ÖBB Geschäftsbericht 2022

143 Konzernlagebericht G.5. Biodiversität und Artenvielfalt GRI 413-1 Managementansatz Um ihren Kund:innen österreichweit ein flächendeckendes Bahnangebot bieten zu können, betreiben die ÖBB auf einem Streckennetz mit knapp 5.000 km rd. 10.000 km Bahngleise, die durch und in die Natur führen. Diesem Eingriff steht der Umstand gegenüber, dass Bahnstrecken (mittlerweile) aber auch wichtige Lebensräume und Rückzugsgebiete für Pflanzen und Tiere sind. Zudem sind die ÖBB überzeugt, dass ein intakter Lebensraum eine gute Lebensqualität für alle Menschen sichert. Als Klimaschutzunternehmen wollen die ÖBB auch zur Wahrung der Biologischen Vielfalt im Land beitragen. Negative Auswirkungen auf die Umwelt sollten so gering wie möglich gehalten werden, um natürliche Lebensräume zu erhalten. Die Berücksichtigung von Natur- und Artenschutz erfolgt bereits bei der Planung von Bau- und Erhaltungsmaßnahmen auf Grundlage der entsprechenden Bundes- und Landesgesetze. Notwendige Eingriffe in Natur und Landschaft werden so umgesetzt, dass möglichst wenige negative Auswirkungen durch Vermeidungs-, Verminderungs-, Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen entstehen. Darüber hinaus unterstützen die ÖBB zahlreiche Natur- und Artenschutzprojekte, die den Erhalt der biologischen Vielfalt fördern. Das Thema „Artenvielfalt und Biodiversität“ ist zudem Inhalt bewusstseinsbildender Trainings und Fortbildungen. Zielsetzungen – Die ÖBB wollen in der Vegetationskontrolle auf Gleisanlagen den Einsatz von chemischen Herbiziden weiter reduzieren. – Die ÖBB wollen bei ihren Mitarbeiter:innen die Bewusstseinsbildung zum Thema „Artenvielfalt und Biodiversität“ vorantreiben. – Zur Schaffung und Verbesserung von Lebensräumen an und um die Bahn wollen die ÖBB im Rahmen der Möglichkeiten gezielte Initiativen umsetzen. – Arten- und Naturschutzmaßnahmen sollen im Einklang mit den betrieblichen Anforderungen der Bahn umgesetzt werden. Zur Erhöhung der Biodiversität entlang der Strecke wird Wert auf eine spezielle Gestaltung der Bahndämme und Böschungen gelegt. Planung und Bau der Anlagen sind bereits auf die Förderung von verschiedene Vegetationstypen am Bahndamm abgestimmt, um die Vielfalt der Fauna und Flora weiter zu forcieren. Die Bahnbegleitflächen fungieren aufgrund ihrer extensiven Bewirtschaftung als Rückzugsraum und Migrationskorridor für seltene Tier- und Pflanzenarten sowie als verbindendes Element zwischen verschiedenen Lebensräumen in Österreich. Aber auch Bahntrassen mit ihren vorwiegend naturnahen, nicht intensiv genutzten und extensiv bewirtschafteten Flächen bieten geeignete Lebensräume, Rückzugsgebiete sowie Wanderkorridore für viele Tier- und Insektenarten. Zudem stellen intakte, naturnahe und artenreiche Lebensräume eine Vielzahl an Ökosystemleistungen zur Verfügung und fördern dadurch die Lebensqualität der Menschen. Weitere wesentliche Maßnahmen. Ressourcenmanagement (Auszug) Kreislaufwirtschaft ÖBB-Immobilien GmbH | Beim Rückbau des Bahnhof Gedersdorf (2022) wurde erstmals die Kreislaufführung von geeigneten Materialien verstärkt berücksichtig. Eine Evaluierung erfolgt 2023. e-frachtbrief@ | Umstellung des klassischen Papier-Frachtbrief auf eine digitale Lösung, erspart rund 35 Tonnen Papier. Keine Rangierzettel mehr bei nationalen Transporten | Die Rail Cargo Group informiert ihre Dienstleister seit August 2022 digital (sofern nicht gesetzlich anders vorgeschrieben) über ladungsbezogene Einschränkungen und spezielle Sendungen. Dies ist einerseits gut für die Umwelt, gleichzeitig wurden so auch die Prozesse effizienter. Fernauslesbare Wasserzähler | Installation von fernauslesbaren Wasserzählern, um bei der ÖBB-Technischen Services GmbH genauere Daten für die Wasserentnahme zu erhalten. Sandsilos an ÖBB-Produktions-Stützpunkten | Zur Feinstaubreduzierung, Schutz der Mitarbeiter und Reduktion von Plastik wurden an den Stützpunkten in Innsbruck, Linz und Villach Sandsilos erreichtet. Dieses Projekt wird in den nächsten fünf Jahren an allen größeren Standorten fortgesetzt. LB84 |

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