ÖBB Geschäftsbericht 2022
128 Konzernlagebericht Ausblick 2023 Um einen langfristigen gesamthaften Gebäudeoptimierungsplan 2030 /2040 für einen fundierten Dekarbonisierungspfad im Gebäudebereich aufzusetzen, wird unter der Federführung der ÖBB-Immobilienmanagement GmbH ein entsprechendes Konzernprojekt gestartet. 2023 soll der Gebäudeoptimierungsplan in einer ersten Version vorliegen (Hochrechnungsbasis aufgrund der Ergebnisse der Pilotstandorte – inkl Zusammenfassung des aktuellen Standes des Heizöl- u. Erdgasausstiegs als Grundlage für die Erstfassung des Dekarbonisierungspfades für den Bereich Gebäude). Auch 2023 werden weitere Umbauten für den Ausstieg aus ölbefeuerten Heizungsanlagen forciert und es wird an der Fertigstellung der Konzeption für den Ausstieg aus Fossilgas-Heizanlagen bis 2034 gearbeitet. Bereich Scope-3-Emissionen In diesen Bereich fallen jene THG-Emissionen der ÖBB, die in der sogenannten Vorkette (z.B. durch Bereitstellung von Brennstoffen, Treibstoffen und Strom) oder entlang der Wertsch ö pfungskette verursacht werden. Das sind Emissionen, die bei der Herstellung der von den ÖBB beschafften Produkte und Leistungen (etwa Errichtung / Bau der Schieneninfrastruktur, Beschaffung von Schienenfahrzeugen bzw. Bussen) oder etwa auch bei Dienstreisen oder durch die Abfallentsorgung anfallen. Die Reduktion der Scope-3-Emissionen erfordert ein abgestimmtes Vorgehen auf nationaler und europäischer Ebene, da nur einige dieser Emissionen mit gezielten Maßnahmen direkt von den ÖBB beeinflussbar sind (z. B. Dienstreisen). Bei anderen Bereichen sind die ÖBB vom europäischen und nationalen Markt und / oder von technologischen Entwicklungen abhängig. Dies gilt insbesondere für die Beschaffung von Bauleistungen, Infrastrukturanlagen sowie für neue Züge und Busse. Deswegen werden für das ÖBB Klimaneutralitätsziel 2040 bis 2050 in diesem Bereich, abhängig von den erwarteten Rahmenbedingungen, unterschiedliche Anwendungstiefen und Zielansprüche definiert. Highlights 2022 Im Bereich Scope 3 war die Identifizierung der maßgeblichen THG-Treiber aus der Beschaffung der ÖBB im Fokus. Aus über 1.200 Warengruppen des ÖBB Einkaufs wurden in einem Projekt die maßgeblichen THG-Treiber aus den eingekauften / beschafften Warengruppen (Kapital-, Verbrauchsgüter und Dienstleistungen) ermittelt. Dabei wurde die THG-Relevanz und das Beschaffungsvolumen der letzten Jahre berücksichtigt. Die Ergebnisliste der wesentlichsten THG- Treiber soll im Jahr 2023 dazu herangezogen werden, die Ermittlung notwendiger Daten bzw. Informationen anzugehen. Diese Datenerhebung dient dazu in weiterer Folge gezielt THG-Reduktionsmaßnahmen zu definieren. Das Projekt wurde unter der Federführung der ÖBB-Holding AG und unter Einbeziehung der Teilkonzerngesellschaften abgewickelt. Auch das TCO CO 2 -Modell sowie die ÖBB Toolbox wurden 2022 in die Linie überführt bzw. weiter forciert, nähere Informationen finden sich im Kapitel G.6. Wie bereits in den vergangenen Jahren sind auch 2022 ÖBB-weit rund 300 t an CO 2 eq-Emissionen durch dienstlich notwendige Flugreisen im Jahr 2021 im Nachhinein kompensiert worden. Das erfolgte zu einem geringen Teil direkt über Kompensationsangebote bestimmter Fluglinien, zum überwiegenden Teil erfolgte der Ausgleich gezielt über ein Klimaschutzprojekt der Universität für Bodenkultur Wien (Aufforstung, Waldschutz und Agrarforstwirtschaft in Nepal). Auch für die THG-Emissionen dienstlich notwendiger Flugreisen 2022 wird es wieder eine Kompensation geben. Die Flugkilometer 2022 sind im Vergleich zu 2021 um mehr als das 2,5-fache (+275 %) angestiegen. Verglichen mit den Flugkilometern 2019 (vor Corona) liegen die Werte 2022, trotz des Anstiegs 2021 auf 2022, aber nur bei rund 35 %. Die vollständige Kompensation der THG-Emissionen aus den Flugreisen 2022 erfolgt im Frühjahr 2023. Ausblick 2023 2023 erfolgt der Start der schrittweisen bzw. langfristigen Umstellung von finanzbasierter THG-Bilanzierung der Scope-3- Emissionen aus dem ÖBB Einkauf hin zu konkreten Mengen / Massen. Bei den Scope 3 aus der Beschaffung wird 2023 an einer gezielten Datenerhebung gearbeitet, zusätzlich werden erste Reduktionsmaßnahmen definiert. Neben dem Start der Erarbeitung einer ÖBB Kreislaufwirtschaftsstrategie wird auch mit der Festlegung konzernweiter strategischer Stoßrichtungen zur Reduktion von Scope-3-Emissionen und mit dem Dekarbonisierungspfad für Scope 3 begonnen. Verkehrsverlagerung GRI 203-1 Weitere Verkehrsverlagerungen auf die klimafreundliche Bahn sind, neben der Dekarbonisierung, großes Ziel der Klimaschutzstrategie. Damit unterstreichen die ÖBB ihre Rolle für den Klimaschutz in Österreich. Die Verlagerung des Verkehrs ist der zentrale Treiber und auch der wesentlichste Hebel der ÖBB Klimaschutzstrategie. Schon heute ersparen die ÖBB mit ihren Verkehrsleistungen (Bahn und Bus) der heimischen Umwelt in einem gewöhnlichen Betriebsjahr rund vier Millionen Tonnen an THG-Emissionen. Deswegen gilt es, für die Zukunft so viel Verkehr wie möglich vom Luft- und Straßenverkehr auf die Schiene zu bringen. Das ist auch ein wichtiges Ziel im Mobilitätsmasterplan 2030 für Österreich. | LB69
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