ÖBB Geschäftsbericht 2022

149 Konzernlagebericht Ausblick 2023 Im Bereich der Asset- und Technologieinnovationen wird das Jahr 2023 bei der ÖBB ganz unter dem Zeichen von Europe´s Rail Joint Undertaking stehen. Denn im Rahmen der ersten Ausschreibung dieses europäischen Programms erhielten alle sechs mit ÖBB-Beteiligung eingereichten Projekte eine positive Förderzusage. Die Schwerpunkte dieser sechs Projekte umfassen u. a. digitale Lösungen zur Umsetzung eines europaweit einheitlichen Traffic Management System, digitaler und automatisierter Bahnbetrieb, integrierte Asset-Lösungen für verbesserte Instandhaltung, nachhaltige und grüne Lösungen für Schienenfahrzeuge, Demonstratorprojekte zur Testung der digitalen automatischen Kupplung, Umsetzungsprojekte für europaweit vereinfachten, grenzüberschreitenden Schienengüterverkehr sowie die Entwicklung von kostengünstigen Infrastrukturlösungen für Regionalbahnen. Die Schwerpunkte der ÖBB-Beteiligung in diesen Projekten liegen dabei in den Bereichen Weiterentwicklung der digitalen Automatische Kupplung, Pilotprojekte im Bereich seamless cross-border Betrieb für den Schienengüterverkehr und automatisierter Bahnbetrieb. Ebenso im Fokus stehen der automatisierte Verschub, die Simulationen im Digitalen Zwilling, standardisierte Zuglaufcheckpointlösungen, die additive Fertigung für Schienenfahrzeuge, die Luftqualität in Personenwagen aber auch kostengünstige Lösungen für Regionalbahnen. In diesen insgesamt sechs großvolumigen Flagship Projekten idHv rd. 552,0 Mio. EUR (davon rd. 232,0 Mio. EUR Co-Finanzierung durch die Europäische Union) des ER JU werden erste Ergebnisse bereits 2023 erwartet. Serviceinnovationen Highlights 2022 und Ausblick 2023 Im Innovationsjahr 2022 brachten ÖBB Mitarbeiter:innen 1.410 Ideen in die Ideenwerkstatt ein. 2023 wird die Ideenwerkstatt weiterentwickelt, um ÖBB Kolleg:innen in der Umsetzung ihrer Ideen zu fördern. Darüber hinaus identifizierte das Open-Innovation-Team zahlreiche Innovationsoptionen und unterstützte Fachbereiche punktuell bei strategisch wichtigen Themen (z.B. Inklusion, Logistik oder Verpflegung am Bahnhof) oder über das gesamte Jahr im konzernweiten Innovationsprogramm (Regionalbahn, Reisen mit Gepäck). Zum Thema „Nachhaltige Mobilität der Zukunft“ fanden zahlreiche Onlineevents und Netzwerktreffen der „Community creates Mobility“ statt wie z. B. zu den Themen Stadtstraße oder nachhaltiger Urlaub. Für interne und externe Innovator:innen wurde mit der Open Innovation Factory eine neue Räumlichkeit zum Austausch geschaffen, die im Frühjahr 2023 eröffnet wird. Sie wird zum Treffpunkt und Arbeitsplatz einer aktiven und diversen Community rund um die Mobilität der Zukunft und für nachhaltige Mobilität. Außerdem sind für Sommer 2023 die ersten ÖBB-Innovation Days unter dem Namen „Plattform Tomorrow“ geplant, mit dem Ziel die Innovationskraft der ÖBB für Interne und Externe sichtbar zu machen Im Frühjahr 2023 wird die konzernweite Innovationsstrategie veröffentlicht, die mit ihren Innovationssuchfeldern Leitlinien für die Innovationsarbeit geben wird. Ebenfalls wird das Innovationsportfolio ausgebaut, indem der Fokus von Service- und Produktinnovation um Geschäftsmodellinnovation erweitert wird. Innovationsprogramm unter dem Motto der Kundenzufriedenheit bei Bahnreisen Das Innovationsprogramm feierte im Jahr 2022 seinen fünften Geburtstag. Dies nahm das Team zum Anlass das Format zu überarbeiten und an die Bedürfnisse der Nutzer:innen anzupassen. Das Programm stand im Jahr 2022 ganz unter dem Motto die Kundenzufriedenheit der Bahnreisenden zu verbessern. Hierzu wurden drei konkrete Projekte gestartet, die sich um die Themen Kund:innenservice (KI- gestützte E-Mail-Klassifizierung im Kund:innenservice), Kund:inneninfo (Kund:inneninformation am Bahnhof) und der ÖBB-Kund:innenwelt (Customer-Relationship-Management mit Hilfe eines Kund:innenkontos) drehen. Postbus Shuttle Die Mobilitätsbedürfnisse der Menschen verändern sich. Sie verlangen nach individuellen, flexiblen und digitalisierten Mobilitätslösungen im öffentlichen Verkehr. Um bestmöglich auf diese Bedürfnisse eingehen zu können, wurde mit dem Postbus Shuttle ein neues Service speziell für den ländlichen sowie suburbanen Raum geschaffen. Das Postbus-Shuttle ergänzt das bestehende öffentliche Angebot und ermöglicht dort ein Angebot, wo es derzeit keines gibt: mit kleineren Bussen (in der Regel 9-Sitzer) und ganz ohne Fahrplan, also on demand. Nach intensiver Vorbereitungszeit konnten 2021 die ersten Piloten des Postbus Shuttles erfolgreich in Betrieb gehen. Das Interesse und das Bedürfnis der Menschen an On-Demand-Mobilität sind enorm. Das Postbus Shuttle nahm am 1. Dezember 2021 mit der Mobilregion Mödling in einem der größten On-Demand-Gebiete Europas seinen nächsten Betrieb auf. War der Postbusshuttle 2021 in 30 Gemeinden etabliert, konnte 2022 das Angebot in 10 weiteren Gemeinden ausgeweitet werden. Der Postbusshuttle ist unter anderem in Kärnten (Techelsberg am Wörthersee und Ossiacher See) und Oberösterreich (Zukunftsraum Donau Gusen, Donau-Ameisberg) in Betrieb. Weitere Projekte und die Ausweitung des bestehenden Angebots sind bereits in Planung. LB90 |

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