Nachhaltigkeitsbericht 2024 – ÖBB-Infrastruktur AG
ÖBB-Infrastruktur Aktiengesellschaft NB 30 ÖBB-Infrastruktur Aktiengesellschaft Konzernlagebericht | Konzernabschluss 59 E1-1 Übergangsplan für den Klimaschutz Der ÖBB Konzern trägt mit der Verkehrsverlagerung auf die Schiene einen wesentlichen Teil zum Klimaschutz Österreichs bei. Das Übereinkommen von Paris, mit dem Ziel die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen, die daraus resultierenden Ziele des Green Deals der EU (z. B. klimaneutrale Wirtschaft bis 2050) und die nationale Zielsetzung der Klimaneutralität in Österreich ab 2040 verstärken die Bedeutung der Bahn und des öffentlichen Verkehrs. Der ÖBB Infrastruktur-Konzern hat die Verantwortung, eine diesen hohen Anforderungen gerecht werdende Infrastruktur zur Verfügung zu stellen und ermöglicht durch Investitionen in und den Betrieb der Schieneninfrastruktur nachhaltige Mobilität. Das wichtigste Werkzeug zur Bereitstellung dieser Infrastruktur, zum weiteren Netzausbau und der Steigerung der Kapazität, ist der Rahmenplan, welcher geplante Projekte und deren Investitionssummen innerhalb des jeweils sechsjährigen Zeitraums darstellt. Der Rahmenplan ist das bundesseitige Planungs- und Finanzierungsinstrument für Investitionen in das Netz der ÖBB-Infrastruktur AG und ist öffentlich einsehbar. Die ÖBB-Infrastruktur AG wird in den kommenden sechs Jahren laut Rahmenplan 2024 bis 2029 jährlich rd. 3,5 Mrd. EUR in die Infrastruktur der Bahn investieren. Damit wird die Grundlage für die Verlagerung des Verkehrs von der Straße auf die Schiene geschaffen. Das Verlagerungspotenzial ist aber bei Weitem nicht ausgeschöpft. Haupthemmnisse liegen im Bereich der verkehrspolitischen Rahmenbedingungen, die sich aufgrund von fehlender Kostenwahrheit und mangelnder Umsetzung des Verursacherprinzips ergeben. Über die Verkehrsverlagerung hinaus arbeitet der ÖBB Infrastruktur-Konzern an der Reduktion der eigenen Treibhausgasemissionen. Auf Basis der ÖBB Konzern Nachhaltigkeitsstrategie und den Konzernzielen sowie der Unternehmensstrategie #INFRA.Mobilitätswende (siehe Kapitel ESRS 2) und den strategischen Zielen des Teilkonzerns wurde die #INFRA.Nachhaltigkeitsstrategie formuliert, welche 2024 per Vorstandsbeschluss freigegeben wurde. Nähere Informationen zur Strategie des ÖBB Infrastruktur-Konzerns sind in Kapitel ESRS 2 zu finden. Ein wesentlicher Teil dieser Strategie ist die Dekarbonisierung sowie der Klimaübergangsplan des ÖBB Infrastruktur- Konzerns, welcher Anfang 2025 ebenfalls per Vorstandsbeschluss freigegeben wurde und folgende Ziele beinhaltet: – Reduktion der Scope 1 und Scope 2 Treibhausgasemissionen um 46 % bis 2030 (im Vergleich zum Basisjahr 2022) – Klimaneutralität Scope 1 und Scope 2 Treibhausgasemissionen bis 2035 (Netto-Null) – Reduktion der Scope 3 Treibhausgasemissionen im Bereich des Anlagevermögens der Schieneninfrastruktur um 10 % bis 2030 (gegenüber Basisjahr 2022) bei derselben errichteten Anlagenmenge wie 2022 Unter Netto-Null versteht sich, analog zu den geltenden gesetzlichen Vorgaben, dass mindestens 90 % der Treibhausgasemissionen durch Maßnahmen im Unternehmen reduziert werden, bevor CO 2 -Zertifikate zur Erreichung der Netto-Null für die letzten 10 % Anwendung finden können. Entsprechende konkrete Überlegungen zum Einsatz von CO 2 - Zertifikaten werden erarbeitet und folgen in den nächsten Jahren. Nähere Informationen zu den Treibhausgas-Emissionsreduktionszielen finden sich in Kapitel E1-4. Entlang von Dekarbonisierungspfaden in den Bereichen Mobilität, Gebäude (und Betriebsanlagen) sowie Scope 3 plant der ÖBB Infrastruktur-Konzern schrittweise Reduktionsmaßnahmen. Die gesamtheitliche Steuerung der Konzern- Dekarbonisierungsstrategie liegt bei der ÖBB Holding AG, Reduktionsmaßnahmen werden von den Teilkonzernen eigenverantwortlich umgesetzt. Details zu den Fortschritten bei der Umsetzung des Übergangsplans werden in Kapitel E1-3/E1-4 angeführt. Der ÖBB Infrastruktur-Konzern hat im Berichtsjahr rd. 2.850,0 Mio. EUR in ökologisch nachhaltige Wirtschaftstätigkeiten investiert (taxonomiekonforme Wirtschaftstätigkeiten gemäß der Delegierten Verordnung (EU) 2021 / 2139). Diese Projekte entsprechen einem Anteil von rd. 74 % der gesamten CapEx des Unternehmens. Die Investitionen umfassen u. a. die Elektrifizierung der Strecke oder den Ausbau der erneuerbaren Energien. Darüber hinaus tragen die getätigten Investitionen in anderen Bereichen zur Ermöglichung der Mobilitätswende bei und sind dementsprechend als nachhaltige Wirtschaftstätigkeiten (gemäß EU VO 2021 / 2139) zu bewerten. Weitere Informationenen zu CapEx-Plänen, die den Übergangsplan unterstützen (Wirtschaftstätigkeiten 7.3, 6.5 und 6.14) und entsprechende Leistungsindikatoren sind im Unterkapitel „Angaben nach Artikel 8 der Verordnung 2020 / 852 (Taxonomie-Verordnung)“ dargestellt. Die notwendigen Klimaschutzmaßnahmen für die Umsetzung des Übergangsplans (CapEx) sind für Scope 1 und Scope 2 bis 2030 finanziell in der Mittelfristplanung des ÖBB Infrastruktur-Konzerns hinterlegt und belaufen sich derzeit in Summe auf rd. 1,0 Mrd. EUR. Zusätzlich läuft ein Investitionsprogramm von rd. 1,6 Mrd. EUR, um die erneuerbare Energieerzeugung weiter auszubauen und die Ziele der Energiestrategie zu erreichen. 59
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