ÖBB Geschäftsbericht 2022
23 #RichtungZukunft M achen wir uns nichts vor: Der Ukrainekrieg, aber auch die europaweite Trockenperiode haben die Energiemärkte letztes Jahr stark strapaziert. Es kam zu enormen Preissprüngen, die Ende August zu ei- nem noch nie dagewesenen Allzeithoch führten. Klar ist auch, dass die aktuelle Energiekrise Menschen und Unterneh- men vor neue Herausforderungen stellt. In die Karten gespielt haben uns zwar die gute Versorgungslage und der relativ milde Winter, dennoch ist das Preis- niveau sehr hoch. Die ÖBB sind davon nicht ausgenommen – und das, obwohl die Bahn im Vergleich zum Straßen- und Flugverkehr die energieeffizienteste Form der Mobilität ist und Bahn- und Drehstrom zu 100 Prozent aus erneuer- baren Energiequellen stammen – ja, zu einem Großteil sogar von den ÖBB selbst produziert werden. Als Vorreiter in Sachen Elektromobilität werden bei den ÖBB bereits 95 Prozent der Schienen- verkehrsleistungen elektrisch erbracht. Rund 6.400 Züge mit einem Bahnstrom- bedarf von rund 2 Terrawattstunden sind täglich im Netz der ÖBB unterwegs. Rund ein Drittel dieses Bedarfs stellen die ÖBB mit sieben Wasserkraft- werken, sechs Fotovoltaikanlagen und einem Windkraftwerk selbst her. Weitere knappe 30 Prozent werden von vier zu- verlässigen Partnerkraftwerken bezogen. „Somit decken wir bereits knapp 2/3 des Bahnstrombedarfs aus Quellen ab, die vom öffentlichen Netz unabhängig sind“, sagt Johann Pluy, Vorstand der ENERGIE. Ein Drittel des Bahnstrombedarfs wird in eigenen Kraftwerken erzeugt. Bis 2030 investieren die ÖBB eine Milliarde Euro in den Ausbau der Erzeugung von Strom aus Wasser, Wind und Sonne. Der konsequente Ausbau erneuer- barer Energie- quellen ist das Herzstück unserer Klimaschutz- strategie. KRAFTWERK TAUERNMOOS. Stausee zur Kraftwerksguppe im Salzburger Stubachtal Mit eigenem Strom unabhängig unterwegs
RkJQdWJsaXNoZXIy NTk5ODUz