ÖBB Geschäftsbericht 2022

132 Konzernlagebericht Entwicklung der Emissionen im Jahr 2022 Die Treibhausgasemissionen (Scope 1, 2) des ÖBB Mobilitätsbereichs in Österreich haben sich im Jahr 2022 geringfügig auf rund 226.000Tonnen (2021: rd. 212.000) erhöht. Die Reduktion der THG-Emissionen im Jahr 2021 war vor allem auf die durch die Coronakrise bedingten geringeren Verkehrsleistungen zurückzuführen. Im Schienenverkehr konnten die Treibhausgasemissionen auf ähnlichem Niveau wie 2021 gehalten werden – trotz großem Anstieg der Verkehrsleistungen im Personenverkehr. Der Anstieg der CO 2 eq-Emissionen im Bereich Mobilität ist v.a. auf gestiegene Verkehrsleistungen bei der Österreichischen Postbus AG zurückzuführen und weil im Auftrag der Leistungsbesteller immer noch vermehrt Dieselbusse im Einsatz sind. Die THG-Emissionen 2022 im Bereich Gebäude sind von rd. 49.500 t im Jahr 2021 auf rd. 49.300 t geringfügig gesunken. Vor allem bei Wärme (fossil) ist ein größerer Rückgang der Emissionen zu verzeichnen. Der schon 2019/2020 gestartete Heizölausstieg zeigt diesbezüglich erste Erfolge. Die dargestellten THG-Emissionen zu Scope-3-Teilkategorien sind teilweise bereits konkret berechnet und zum Teil aber noch geschätzt. Eine Entwicklung 2022 zu 2021 ist daher nur bei schon konkret angegebenen Teilkategorien darstellbar. Der erkennbare leichte Emissionsanstieg ist v. a. auf gestiegene Emissionen aus der Abfallentsorgung zurückzuführen. Entwicklung der spezifischen Emissionsfaktoren und gesamter CO 2 -Einspareffekt der ÖBB Verkehrsleistungen in Österreich Der gesamte CO 2 -Einspareffekt durch die ÖBB Verkehrsleistungen (Bahn und Bus) in Österreich beträgt im Jahr 2022 rd. 4,0 Mio. t (2021: rd. 3,0 Mio. t). Dieser Wert konnte aufgrund des Anstiegs der ÖBB Verkehrsleistungen im Berichtsjahr 2022 wieder verbessert werden. Das Vor- Corona-Niveau 2019 mit einem CO 2 -Einspareffekt von rd. 4,2 Mio. t wurde damit schon fast wieder erreicht. Die Werte der Jahre 2020 und 2021 zeigen noch die Auswirkungen der Pandemie. Aufgrund der pandemiebedingt geringeren Auslastungen in diesen Jahren, insbesondere während der „Lockdown- Zeiten“ und in den Phasen der eingeschränkten grenzüberschreitenden Verkehre, ergab sich für den spezifischen CO 2 - Fußabdruck im Personenverkehr (Schiene und Bus) im Vergleich zu 2019 eine Verschlechterung der Werte. Spezifischer CO 2 -Fußabdruck von Bahn und Bus in Österreich Spezifische CO 2 -Emissionen im Bereich Mobilität (inkl. Verschub) 2021 2022 Personenverkehr Schiene (CO 2 eq in g / Pkm) 9,5 5,7 Güterverkehr Schiene (CO 2 eq in g / tkm) 2,9 2,9 Postbus (CO 2 eq in g / Pkm) 76,7 59,8 ERLÄUTERUNG: Vergleichswerte 2020 laut Umweltbundesamt: Pkw: 217,7 g / Pkm, Flugzeug (inkl. RFI): 607,7 g / Pkm, Lkw: 88,4 g / tkm. Vergleichswerte aus der aktuellen Österreichischen Luftschadstoffinventur (OLI) für 2021 liegen laut Umweltbundesamt voraussichtlich erst im Mai 2022 vor. G.2. Anpassung an den Klimawandel GRI 201-2 Managementansatz Der Klimawandel stellt weltweit eine der größten Herausforderungen dar. Die ÖBB betreib eine Vielzahl von Initiativen, um einen Beitrag zu Dekarbonisierung zu leisten. Dennoch müssen wir zur Kenntnis nehmen, dass der Klimawandel schon passiert. Klimabedingte Veränderungen beeinflussen eine Reihe von Sektoren, Systemen und Institutionen. Bei den ÖBB betrifft das im Besonderen die Infrastruktur und die Assets des Unternehmens sowie in weiterer Folge den Umfang und die Qualität ihrer Mobilitätsdienstleistungen. Darüber hinaus müssen die ÖBB mögliche Beeinträchtigungen durch den Klimawandel sowohl für ihre Kund:innen wie auch für ihre Mitarbeiter:innen in Betracht ziehen. Die sichere Bahnbetriebsführung, ein Optimum an Streckenverfügbarkeit und die Minimierung von Anlagen- und Fahrzeugstörungen sind eine Grundvoraussetzung, damit die ÖBB ihre Mobilitätsdienstleistungen anbieten können. Für die ÖBB haben daher der Schutz ihrer Bahninfrastruktur und ihrer Assets oberste Priorität. Zugleich sollen Beeinträchtigungen für Kund:innen sowie Mitarbeiter:innen möglichst minimal gehalten werden. Um eine effektive Anpassung an den Klimawandel bestmöglich zu erwirken, ist neben der Umsetzung von Präventivmaßnahmen auch die Etablierung von Monitoring- und Frühwarnsystemen von großer Wichtigkeit. Weitere wesentliche Maßnahmen. Klimaschutz (Auszug) Integrierte Mobilitätsservices werden weiter ausgebaut | Die ÖBB konnten auch 2022 ihr ÖBB 360° Angebot weiter ausbauen. Neben zusätzlichen Gemeinden, in denen First- und Last Mile Angebote aufgebaut wurden, konnte auch der B2B Bereich weiter ausgebaut werden. Kompensation von Lagerstandorten der Rail Cargo Group | Seit 2021 werden die an den Standorten Lenzing und Wien Freudenau anfallenden CO 2 Emissionen kompensiert. | LB73

RkJQdWJsaXNoZXIy NTk5ODUz