Nachhaltigkeitsbericht 2024 – ÖBB-Infrastruktur AG

ÖBB-Infrastruktur Aktiengesellschaft NB 34 ÖBB-Infrastruktur Aktiengesellschaft Konzernlagebericht | Konzernabschluss 63 Die Scope 3 Emissionen sind maßgeblich vom Projektvolumen und den dabei umgesetzten Materialmengen abhängig. Daher bezieht sich die Zielsetzung zur Treibhausgasreduktion auf das Projektgeschehen im Bereich der Schieneninfrastruktur und die dazugehörigen Massen im Jahr 2022 und ist in Relation zu diesen festgelegt. Aufgrund der starken Abhängigkeit von der vorgelagerten Wertschöpfungskette und der Baustoffindustrie können für im Auftrag der ÖBB-Infrastruktur AG verbaute Massen dieser Industrien die sektorspezifischen Dekarbonisierungspfade gemäß Science Based Targets Initiative (SBTi) 30 zur Anwendung kommen. Dadurch ergibt sich eine notwendige Treibhausgasreduktion von -28 % bis 2030 für die wesentlichen Treiber des ÖBB Infrastruktur-Konzerns, um mit dem 1,5-Grad-Ziel konform zu sein. Wegen der starken Abhängigkeit von Schlüsselindustrien bei der Dekarbonisierung und der Verantwortung, zur Verfügung gestellte finanzielle Mittel zur Umsetzung der Mobilitätswende möglichst effizient einzusetzen, wurde in Abstimmung mit internen Expert:innen ein ambitioniertes Ziel festgelegt. Mit dem im Übergangsplan zum Klimaschutz beschlossenen Ziel zur Reduktion der Scope 3 Treibhausgasemissionen ist aus derzeitiger Sicht eine Reduktion um rd. 10 % der Treibhausgasemissionen beim Bau und der Instandhaltung von Schieneninfrastruktur bis 2030 (im Vergleich zum Basisjahr 2022 und bei derselben Anlagenmenge wie 2022) vorgesehen. Daher ergibt sich keine Konformität des Übergangsplans oder der Zielsetzungen im Bereich Scope 3 THG-Emissionen mit dem 1,5-Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens. Es liegt daher für die gesamte Betrachtung aller Treibhausgasemissionen (Scope 1, 2 und 3) des ÖBB Infrastruktur-Konzerns, aufgrund der fehlenden Konformität im Bereich der Scope 3 Emissionen, kein Übergangsplan mit dazugehörigen Zielsetzungen entsprechend dem 1,5-Grad-Ziel für den ÖBB Infrastruktur-Konzern bis 2030 vor. SBM-3 Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen und ihr Zusammenspiel mit Strategie und Geschäftsmodell Die Schienenverkehrsinfrastruktur der ÖBB-Infrastruktur AG war seit jeher Naturgefahren wie Starkregen oder Stürmen ausgesetzt und zeigt in diesem Zusammenhang eine gewisse Vulnerabilität (Verwundbarkeit). Deshalb sind Risiken aus höherer Gewalt und Naturereignissen bereits seit vielen Jahren fester Bestandteil des Risikomanagements des ÖBB Infrastruktur-Konzerns und im Risikokatalog verankert. Ereignisse wie das Hochwasser im September 2024 verdeutlichen, dass solche Risiken tatsächlich eintreten und erhebliche Auswirkungen haben können. Der Klimawandel verändert jedoch die Dynamik dieser Naturgefahren. Die Häufung und Intensivierung extremer Wetterereignisse können die Schienenverkehrsinfrastruktur zunehmend beeinflussen und ihre Widerstandsfähigkeit auf die Probe stellen. Dabei ist es entscheidend, zwischen Naturgefahren und Klimagefahren – und in weiterer Folge Klimarisiken – zu unterscheiden. Naturgefahren sind natürliche Ereignisse, die unabhängig vom Klimawandel auftreten, während Klimagefahren durch den Klimawandel verstärkt oder sogar verursacht werden, beispielsweise durch häufigere Hitzewellen oder vermehrten Starkregen. Physische Klimarisiken entstehen dann, wenn Klimagefahren auf exponierte und vulnerable Systeme, wie beispielsweise die Schienenverkehrsinfrastruktur, treffen. Um auf zukünftige klimatische Entwicklungen vorbereitet zu sein, ist es unerlässlich, Klimarisikoanalysen durchzuführen. Diese dienen als Grundlage, um zu bewerten, ob bekannte Naturgefahren in Zukunft kurz-, mittel- oder langfristig zu Klimarisiken werden könnten. In der ÖBB-Infrastruktur AG wurden auf Basis einer fundierten Klimarisiko- und Vulnerabilitätsanalyse (siehe ESRS 2 IRO-1) folgende wesentliche klimabezogenen Risiken identifiziert: Klimarisiken Physische Klimarisiken – Hitze – Starke Niederschläge – Lawinen – Sturm Transitorische Klimarisiken – Nichteinhaltung der CO 2 -Emissions-Reduktionsziele 30 https://sciencebasedtargets.org/. 63

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