ÖBB Geschäftsbericht 2022
134 Konzernlagebericht Reisen mit Komfort Der ÖBB-Personenverkehr AG ist es ein wichtiges Anliegen, den Kund:innen auch in heißen Sommern ein angenehmes Reiseerlebnis anbieten zu können. Dazu gehört neben anderen Faktoren auch eine topausgestattete Flotte, die eine angenehme Reise in wohltemperierten Zügen und Bussen ermöglicht. Im Zusammenhang mit zahlreichen Upgrades wurden im Laufe der Jahre immer mehr Züge mit Klimaanlagen ausgestattet. Bei Ankäufen neuer Garnituren gehört dies selbstverständlich bereits zum Standard. Bei Neubeschaffungen ist vor allem der Blick in die Zukunft gefragt. Die gültigen Normen in der EU zur Klimatisierung von Schienenfahrzeugen berücksichtigen bereits steigende Anforderungen und hohe Leistungsfähigkeit aufgrund häufigerer erhöhter Außentemperaturen im Sommer. Hochwasserbetroffenheit von Bahnanlagen Im Sinne der Betriebssicherheit und Streckenverfügbarkeit werden Pläne erstellt, die jene Streckenabschnitte ausweisen, an denen für die Bahnstrecken in Österreich eine potenzielle Hochwasserbetroffenheit besteht. Bei den konkret betroffenen Streckenabschnitten wird ein technisches Maßnahmenkonzept (Machbarkeitsstudie) hinterlegt, das als Grundlage für mittel- und langfristige Planungsprojekte zur Verfügung steht. Die Inhalte der Hochwasserbetroffenheit bilden dabei auch eine wesentliche Grundlage für die Bewertung von Hochwasserschutzprojekten von Dritten, die einen Einfluss auf die Bahn haben können. Beispielsweise werden die Pläne bei den Verhandlungen von Beitragszahlungen mit Dritten herangezogen. Mit der Weiterarbeit am Projekt „INGEMAR“ (Intelligentes Naturgefahrenmanagement- und Risikobeurteilung) sollen in den nächsten Jahren weitere Schritte im Naturgefahrenmanagement gesetzt werden. Durch das Verbinden von Prognosen, technischen Maßnahmen und lokalemWissen bei Naturereignissen soll effizienter und proaktiver reagiert werden können. Highlights 2022 Im Jahr 2022 wurde erstmals eine Klimarisiko- und Vulnerabilitätsanalyse (siehe Kapitel G.8. – EU-Taxonomie-VO) durchgeführt, welche in den kommenden Jahren verfeinert wird. Weiters wurde 2022 die Naturgefahrenhinweiskarte fertiggestellt, welche entlang des ÖBB Streckennetzes die Ergebnisse der bundesweit standardisierten und objektiv erhobenen potenziellen Gefährdungsbereiche durch Naturgefahren, insbesondere von Steinschlag und Wildbachereignissen, darstellt. Um Baumwürfe bzw. Baumbrüche Richtung Oberleitung und Gleis bei Stürmen und Gewittern bestmöglich zu reduzieren, wurden sowohl im Jahr 2021 als auch im Jahr 2022 insgesamt bis zu ca. 120 km Bahnniederwald hergestellt. Dies bedeutet, dass Bäume, die bei Stürmen oder auch bei Gewittern ins Gleis fallen könnten, bedarfsorientiert entfernt wurden. Die gleiche Menge an Bahnniederwald soll auch im Jahr 2023 umgesetzt werden. Dadurch wird weiterhin ein wesentlicher Beitrag zur Steigerung der Sicherheit, Pünktlichkeit und Streckenverfügbarkeit geleistet. Aktuelle Niederschlagsdaten als wichtige Grundlage für die Dimensionierung von Entwässerungsanlagen Die klimatischen Änderungen können sich auch auf den gesamten Bahnkörper sowie auf das bahnnahe Umfeld (Böschungen, Lehnen, Wildbach- und Lawineneinzugsgebiete etc.) und damit letztendlich auf den Bahnbetrieb auswirken. Das können Änderungen des Niederschlagsmusters (intensiverer Niederschlag, Regen, Schnee etc. in einem bestimmten, tendenziell kürzeren Zeitintervall), der Anstieg der Durchschnittstemperaturen, die Zunahme an Windgeschwindigkeiten oder die Änderung in Bezug auf Häufigkeit und Intensität von Wetterereignissen sein. Für die Dimensionierung von Entwässerungsanlagen werden daher Niederschlagsdaten verwendet, die möglichst aktuell und auch laufend fortgeschrieben / aktualisiert werden. Diese Niederschlagsdaten werden vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Regionen und Wasserwirtschaft per Internetabfrage bezogen. Je nach regionalen und lokalen Gegebenheiten können insbesondere kleinräumige, stärkere Niederschlagsereignisse vermehrt zu Hochwasser und Überschwemmungen, Muren oder Hangrutschungen führen. Punktuelle Aussagen zu klimawandelbedingten Veränderungen sind jedoch sehr schwierig zu treffen, da speziell diese lokal begrenzten Extremwetterereignisse, die große Folgeschäden nach sich ziehen, nur schwer vorhergesagt werden können. Durch die Verwendung dieser Niederschlagsdaten wird das Ziel verfolgt, bestmöglich die aktuellsten Grundlagen für die Dimensionierung von Entwässerungsanlagen zu verwenden. | LB75
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