Geschäftsbericht 2025 – ÖBB-Infrastruktur AG
ÖBB-Infrastruktur Aktiengesellschaft Konzernlagebericht | Konzernabschluss 55 Mit den in der #INFRA.Nachhaltigkeitsstrategie beschlossenen Maßnahmen zur Reduktion der Scope 1- und Scope 2- Treibhausgasemissionen ist aus derzeitiger Sicht eine Reduktion um rd. 42 % bis 2030 (im Vergleich zum Basisjahr 2022) vorgesehen. Es liegt daher ein Treibhausgas-Emissionsreduktionsziel sowie ein Übergangsplan entsprechend dem 1,5-Grad-Ziel für den ÖBB Infrastruktur-Konzern für Scope 1 und 2 bis 2030 vor. Sowohl beim Bezug von Fernwärme / Fernkälte als auch beim Einsatz von Kältemitteln ist der ÖBB Infrastruktur-Konzern von Drittlösungen abhängig. Kältemittel (zur Aufrechterhaltung des Betriebes von Klimaanlagen) werden für Gebäudekühlung (z. B. Büros), zur Kühlung von Technikräumen (Telekommunikation, Leit- und Sicherungstechnik etc.) sowie in Tunnelbauwerken eingesetzt. Aufgrund der F-Gase-Verordnung unterliegen Kältemittel in den nächsten Jahren rigoroser werdenden Grenzwerten. Dies wird zu einer Umstellung der Anlagen und einer Reduktion der THG-Emissionen und zu steigenden Reinvestkosten führen. Die Dekarbonisierung der Fernwärme ist von den Plänen der Anbieter abhängig, dieses Übergangsszenario wurde ebenfalls in den Dekarbonisierungspfad miteinbezogen. Bis 2035 sind zur Reduktion der verbleibenden Emissionen um 90 % (Reduktionsziel vor Kompensation) im Vergleich zum Basisjahr 2022 zusätzliche Maßnahmen notwendig. Diese werden insbesondere die Dekarbonisierung der Straßenfahrzeugflotte betreffen. Aufgrund der schwierigen Marktsituation, Wirtschaftlichkeit oder benötigter technischer Anforderung an das Fahrzeug sind vor allem im Bereich der Nutzfahrzeuge derzeit auf dem Markt kaum Fahrzeuge mit alternativem Antrieb für die Einsatzzwecke der ÖBB verfügbar. Es erfolgt jedoch eine laufende Neubetrachtung der Rahmenbedingungen und technischen Weiterentwicklungen. Aufgrund der spezifischen Nutzungsdauer von Nutzfahrzeugen ist eine Maßnahmenumsetzung zu einem späteren Zeitpunkt zur Erreichung der Ziele weiterhin möglich. Scope 3-Treibhausgasemissionen Die Hebel zur Reduktion der Scope 3-Treibhausgasemissionen ergeben sich für den ÖBB Infrastruktur-Konzern aus den identifizierten wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen der Doppelten Wesentlichkeitsanalyse (siehe Unterkapitel „ESRS 2 IRO 1“ ). Diese betreffen die Treibhausgasemissionen aus Bau und Instandhaltungstätigkeiten und fallen in die Scope 3-Kategorien „Beschaffung von Kapitalgütern“ und „Beschaffung von Produkten sowie Dienstleistungen“ (GHG Protocol 29 3.1 und 3.2). Die wesentlichen Treibhausgasemissionstreiber sind Stahl sowie Beton und in geringerem Ausmaß Aluminium, Glas und Kupfer. Diese stellen daher die Dekarbonisierungshebel dar und wurden auf Basis einer Analyse der verbauten Mengen im Bereich der Schieneninfrastruktur ermittelt. Die nachfolgende Tabelle sowie die nachfolgende Grafik zeigen die wesentlichen Dekarbonisierungshebel im Bereich Scope 3 und ihren quantitativen Beitrag zur Zielerreichung gemäß Übergangsplan. Nähere Informationen sowie dazugehörige Strategien sind in Unterkapitel „E1-2“ zu finden. Die wichtigsten Ziele und Maßnahmen werden in Unterkapitel „E1-3 E1-4“ genauer erläutert. 29 https://ghgprotocol.org/. Pfad Dekarbonisierungshebel Maßnahmen Scope Scope 3 Beton Beschaffung emissionsreduzierter Betone in Fertigteilen sowie in der Ausführung, wo technisch zulässig und umsetzbar Scope 3 Evaluierung einer Implementierung von strukturoptimiertem Planen und Bauen Scope 3 Schienenstahl Beschaffung von emissionsreduziertem Schienenstahl Scope 3 Bewehrungsstahl Beschaffung von emissionsreduziertem Bewehrungsstahl in Fertigteilen sowie in der Ausführung Scope 3 Sonstiges Einsatz von Bahnschwellen aus alternativen Werkstoffen Scope 3 Beschaffung von Schallschutzwänden aus Holzbeton Scope 3 Emissionsreduktionsmaßnahmen in der Bauausführung Scope 3
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