Nachhaltigkeitsbericht 2024 – ÖBB-Infrastruktur AG

ÖBB-Infrastruktur Aktiengesellschaft NB 56 ÖBB-Infrastruktur Aktiengesellschaft Konzernlagebericht | Konzernabschluss 85 Unterthema Nr. Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen 1) 2) Art der Auswirkung bzw. Risiko/Chance Zeithorizont Angaben zur Wertschöpfungskette bei Auswirkungen Auswirkung en auf den Zustand der Arten E4-A-3 Einfluss auf Gewässerökologie und - biozönose durch den Betrieb von Wasserkraftwerken Negativ Kurzfristig – Eigene Geschäftstätigkeit – Nachgelagerte Wertschöpfungskette E4-A-4 Direkte negative Auswirkungen auf die Fauna durch Bahnbau und - betrieb (Vogelanprall, Elektrokution, Tierkollisionen auf Gleisen) Negativ Kurzfristig – Eigene Geschäftstätigkeit – Nachgelagerte Wertschöpfungskette E4-A-5 Lebensraumzerschneidung und Barrierewirkung der Verkehrsinfrastruktur für verschiedene Tierarten Negativ Kurzfristig – Eigene Geschäftstätigkeit – Nachgelagerte Wertschöpfungskette Auswirkung en auf den Umfang und den Zustand der Ökosysteme E4-A-1 Flächeninanspruchnahme und damit einhergehende temporäre oder dauerhafte Lebensraumveränderungen aufgrund der Errichtung von Verkehrsinfrastruktur sowie damit verbundener Anlagen 3) Negativ Kurzfristig – Eigene Geschäftstätigkeit – Nachgelagerte Wertschöpfungskette 1) Wesentliche Auswirkungen sind als tatsächlich zu erachten, außer es wird explizit auf Gegenteiliges hingewiesen. 2) Aufgrund der Erstanwendung der doppelten Wesentlichkeitsanalyse gemäß ESRS gibt es keine Änderungen zum vorangegangenen Berichtszeitraum. 3) Mehrfachnennung der Auswirkung in der Tabelle, da Auswirkung für mehrere Unterthemen wesentlich ist. E4-1 Übergangsplan und Berücksichtigung von biologischer Vielfalt und Ökosystemen in Strategie und Geschäftsmodell Für den ÖBB Infrastruktur-Konzern wurde eine Bewertung der Resilienz des Geschäftsmodells und der Strategie gegenüber Risiken im Zusammenhang mit biologischer Vielfalt und Ökosysteme durchgeführt. Für die Bewertung wurde der LEAP (Locate, Evaluate, Assess, Prepare)-Ansatz 34 gemäß ESRS herangezogen. Die Basis bildet die doppelte Wesentlichkeitsanalyse einschließlich der getroffenen Annahmen und Zeithorizonte mit den ermittelten Auswirkungen, Risiken und Chancen der eigenen Tätigkeiten sowie der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette (siehe Unterkapitel ESRS 2 IRO-1) und eine im Anschluss vorgenommene vertiefende Recherche. Zusätzlich wurden Erkenntnisse aus den Stakeholder:innen-Interviews der doppelten Wesentlichkeitsanalyse mit Fachexpert:innen im Bereich Biodiversität berücksichtigt. Im ersten Schritt wurden die relevanten Standorte des ÖBB Infrastruktur-Konzerns definiert und die wesentlichen Auswirkungen der doppelten Wesentlichkeitsanalyse betrachtet sowie die jeweiligen Abhängigkeiten analysiert, welche im Unterkapitel ESRS 2 IRO-1 ausgewiesen sind. Es wurden keine Abhängigkeiten in direktem Zusammenhang mit biologischer Vielfalt und Ökosystemen festgestellt. Ökosystemdienstleistungen sind für den ÖBB Infrastruktur-Konzern und damit auch für die Bewertung der Abhängigkeiten nicht wesentlich und wurden dementsprechend nicht weiter betrachtet. Allerdings wurden Abhängigkeiten in Verbindung mit dem Klimawandel erkennbar, welche thematisch durch Angaben in dem Kapitel E1 Klimawandel abgedeckt sind. Anschließend wurde die Analyse der Risiken vorgenommen. Es wurde zwischen Übergangsrisiken, physischen und systemischen Risiken unterschieden. Die Analyse hat kein wesentliches Risiko ergeben. In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass die bestehende Datenlage bei den systemischen Risiken in Bezug auf Kipp-Punkte, Ansteckungsrisiken oder grundlegenden Auswirkungen des Verlusts an biologischer Vielfalt noch nicht in ausreichender Art und Weise vorliegt, um detaillierte Rückschlüsse für den ÖBB Infrastruktur-Konzern abzuleiten. Die Resilienzanalyse hat ergeben, dass kein Risiko im Bezug auf biologischer Vielfalt und Ökosysteme ermittelt wurde, welches das Geschäftsmodell sowie die Strategie des ÖBB Infrastruktur-Konzerns wesentlich beeinträchtigt. 34 LEAP-Ansatz: Vierstufige Methode 1. Ermittlung wesentliche Standorte in Bezug auf Biodiversität (Locate), 2. Bewertung der Auswirkungen der Standorte (Evaluate), 3. Beurteilung der Risiken und Chancen bezüglich Biodiversität (Assess), 4. Entwicklung von Strategien und Maßnahmen (Prepare). 85

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