Nachhaltigkeitsbericht 2024 – ÖBB-Infrastruktur AG

Nachhaltigkeitsbericht NB 79 ÖBB-Infrastruktur Aktiengesellschaft Konzernlagebericht | Konzernabschluss 108 Um diese wesentlichen Finanzmittel mit verbauten Mengen in Verbindung zu setzen, wurden die verbauten Mengen aus den dafür zuständigen Geschäftsbereichen abgefragt. Als Grundlage wurde dafür der SCHIG Bericht herangezogen, welcher die zu verbauenden Massen standardisierter Einheiten und Ausführungsvarianten der einzelnen Gewerke beinhaltet. Die Massen wurden in dieser Art für die Geschäftsjahre 2022 und 2023 erhoben. Da die umgesetzten Massen aus dem Jahr 2024 zum Zeitpunkt der Berichtslegung noch nicht für alle Gewerke des Schieneninfrastrukturbaus vorliegen, wurden diese als Durchschnitt der Vorjahre, gemessen am investierten Budget aus dem Jahr 2024, wertangepasst (inflationsbereinigt) fortgeschrieben. Da der Tunnelbau durch die notwendigen Tunnelschalen und Bauelemente einen der wesentlichsten Treiber in Bezug auf Massenbedarf im Baugeschehen darstellt, wurden diese Mengen auch für das Jahr 2024 direkt von den zuständigen Bereichen erhoben. Für die direkt von Hersteller:innen bezogenen Produkte und Materialien finden darüber hinaus SAP-Daten Anwendung. Dies umfasst den beschafften Schienenstahl, die Beton- und Holzschwellen sowie den Oberbauschotter. Dadurch können über 88 % der Massenbilanz für das Berichtjahr 2024 basierend auf tatsächlichen Materialmengen erhoben werden. Für diesen Anteil kann daher von einer hohen Genauigkeit der Daten ausgegangen werden. In den Folgejahren wird intensiv an einer Weiterentwicklung der Massenerfassung bei Bauprojekten und durch die Beschaffung gearbeitet, um die Datengrundlage weiter zu verbessern. Für die Holzschwellen, das wesentliche Produkte aus biologischem Material, ist eine Nachhaltigkeitszertifizierung nach PEFC oder FSC verpflichtend, weswegen diese zu 100 % zertifiziert nachhaltig beschafft werden. Bezogen auf die Gesamtmasse an Ressourcenzuflüssen stellen die Holzschwellen jedoch eine untergeordnete Bedeutung dar. Alle weiteren Investitionen, die nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Bau- und der Instandhaltung der Schieneninfrastruktur stehen, aber aufgrund der Wesentlichkeit der Bautätigkeiten allgemein für den ÖBB Infrastruktur-Konzern relevant sind, wurden durch einen Finanzmittel-basierten Ansatz, ähnlich der „Spend-based“-Methode der Treibhausgasemissionsbewertung gemäß GHG-Protocol, berechnet. Dazu wurden die verbleibenden Investitionstätigkeiten einzeln analysiert und mit einem durchschnittlichen Massefaktor, welcher für diese Investitionen repräsentativ ist, hochgerechnet. Dies betrifft circa 12 % der Massen aus der oben dargestellten Bilanz von 2024. Für diesen untergeordneten Anteil kann daher von einer mäßigen Genauigkeit der Daten ausgegangen werden. Die Unsicherheit in der Berechnungslogik stammt aus den verwendeten Massefaktoren und den Variationen, die im Einzelfall eines Bauprojekts auftreten, sowie Veränderungen in der Kostenstruktur. In den kommenden Jahren sollen diese Berechnungen weiter vertieft sowie laufend aktualisiert werden. Für die Berechnung der wiederverwendeten oder recycelten sekundären Komponenten, Produkten und Materialien wurde für Beton, (Schienen-)Stahl, Kupfer und Aluminium eine Recherche basierend auf Daten verarbeitender Unternehmen vorgenommen. Die identifizierten Quoten an Material aus sekundärem Ursprung, wurden entsprechend den Materialmassen der Erhebung angewandt und hochgerechnet. Für diese Zeile der Tabelle kann daher von einer Ungenauigkeit der Daten ausgegangen werden. Die Quelle der Unsicherheiten sind die breit gestreute Varianz an Sekundärmaterialquoten einzelner Produkte sowie Schwankungen aufgrund ihrer Verfügbarkeit bei Herstellungsprozessen. Für den Bahnkörper unter dem Planum wurde ein durchschnittlicher Wert für die Erdmassenbewegungen angenommen, welcher basierend auf Expert:inneneinschätzungen und internen Auswertungen berechnet wurde und der an die umgesetzten Projektmengen angelehnt ist. Für diese kann daher von einer mäßigen Ungenauigkeit der Daten ausgegangen werden. Die Quelle der Unsicherheiten sind die in hohem Maße individuellen Gegebenheiten der einzelnen Umsetzungsprojekte, wodurch ein Mittelwert immer einen Abschlag darstellt. Für die direkt beschafften Materialien und Produkte wird bereits zum Zeitpunkt der Berichtslegung an einer Erfassung von Primärdaten durch den Einkauf gearbeitet (siehe dazu auch F4F Tool im Abschnitt weitere Maßnahmen E5-3). Darüber hinaus wird eine Verbesserung der Datenlage aufgrund der Weiterentwicklung der Massenerfassung im Baugeschehen angestrebt sowie eine verbesserte Bewertung des Bahnkörpers für die Folgejahre vorgesehen. Doppelzählungen wurden vermieden, da ein durchgehender Abgleich mit dem investierten Finanzvolumen vorgenommen wurde. Dadurch wurde sichergestellt, dass jeder Zufluss immer nur durch eine der oben genannten Methoden bewertet wurde. Aufgrund der Verwendung von externen Quellen zur Berechnung von wiederverwendeten oder recycelten sekundären Komponenten, Produkten und Material kann keine Unterscheidung innerhalb dieser Rubrik getroffen werden. E5-5 Ressourcenabflüsse Aufgrund der Wirtschaftstätigkeiten der ÖBB-Infrastruktur AG entstehen keine wesentlichen Produktabflüsse, abgesehen von Abfällen. Dies ist auch dadurch gegeben, dass die gebaute Infrastruktur in der Regel permanent im Besitz des Unternehmens als Teil des Anlagevermögens bleibt. Im Sinne der Ökologisierung und Kreislaufwirtschaft erfolgt bei Infrastrukturvorhaben der ÖBB-Infrastruktur AG eine Wiederverwendung von Aushubmaterialien, soweit diese bautechnisch und umwelttechnisch im notwendigen Ausmaß und zulässigerweise für das Verfüllen von Geländeunebenheiten oder das Vornehmen von Geländeanpassungen geeignet sind. Innerhalb der ÖBB-Infrastruktur AG steht der schonende Umgang mit Ressourcen sowie die Bestrebung zur Abfallvermeidung und Wiederverwendung von Materialien im Fokus. Dies spiegelt sich sowohl in den Stoßrichtungen der Kreislaufwirtschaft, als auch den daraus abgeleiteten Zielen wider. 08

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