ÖBB Geschäftsbericht 2022
194 Konzernlagebericht In puncto „New Work“ und „Agiles Arbeiten“ wird auch 2023 verstärkt auf das neue Arbeiten vorbereitet. Die ersten Feedbacks zeigen, wie wertvoll diese Angebote für Mitarbeiter:innen des ÖBB Konzerns sind. So profitieren die Teilnehmer:innen von einer Wissens- und Verständniserweiterung, die neben den Trainings im Zuge der konzernübergreifenden Vernetzung zustande kommt. Projekte und Initiativen zum Thema New Work werden aufgezeigt. Dabei lernen die Teilnehmer:innen, wo sie sich Unterstützung holen können und in welchen Themen sie sich auch selbst einbringen können. Andererseits werden in diesem Kontext auch interne ÖBB Expert:innen, die als Trainer:innen und Multiplikator:innen ihren Wissensschatz und ihre ÖBB-Praxiserfahrung teilen, genutzt. Insbesondere bei New Work ist es maßgeblich, dass das theoretische Wissen in die ÖBB-Praxis erfolgreich transferiert werden kann. Nur so lernen wir als Organisation. Ab 2023 werden einzelne Module des ÖBB akademie-Programms „New work at ÖBB“ häufiger und rollierend angeboten. Besonders stolz sind die ÖBB auf die Steigerung des Frauenanteils bei strategisch relevanten Entwicklungsprogrammen der ÖBB akademie auf über 38%. Darüber hinaus sind zusätzliche Initiativen und Maßnahmen zur weiteren Erhöhung der Frauenquote geplant. Nicht zuletzt, weil die Teilnehmer:innen von einer möglichst diversen Gruppenzusammensetzung profitieren. Führungskräfteentwicklung – zielgerichtet, flexibel und selbstbestimmt Auf Basis der ÖBB-weiten Ergebnisse des 360° Führungsfeedback 2021 wurden im ersten Halbjahr 2022 Fokusthemen für die allgemeine und konzernweite Führungskräfteentwicklung definiert. Unter dem Dach „Führungsimpulse“ startete mit Ende 2022 die Umsetzung der Entwicklungsangebote auf drei Ebenen: (1) themenspezifisch gebündelte E-Learnings, (2) Lead und Learn zur wechselseitigen Unterstützung und damit Nutzung des Schwarmwissens der ÖBB-Führungskräfte und (3) Strategie-Zirkel zur Förderung des strategischen Denkens und Handelns. H. Nichtfinanzielle Chancen und Risiken GRI 2-23, 3-3 Als wichtiges Instrument der Unternehmensführung begleitet das Chancen- und Risikomanagement alle relevanten Geschäftsprozesse und Finanzpositionen der wesentlichen Konzernunternehmen. Dafür ist es notwendig Chancen und Risiken rechtzeitig zu erkennen und proaktiv durch geeignete Maßnahmen zu steuern, um damit bestehende und künftige Erfolgs- und Wachstumspotenziale abzusichern. Alle identifizierten Chancen und Risiken werden dabei hinsichtlich möglicher Auswirkungen und Eintrittswahrscheinlichkeiten anhand der fortgeschriebenen Bewertungen oder aufgrund von Erfahrungswerten laufend einer qualitativen und quantitativen Beurteilung unterzogen. Dies bildet die Voraussetzung, um gezielt Maßnahmen zur Steuerung zu setzen, sei es um Chancen abzusichern oder Risiken entgegenzuwirken. Prozess Chancen- und Risikomanagement Im ÖBB-Konzern sind Chancen und Risiken grundsätzlich als Ereignisse oder Entwicklungen definiert, die zu einer positiven oder negativen Ergebnisabweichung gegenüber den Planungsannahmen führen können. Die Überarbeitung des Chancen- und Risikoportfolios erfolgt daher synchron mit den Planungsprozessen. Die verbindliche Konzernrichtlinie und das ebenfalls konzernweit verbindliche Chancen- / Risikomanagement-Handbuch definieren Regeln, Spielräume und Mindestanforderungen des Chancen- und Risikomanagements für alle einbezogenen Unternehmenseinheiten. Das oberste Ziel der Risikopolitik bildet die uneingeschränkte Absicherung der Unternehmenstätigkeit. Demnach sollen Risiken nur dann eingegangen werden, wenn ihre Dimension abschätzbar und damit gleichzeitig eine Steigerung der Erträge und des Unternehmenswerts verbunden ist. Dieser Prozess wird durch eine Risikomanagementsoftware unterstützt. Die Prüfung und Konsolidierung der Einzelrisiken erfolgt in der konzernweiten Chancen- und Risikoplattform. Dabei wird ein Bericht an den Vorstand der ÖBB-Holding AG erstellt, welcher die wichtigsten Risiken sowie entsprechende Gegenmaßnahmen oder Chancen abbildet. Auf dieser Grundlage können dem Aufsichtsrat sowie dem Prüfungsausschuss der ÖBB-Holding AG und der Konzerngesellschaften umfassende Informationen zur aktuellen Chancen- und Risikosituation zur Verfügung gestellt werden. Impact-Assessment der Geschäftstätigkeit Die ÖBB sind Österreichs größter Mobilitäts- und Logistikdienstleister. Sie bauen und betreiben Infrastruktur im Auftrag der Republik, gehören zu den größten Auftraggebern für die heimische Wirtschaft, sind bedeutender Arbeitgeber und einer der größten Lehrlingsausbilder des Landes. Daher hat ihre Geschäftstätigkeit Auswirkungen sowohl auf finanzielle als auch auf nicht finanzielle Belange ihrer Umgebung. In der nachfolgenden Tabelle werden die wesentlichen Risiken der Auswirkung der Geschäftstätigkeit sowie die gesetzten Maßnahmen dargestellt. Ergänzt wird diese Sichtweise in den darauffolgenden Seiten mit jenen Risiken und Maßnahmen, die für den wirtschaftlichen Unternehmenserfolg relevant sind. | LB135
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