellschaftliche und politische Relevanz der Schiene und stellt gleichzeitig das System Bahn vor große Herausforderungen. Einerseits führt die stark steigende Nachfrage zu einer historisch hohen Betriebsleistung, andererseits wächst durch die steigende Zugdichte der Druck, diese Leistung effizient, kosteneffektiv und mit hoher Qualität zu erbringen. Um diesen Herausforderungen gerecht zu werden, setzt die ÖBB-Infrastruktur AG in den kommenden Jahren weiter auf ihre Strategie #INFRA.mobilitätswende. Sie soll eine klare strategische Balance zwischen Wachstum, Wirtschaftlichkeit und Qualität ermöglichen. Ziel ist es, den Ausbau und die Modernisierung der Infrastruktur so zu gestalten, dass Kapazitäten nachhaltig erweitert und Engpässe abgebaut werden – ohne dabei die Stabilität und Zuverlässigkeit des bestehenden Betriebs zu gefährden. Zur Steigerung und Stabilisierung der Pünktlichkeitsleistung des Bahnsystems wurden zahlreiche Initiativen gestartet. Diese werden in den kommenden Jahren unter maßgeblicher Beteiligung der ÖBB-Infrastruktur AG fortgeführt. Der wachsende Einsparungsdruck durch die wirtschaftlich angespannte Lage erfordert neue Ansätze in der Ressourcensteuerung, der Projektpriorisierung und der Digitalisierung. Die kommenden Jahre werden im Zeichen von intelligentem Wachstum stehen. Die Herausforderung ist es, mehr Verkehr auf die Schiene zu bringen, ohne dass Pünktlichkeit, Sicherheit oder Kund:innenzufriedenheit darunter leiden. Der Fokus liegt daher auf einer nachhaltigen Optimierung der gesamten Wertschöpfungskette – von der Bauplanung über den Betrieb bis hin zur Instandhaltung. Durch Innovationskraft und eine konsequente Qualitätsorientierung wird das Unternehmen seine Rolle als Rückgrat der klimafreundlichen Mobilität auf der Schiene weiter stärken. Eine zentrale Rolle nimmt dabei das strategische ProgrammAgenda29 ein. Mit der Agenda29 verfolgt die ÖBB- Infrastruktur AG einen klaren Transformationspfad, um bis 2030 ein Wachstum der Betriebsleistung gegenüber dem Jahr 2021 um 30 % zu ermöglichen und gleichzeitig die Qualität für Kund:innen zu steigern. DieAgenda29 bündelt sechs Fokusprojekte, die zentrale Hebel für die Modernisierung und Effizienzsteigerung darstellen: – Digitale Bestellung – Kapazitätsorientierte Planung – Integration von Trasse und Machbarkeit – Vom Fahrplan zum Produktionsplan – Kund:inneninformation in Echtzeit – Mehr Ordnung am Netz Die größten strategischen Risiken liegen in der Komplexität der Transformation: Engpässe bei Fachpersonal sowie bei Lieferanten von Schlüsseltechnologien, die Integration neuer und bestehender IT-Systeme, die Umsetzung umfangreicher regulatorischer Vorgaben (z. B. EU-Kapazitätsverordnung) sowie die Sicherstellung der Finanzierung und Ressourcenverfügbarkeit. Hinzu kommen die Herausforderungen, die ambitionierten Ziele in einem wirtschaftlich und geopolitisch volatilen Umfeld termingerecht zu erreichen. Die strategischen Maßnahmen sind in der Mittelfristplanung verankert und werden laufend überwacht. Ihr Erfolg misst sich daran, ob Kapazität und Qualität des Schienennetzes nachhaltig gesteigert und die Modernisierung im Sinne der Mobilitätswende umgesetzt werden können.
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