ÖBB Geschäftsbericht 2022

150 Konzernlagebericht G.8. Sustainable Finance Managementansatz Bereits in der 2015 von den Mitgliedsstaaten der UNO verabschiedeten „Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“ wurden 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals – SDGs) definiert. Zur Umsetzung dieses globalen Plans wurde auch dem Finanzmarkt eine entscheidende Rolle zugesprochen. Daraus ableitend sorgen Regularien dafür, dass die Erfüllung von Nachhaltigkeit zu einem Schlüsselfaktor für Investitionen und den dafür notwendigen Kapitalströmen wird. Solche Regularien sind die 2019 von weltweit führenden Geldinstituten beschlossenen „Principles of Responsible Banking“ oder die 2020 auf den Weg gebrachte und seit Jänner 2022 rechtlich bindende EU- Taxonomie. Ziel ist, durch die Entwicklung von klaren Kriterien auf EU-Ebene klarzustellen, welche Investitionen und Kapitalströme als „nachhaltig“ beziehungsweise „grün“ klassifiziert werden können. Gleichzeitig soll damit auch der Vermarktung von „grünen“ Anlageprodukten, die weder Umwelt- oder Nachhaltigkeitsstandards entsprechen („Greenwashing“), entgegengewirkt werden. Die dabei relevanten Taxonomie-Kennzahlen sind: CapEx, OpEx und Umsatz. Aus der Finanzierungssicht bekommt CapEx dabei eine besonders wichtige Stellung. Ein weiteres vom Finanzmarkt anerkanntes Qualitätsmerkmal für die Nachhaltigkeit eines Unternehmens ist ein ESG-Rating. Dafür werden Kriterien aus den Bereichen Environment (Umwelt), Social (Soziales) und Governance (Unternehmensführung) herangezogen. Die ÖBB bekennen sich zu einer nachhaltigen Ausrichtung ihres unternehmerischen Handelns. Mit der ÖBB Nachhaltigkeitsstrategie werden dabei alle drei Säulen (Ökologie, Ökonomie und Soziales) in ein ausgeglichenes Verhältnis gebracht. Dementsprechend hat der Bausteine „Sustainable Finance“ einen wichtigen Stellenwert. Das lässt sich darauf zurückführen, dass die Nachhaltigkeitsperformance der am Kapitalmarkt operierenden Konzerngesellschaften sehr eng mit einer nachhaltigen Absicherung des jeweiligen wirtschaftlichen Unternehmenserfolgs verbunden ist. Grund dafür ist nicht zuletzt eine zunehmende Kapitalintensivierung von ökologischen Effekten sowie die Verbindung von Nachhaltigkeitsstandards mit Finanzierungsformen. Weitere wesentliche Maßnahmen. Innovation und Technologie (Auszug) Rail4Future | Entwicklung von Simulationsmodellen für automatisierten Betrieb sowie Verbesserung der Instandhaltung durch Predictive Maintenance für Infrastruktur. H2Railtube | Entwicklung eines für den kombinierten Verkehr geeigneten Containers für Wasserstofftransport unter besonderer Berücksichtigung der Logistikkette. AM4Rail | Im Projekt AM4Rail wird der konkrete Anwendungsbereich von additiver Fertigung für Schienenfahrzeugbereich weiterentwickelt. MIKE, der digitale Assistent für den Güterverkehr | Digitale Lösungen zur effizienteren und transpararenteren Abwicklung von Schienengüterverkehren durch entsprechendes Tracking, Ordering und Capacity Planning Funktionen. Vipes | Durch maschinelles Lernen soll ein Verfahren entwickelt werden, dass effiziente und gleichzeitig robuste Einsatzpläne für Triebfahrzeugführer:innen sowie Fahrzeuge ermöglicht. Postbus Lenkercockpit | Das digitale Lenkercockpit bietet digitale Services, die den gesamten Busbetrieb – vom Ticketverkauf bis hin zur Einsatzplanung effizienter machen. „Community creates Mobility (CcM)“ | In dieser offenen Community treffen sich Mobilitätsinteressierte aus ganz Österreich zum Austausch und entwickeln gemeinsamer nachhaltiger (Mobilitäts-)Lösungen. | LB91

RkJQdWJsaXNoZXIy NTk5ODUz