ÖBB Geschäftsbericht 2022

#RichtungZukunft Was muss passieren, damit wir unsere Klimaziele doch noch erreichen? Oder müssen wir diese schon aufgeben? MATTHÄ: Aufgeben müssen wir meines Erachtens noch nicht, aber die Zeit zu handeln wird immer knapper. Und hier wollen wir uns als ÖBB voll einbringen. Die Bahn ist einer der wesent- lichsten Hebel, um den Verkehrsbereich zu dekarbonisieren. Also nützen wir doch diesen Hebel! Die ÖBB haben deshalb einen Plan vorgelegt, wie wir unsere Kapazitäten bis 2040 ver- doppeln können. Und zwar für den Personenverkehr UND den Güterverkehr. Und ja, das kostet Geld. Aber was ist die Alter- native? Wenn wir die Klimaziele nicht erreichen, werden wir enorm hohe Kosten aus der Klimaveränderung zu tragen haben – und zusätzlich noch Strafzahlungen an die EU leisten müssen. Wir sollten die Zukunft gestalten und nicht abwarten. 2023 feiern wir 100 Jahre ÖBB. Wie würden Sie in wenigen Worten die Entwicklung, die das Unternehmen genommen hat, beschreiben? MATTHÄ: Vom dampfbetriebenen Zug über die E-Lok auf dem Weg zum vollständig digitalen Zug. Zugegeben: Auf der letzten Etappe haben wir noch einige Schritte vor uns! Herr Schiefer, Sie verlassen das Unternehmen auf eigenen Wunsch Mitte des Jahres. Wie fällt Ihr Resümee aus? SCHIEFER: Als Gesamtprojektleiter für den neuen Wiener Haupt- bahnhof bin ich im Jahr 2005 in das Unternehmen eingetreten. In diesen beinahe 20 Jahren ist in der ÖBB unheimlich viel geschehen. Das Unternehmen ist moderner, internationaler und diverser geworden. International haben wir uns dank der Leistungen unserer Mitarbeiter:innen einen ausgezeichneten Ruf erarbeitet. Die letzten Jahre des intensiven Krisenmanagements waren herausfordernd, haben aber einmal mehr gezeigt, wozu motivierte Menschen auch in schwierigen Zeiten fähig sind. Ich habe im Unternehmen viele Freunde gefunden und ich bin dank- bar für die schöne gemeinsame Lebenszeit. Es war mir eine Ehre, einen Beitrag zur Bewältigung der Krisen zu leisten. Glück auf! Herr Matthä: 40 der angesprochenen 100 Jahre haben Sie im Unternehmen miterlebt. Sie haben dabei in unter- schiedlichen Funktionen für die ÖBB gearbeitet. Wie wür- den Sie diese doch unglaubliche Zeitspanne beschreiben? MATTHÄ: Ich staune selber immer wieder, wie sich das Unter- nehmen in den „wenigen“ Jahren, die ich dabei bin, weiterent- wickelt hat. Wenn ich heute beispielsweise als CER-Präsident mit den anderen europäischen Eisenbahnchefs spreche, dann merke ich, welche Spitzenposition unter den Bahnen die ÖBB mittlerweile einnehmen. Und diese Poleposition gilt es zu verteidigen! < ARNOLD SCHIEFER. „Ich habe im Unternehmen viele Freunde gefunden und es war mir eine Ehre, einen Beitrag zur Bewältigung der Krisen zu leisten“ »Im gesamten Konzern wurden über 4.500 Mitarbeiter:innen neu aufgenommen, davon mehr als 500 Lehrlinge.« ARNOLD SCHIEFER

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