Geschäftsbericht 2025 – ÖBB-Infrastruktur AG

ÖBB-Infrastruktur Aktiengesellschaft Konzernlagebericht | Konzernabschluss 56 Die Scope 3-Emissionen sind maßgeblich vom Projektvolumen und den dabei umgesetzten Materialmengen abhängig. Daher bezieht sich die Zielsetzung zur Treibhausgasreduktion auf das Projektgeschehen im Bereich der Schieneninfrastruktur und die dazugehörigen Massen im Jahr 2022 und ist in Relation zu diesen festgelegt. Aufgrund der starken Abhängigkeit von der vorgelagerten Wertschöpfungskette und der Baustoffindustrie können theoretisch für im Auftrag des ÖBB Infrastruktur-Konzerns verbaute Massen dieser Industrien die sektorspezifischen Dekarbonisierungspfade gemäß Science Based Targets Initiative (SBTi) 30 zur Anwendung kommen. Dadurch ergibt sich eine theoretisch mögliche Treibhausgasreduktion von 28 % bis 2030 für die wesentlichen Treiber des ÖBB Infrastruktur-Konzerns, um mit dem 1,5- Grad-Ziel konform sein zu können. Jedoch ist aufgrund dieser starken Abhängigkeit von Schlüsselindustrien bei der Dekarbonisierung und der Verantwortung, zur Verfügung gestellte finanzielle Mittel zur Umsetzung der Mobilitätswende möglichst effizient einzusetzen, in Abstimmung mit internen Expert:innen ein ambitioniertes Ziel, abgeleitet von dem theoretischen Potenzial, festgelegt worden. Mit dem im Übergangsplan zum Klimaschutz beschlossenen Ziel zur Reduktion der Scope 3-Treibhausgasemissionen ist aus derzeitiger Sicht eine Reduktion um rd. 10 % der Treibhausgasemissionen beim Bau und der Instandhaltung von Schieneninfrastruktur bis 2030 (im Vergleich zum Basisjahr 2022 und bei derselben Anlagenmenge wie 2022) vorgesehen. Daher ergibt sich keine Konformität des Übergangsplans oder der Zielsetzungen im Bereich Scope 3-THG-Emissionen mit dem 1,5-Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens. Es liegt daher für die gesamte Betrachtung aller Treibhausgasemissionen (Scope 1, 2 und 3) des ÖBB Infrastruktur-Konzerns aufgrund der fehlenden Konformität im Bereich der Scope 3-Emissionen kein Übergangsplan mit dazugehörigen Zielsetzungen entsprechend dem 1,5-Grad-Ziel für den ÖBB Infrastruktur-Konzern bis 2030 vor. SBM-3 Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen und ihr Zusammenspiel mit Strategie und Geschäftsmodell Die Schienenverkehrsinfrastruktur des ÖBB Infrastruktur-Konzerns war seit jeher Naturgefahren wie Starkregen oder Stürmen ausgesetzt und zeigt in diesem Zusammenhang eine gewisse Vulnerabilität (Verwundbarkeit). Deshalb sind Risiken aus höherer Gewalt und Naturereignissen bereits seit vielen Jahren fester Bestandteil des Risikomanagements des Unternehmens und im Risikokatalog verankert. Der Klimawandel verändert jedoch die Dynamik dieser Naturgefahren. Die Häufung und Intensivierung extremer Wetterereignisse können die Schienenverkehrsinfrastruktur zunehmend beeinflussen und ihre Widerstandsfähigkeit auf die Probe stellen. Dabei ist es entscheidend, zwischen Naturgefahren und Klimagefahren – und in weiterer Folge Klimarisiken – zu unterscheiden. Naturgefahren sind natürliche Ereignisse, die unabhängig vom Klimawandel auftreten, während Klimagefahren durch den Klimawandel verstärkt oder sogar verursacht werden, beispielsweise durch häufigere Hitzewellen oder vermehrten Starkregen. Physische Klimarisiken entstehen dann, wenn Klimagefahren auf exponierte und vulnerable Systeme, wie beispielsweise die Schienenverkehrsinfrastruktur, treffen. 30 https://sciencebasedtargets.org/sector-resources-summary.

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