ÖBB Geschäftsbericht 2022

133 Konzernlagebericht Die Etablierung eines Monitoring- und Frühwarnsystems dient dazu, aufkommende Gefahren und negative Einwirkungen frühzeitig zu erkennen. Die Präventivmaßnahmen der ÖBB wirken den negativen Einflüssen auf die Infrastruktur und ihre Assets entgegen. Die Schwerpunkte liegen dabei beispielsweise auf dem Schutz vor Naturgefahren, vor Einschränkungen bei der Energieerzeugung und vor Beeinträchtigungen für Kund:innen sowie Mitarbeiter:innen. Das Katastrophenmanagement der ÖBB sowie an den Klimawandel angepasste Produkte im Personen- und Güterverkehr sind weitere Maßnahmen, die die Anpassung an den Klimawandel unterstützen. Zielsetzungen – Gezielte Entwicklung und Erweiterung von geeigneten Vorbeugemaßnahmen bzgl. Auswirkungen des Klimawandels. – Einführen von Monitoring- und Frühwarnsystemen, um Gefahren frühzeitig und rasch zu erkennen und effizient zu informieren. – Umsetzung der bereits definierten einheitlichen Vorgehensweise bei Instandsetzungs- und Wartungsarbeiten im Gleis bei hohen Temperaturen. – Erhalt und Pflege der Fläche an bewirtschaftetem Schutzwald. – Bedarfsgerechtes Anlagenmanagement bei den Steinschlag- und Lawinenverbauungen. Wichtige Kennzahlen auf einen Blick 2021 2022 Steinschlag- und Lawinenverbauungen (Gesamt-km) 202 204 Fläche bewirtschafteter Schutzwald (ha) 3.370 3.370 Bäume im Baumkataster (Stk.) 10.423 10.246 Verschiedene Baumarten 205 203 Um die Natur und auch ihre vorhandene Schutzfunktion nicht negativ zu beeinflussen, legen die ÖBB sehr großen Wert darauf, nur die notwendigsten Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel zu setzen. Das sind beispielsweise Steinschlag- und Lawinenverbauungen, da dies immer einen Eingriff in die Natur bedeutet. Im Vergleich zu 2021 wurde die Gesamtlänge an Steinschlag- und Lawinenverbauung auf 204 km, also um 2 ௗ km erhöht. Künftig sind vermehrt Schäden an Bahnanlagen und Streckenunterbrechungen durch Stürme zu erwarten. Zudem können durch Hitze- und Wasserstress oder durch Schädlinge die Schutzfunktion der Wälder beeinträchtigt werden. Um die Bahninfrastruktur vor Hangrutschungen, Muren oder Lawinen zu schützen, ist ein funktionsfähiger und stabiler Schutzwald von großer Bedeutung. Daher setzen die ÖBB auf den Erhalt der Fläche an bewirtschaftetem Schutzwald, der mit 3.370 ha weiterhin gleichbleibend groß ist. Extremwetterereignisse stellen die Verfügbarkeit der Schieneninfrastruktur und damit auch die Pünktlichkeit immer wieder vor große Herausforderungen. Geografisch bedingt gibt es in Österreich für Züge nur sehr lange Umleitungsstrecken, so kommen entsprechende Schienenersatzverkehre zum Einsatz. Damit diese wetterinduzierten Schadensereignisse bestmöglich reduziert oder vermieden werden können, wurde 2019 unter anderem das Projekt „clim_ect“ gestartet und 2021 erfolgreich abgeschlossen. Mithilfe der Projektergebnisse können Aussagen zur Eintrittswahrscheinlichkeit eines wetterbedingten Schadensereignisses getroffen werden. Dies gelingt mit der Überschneidung der meteorologischen Daten inklusive Wetterbeobachtungen und einer konkreten kleinräumigen Bezugsebene. Damit können zukünftig Gefährdungskorridore auf der Schieneninfrastruktur identifiziert und präventive Handlungen gesetzt werden. Mit der Weiterarbeit am Projekt „INGEMAR“ (Intelligentes Naturgefahrenmanagement- und Risikobeurteilung) sollen in den nächsten Jahren weitere Schritte im Naturgefahrenmanagement gesetzt werden. Durch das Verbinden von Prognosen, technischen Maßnahmen und lokalemWissen bei Naturereignissen soll effizienter und proaktiver reagiert werden können. LB74 |

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