ÖBB Geschäftsbericht 2022

129 Konzernlagebericht Die ÖBB wollen die Leistungsfähigkeit auf der Schiene bis 2040 verdoppeln – und zwar durch Attraktivierung des Systems sowie durch konventionellen Ausbau und Nutzung neuer Technologien. Dabei setzt die ÖBB-Infrastruktur AG auf den konventionellen Ausbau der Strecken, Bahnhöfe und Terminals, aber auch auf den Einsatz neuer Technologien in der Betriebsführung. Damit werden weitere Verkehrsverlagerungen auf Grundlage einer smarten Kapazität sowie einer Fahrzeitverkürzung ermöglicht. Noch mehr Personen für Bahn und Bus zu begeistern, ist das erklärte Ziel der ÖBB- Personenverkehr AG und der Österreichischen Postbus Aktiengesellschaft Im Fokus stehen die gesamte Mobilitätskette und weitere Qualitätssteigerungen für die Kund:innen. Abgerundet wird das Ganze mit einem verbesserten Angebot bei den Gütertransporten auf die Schiene. Auch hier sind attraktive Lösungen für die gesamte Mobilitätskette wesentlich, um mehr Transport auf der klimafreundlichen Schiene abzuwickeln. Auch Abfalltransporte sollen künftig verstärkt auf der Schiene transportiert werden. Highlights 2022 Aufbauend auf dem Nationalen Energie- und Klimaplan wird das jährliche Investitionsprogramm um 5% pro Jahr ausgeweitet. Dies findet sich auch im aktuellen – von der Bundesregierung beschlossenen – Rahmenplan 2023 bis 2028 mit einem Gesamtvolumen von rd. 19,0 Mrd. EUR für die nächsten sechs Jahre wieder. Mit dem Nightjet nach Genua und La Spezia erweitern die ÖBB ihr Angebot klimafreundlich zu reisen. Aber auch im Bereich der Rail Cargo Group gab es 2022 Neuerungen denn das TransNET, das Netzwerk an TransFER Verbindungen, Kombinationen und individuellen Routen von Europa bis nach Asien, wird laufend erweitert – nicht nur mit neuen Verbindungen, sondern auch um neue Funktionen. Neu ist, dass neben Abfahrts- und Zielort auch optional nach Art der Ladung gesucht werden kann und transportierte Gefahrgut (RID) Sendungen angezeigt werden können. Neu ist auch der Emissionsvergleich bei den regelmäßigen TransFER Verbindungen, der zeigt, wie viel CO 2 durch den Bahntransport auf der Strecke im Vergleich zur Straße eingespart wird. Dies bietet Stakeholdern und Kund:innen einen einfachen Überblick über Transportmöglichkeiten und Emissions-Einsparungen mit der RCG. Ausblick 2023 Mit dem größten Bahninfrastruktur-Paket aller Zeiten (Rahmenplan 2023 – 2028 siehe Kapitel C.4, C.5 und G.17) und trotz herausfordernder Rahmenbedingungen wird auch weiterhin in den (Um-)Bau von Infrastruktur investiert. Aber auch im Bereich Personenverkehr wird mit ÖBB360 am Ausbau von attraktiven Mobilitätsservices gearbeitet (siehe Kapitel G.9). Auch im Gütertransport ist für die kommenden Jahre ein steigendes Interesse zu erwarten, was mehr Verkehr auf der Schiene bedeutet. Gründe dafür sind unter anderem eine Novelle im Abfallwirtschaftsgesetz und ein überarbeitetes Fördersystem für Anschlussbahnen an Unternehmen. Um die infrastrukturellen Voraussetzungen dafür weiter zu optimieren, wurden im Rahmenplan 2023 bis 2028 unter anderem Mittel für die Errichtung und Anpassung von Güterladestellen vorgesehen. So wird der Umschlag von Transporten zwischen Straße und Schiene noch attraktiver. Generell ist im mittelfristigen Trend ist zu beobachten, dass sich der Schienengüterverkehrsmarkt in Europa rasant transformiert – neue Branchen, neue Kund:innen, Fokus auf Digitalisierung, Innovation und Nachhaltigkeit. Im Zuge dessen treibt die Rail Cargo Group die Digitalisierung und Innovationen im Schienengüterverkehr weiter voran. Abläufe zu automatisieren, sie einfacher und schneller zu gestalten und analoge, aufwändige und teure Prozesse durch digitale Lösungen zu ersetzen, um in den Bereichen Kosten, Transparenz und Effizienz besser zu werden – das sind die erklärten RCG-Ziele. Damit und mit Tür-zu-Tür-Lösungen sollen in den kommenden Jahren vorallem mittelständische Kund:innen, die Sendungsgrößen von einem Container bis hin zu einer Wagengruppe haben, angesprochen werden. Der Auftraggeber muss dabei nicht zwingend einen eigenen Bahnanschluss haben. Treibhausgas-Emissionen der ÖBB 2022 (THG-Bilanz) Die THG-Bilanz der ÖBB wird jährlich vom Umweltbundesamt berechnet. Zusätzlich zu Scope 1 und Scope 2 werden auch Scope-3-Emissionen angeführt. Insbesondere in jenen Bereichen der Beschaffung von Kapital- und Verbrauchsgütern und von Dienstleistungen reicht die aktuell verfügbare Datengrundlage für eine detaillierte Berechnung der Scope 3 Emissionen noch nicht aus, sodass hierzu, aufbauend auf einer Grobberechnung durch externe Expert:innen aus dem Jahr 2018 (Datenbasis 2017), eine Abschätzung (mit Bandbreiten) in Form einer Hochrechnung erfolgt. Die detaillierte Aufbereitung bzw. Berechnung dieser Scope-3-Teilkategorien erfolgt schrittweise. In den Scope-3-Kategorien brennstoff- und energiebezogene Emissionen, Abfall, Geschäftsreisen (Flugreisen) und Pendeln der Arbeitnehmer:innen konnte bereits eine detaillierte Berechnung erfolgen. Zusätzlich angegeben sind auch THG-Emissionen der internationalen (vollkonsolidierten) ÖBB Gesellschaften. Der strategische Fokus der ÖBB Klimaschutzstrategie liegt allerdings dennoch primär auf der Reduktion des nationalen CO 2 - Fußabdrucks in Österreich. In diesem Sinne erfolgt eine detaillierte Betrachtung der nationalen Emissionswerte. Die Berechnung dieser THG-Bilanz erfolgte aufgrund der aktuell verfügbaren Emissionsfaktoren des Umweltbundesamtes. Bei der Berechnung der THG-Bilanz 2022 für ÖBB national (AT) wurden in der Bahnstromaufbringung auch Übertragungsverluste berücksichtigt. LB70 |

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